Fachbuch, 2011
58 Seiten
Vorwort
Die Mittelbronzezeit in Deutschland
Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen
Der Goldbecher von Fritzdorf
Die ältere Bronzezeit in Nordrhein-Westfalen von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.
Das vorliegende Werk bietet eine fundierte Übersicht über die historische Entwicklung, die materielle Kultur und die Bestattungssitten während der älteren Bronzezeit in Nordrhein-Westfalen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Charakterisierung dieser Epoche in einer Region, die sich von den süddeutschen Kulturräumen abgrenzt, und untersucht, wie Siedlungsspuren, Grabfunde und Deponierungen ein Bild der damaligen Lebenswelt formen.
Die ältere Bronzezeit in Nordrhein-Westfalen
Weil das Gebiet von Nordrhein-Westfalen nicht zur hauptsächlich in Süddeutschland verbreiteten Hügelgräber-Kultur gehörte, ist im Rheinland und in Westfalen eine andere Gliederung der Bronzezeit vorgenommen worden. Dort bezeichnet man den Abschnitt von etwa 1500 bis 1200 v. Chr., der in Süddeutschland Mittelbronzezeit genannt wird, als ältere Bronzezeit.
Diese Phase galt vor allem im Rheinland lange Zeit als fundarm und daher schlecht zu erforschen. Man kannte kaum Siedlungsspuren und auch nur wenige Grab- und Opferfunde. Doch im Laufe der Zeit wandelte sich das Bild. Berücksichtigt man heute alle einzeln geborgenen Objekte dieser Zeit, so ist nach Ansicht des Bonner Prähistorikers Hans-Eckart Joachim weder am Mittel- noch am Niederrhein eine auffallende Fundleere festzustellen.
Auch Zweifel darüber, ob auf diese Periode der Begriff Bronzezeit zutrifft, sind inzwischen fehl am Platze. Denn im Rheinland und in Westfalen sind in unterschiedlicher Zahl bronzene Randleistenbeile, Absatzbeile, Lanzenspitzen, Dolche, Schwerter, Armringe und Schmuck gefunden worden. Ein Teil dieser Bronzeerzeugnisse wurde wohl mangels erschlossener Erzvorkommen importiert, andere hat man vermutlich aus eingetauschtem Erz und Altmetall selbst hergestellt.
Vorwort: Einführung in den Inhalt des Buches sowie Kurzvorstellung des Autors und der Widmungsträger.
Die Mittelbronzezeit in Deutschland: Darstellung der zeitlichen und kulturellen Einordnung der Epoche im gesamtdeutschen Kontext inklusive der gängigen wissenschaftlichen Gliederungen.
Der Goldbecher von Fritzdorf: Detaillierte Untersuchung einer speziellen Fundgattung und deren Bedeutung für den Handel und Kult der Epoche.
Die ältere Bronzezeit in Nordrhein-Westfalen von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.: Umfassende Analyse der regionalen Befunde zu Siedlungen, Handwerk, Waffen, Schmuck und den spezifischen Bestattungssitten in Westfalen und dem Rheinland.
Ältere Bronzezeit, Nordrhein-Westfalen, Hügelgräber-Kultur, Bronzeguss, Siedlungsarchäologie, Bestattungsriten, Grabhügel, Goldbecher von Fritzdorf, Metallurgie, Kümmerkeramik, Opfergaben, Handelsbeziehungen, Anthropologie, Westfalen, Rheinland.
Das Buch bietet einen detaillierten Überblick über die ältere Bronzezeit im Gebiet von Nordrhein-Westfalen in der Zeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.
Die Arbeit beleuchtet Siedlungsstrukturen, soziale Anatomie der Menschen, materielle Kultur (Waffen, Schmuck, Keramik) sowie Bestattungspraktiken und kulturelle Austauschprozesse.
Das Ziel ist es, die spezifische Entwicklung und die archäologischen Befunde der älteren Bronzezeit in Nordrhein-Westfalen aufzuarbeiten, um die Annahme einer angeblichen Fundleere zu widerlegen.
Der Autor stützt sich auf eine Synthese aus archäologischen Fundberichten, anthropologischen Analysen, dendrochronologischen Datierungen und der Auswertung historischer sowie prähistorischer Fachliteratur.
Der Hauptteil analysiert die regionale Abgrenzung zur süddeutschen Hügelgräber-Kultur, beschreibt gefundene Waffen und Schmuckstücke sowie die Bauweise von Grabhügeln und Totenhütten.
Wichtige Begriffe sind Nordrhein-Westfalen, Bronzezeit, Siedlungswesen, Grabarchitektur, Bestattungssitten, Metallhandwerk und kultureller Import.
Gewässerfunde, wie die Lanzenspitzen von Xanten oder Schwerter aus der Niers, liefern wichtige Hinweise auf rituelles Handeln, da diese kostbaren Objekte oft unbenutzt und absichtlich versenkt wurden.
Diese Funde zeigen spezifische Totenrituale auf, wie die Bestattung in Baumsärgen und die Errichtung einer Totenhütte, die bei der Feierlichkeit angezündet wurde, was Rückschlüsse auf soziale Strukturen zulässt.
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