Examensarbeit, 2007
195 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung:
1.1. Problemaufriss:
1.2. Methodisches Vorgehen:
2. Kompetenzen in der Lehrerbildung
2.1. Zum Begriff der Kompetenz
2.1.1. Professionelle Kompetenz:
2.1.2. Professionalität im schulischen Alltag
2.2. Zuschreibung von Kompetenz
2.3. Kodifizierung von Kompetenzen
2.4. Professionelle Standards
2.4.1. der Begriff Standard
2.4.2. Über die Entstehung von Standards
2.4.3. Analyse von Standards
2.4.4. Das Qualitätsproblem bei der Entwicklung von Standards
2.5. Bedeutung für die Ausbildung behindertenpädagogischer Kompetenzen
3. Theoretische Aspekte diagnostischer Tätigkeit
3.1. Zum Diagnosebegriff
3.1.1. Normorientierung oder Subjektorientierung
3.1.2. diagnostische Tätigkeit im schulischen Alltag der Interviewpartnerinnen
3.2. Verstehende Diagnostik
3.3. Das Modell der rehistorisierenden Diagnostik
3.3.1. Der Begriff der Rehistorisierung:
3.3.2. Die Zentrale Bedeutung rehistorisierender Diagnostik: Das Feld der Macht zu öffnen
3.4. Bedeutung der Rehistorisierung für die diagnostische Tätigkeit
3.5. Syndromanalyse nach A. R. Luria
3.5.1. Vygotskijs Konzept der Zone der nächsten Entwicklung unter materialistischen Gesichtspunkten
3.5.2. Theorie der Semiosphären
3.6. Romantische Wissenschaft:
3.7. Geistige Behinderung - ein sozialer Tatbestand
3.7.1. Wirkungsmechanismen
3.7.2. Kern von Behinderung – Isolation
3.8. Relationalitätsbegriff – Wie wird Behinderung gedacht?
3.9. Materialistische Behindertenpädagogik
4. Qualitative Expertenbefragung zum Thema: Was macht gute pädagogische Diagnostik aus und welche Bedeutung hat sie für den Alltag?
4.1 Forschungsfrage
4.2. Untersuchungsmethode
4.2.1. Experteninterviews
4.2.2. Experteninterviews - eine Anwendungsform der Leitfadeninterviews
4.3. Der Leitfaden
4.4. Durchführung der Interviews
4.5. Auswertungsverfahren
4.6. Zusammenfassende Darstellung der Interviewdaten
4.6.1. Förderdiagnostischer Alltag
4.6.2. konzeptionelle Grundlagen
4.6.3. Kompetenzen
4.6.4. Methodik/Evaluation
4.6.5. Relationales Behinderungsverständnis
4.6.6. Vorinformation/Interdisziplinarität
5. Interpretation und Diskussion
6. Rehistorisierende Diagnostik - Eine kritische Betrachtung
7. Schlussbetrachtung:
8. Literaturliste
Die Arbeit untersucht, wie in der universitären Lehrerbildung erworbenes Wissen in sonderpädagogische Handlungskompetenz transformiert werden kann, mit einem spezifischen Fokus auf subjektorientierte und rehistorisierende diagnostische Ansätze im schulischen Alltag.
1.1. Problemaufriss:
Der philosophische Begriff „Praxis“ versteht sich als immanente Wahrheit gesellschaftlichen Lebens, quasi als Prüfstein der Wahrheit. Also als etwas, was immer schon da war, ist und sein wird; etwas was sich aber auch immer in irgendeiner Weise ausdrückt, bevor Erklärungswissen diese Realität beschreiben kann. Gegenständliches Handeln ist demnach immer abhängig von den agierenden Personen. Es ist relational und unterliegt der Methodik menschlichen Handelns in der Realität.
Theoretisches Wissen muss diesen Aspekt berücksichtigen, wenn es Anwendung finden will. Die Aufgabe behindertenpädagogischer Theoriebildungsprozesse kann demzufolge nicht darin bestehen, in naturalistischer Form Wesenseigenschaften in vorgefundene Dinge einzuschreiben. Vielmehr kommt es darauf an, Subjektivität als ein tragendes Element einzubeziehen. Es ist also von grundlegender Bedeutung, die, wie auch immer an einem Theoriebildungsprozess beteiligten Personen, zum Bezugspunkt dieser Arbeit zu machen, denn schließlich verifizieren oder falsifizieren sich an ihnen doch alle Theorien.
Deshalb kommt es darauf an, dass unseren Worten auch Taten folgen und wir eine Perspektive einnehmen, in der Menschlichkeit, Akzeptanz und Loyalität zu Eckpfeilern deklariert werden.
1. Einleitung: Zusammenfassung der Ausgangslage und Formulierung der Forschungsfrage bezüglich der Transformation von universitärem Wissen in Handlungskompetenz.
2. Kompetenzen in der Lehrerbildung: Diskussion der theoretischen Grundlagen von Kompetenzbegriffen und der Standardisierung in der Lehrerbildung.
3. Theoretische Aspekte diagnostischer Tätigkeit: Herleitung und Begründung des Modells der rehistorisierenden Diagnostik und dessen subjektorientierter Ausrichtung.
4. Qualitative Expertenbefragung zum Thema: Was macht gute pädagogische Diagnostik aus und welche Bedeutung hat sie für den Alltag?: Dokumentation und Analyse der empirischen Experteninterviews an Schulen.
5. Interpretation und Diskussion: Synthese der theoretischen Ansätze mit den empirischen Ergebnissen aus der Schulpraxis.
6. Rehistorisierende Diagnostik - Eine kritische Betrachtung: Kritische Reflexion der Anwendung des Modells im realen Schulalltag.
7. Schlussbetrachtung: Zusammenführende Einschätzung zur Notwendigkeit der Operationalisierung von Theorien im schulischen Kontext.
8. Literaturliste: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur.
sonderpädagogische Diagnostik, Handlungskompetenz, Lehrerbildung, Subjektorientierung, Rehistorisierung, Professionalisierung, Geistige Behinderung, Praxis, Theorie-Praxis-Transfer, Schulentwicklung, Experteninterviews, Qualitätssicherung, Förderdiagnostik, Behindertenpädagogik, Kompetenzerwerb.
Die Arbeit analysiert, wie angehende Sonderschullehrkräfte theoretisches Wissen aus dem Studium in praktische Handlungskompetenz bei der Diagnose von Kindern mit geistiger Behinderung überführen können.
Zentrale Themen sind der Kompetenzerwerb in der Lehrerbildung, der Vergleich zwischen normorientierter und subjektorientierter Diagnostik sowie die Realität der schulischen Förderdiagnostik.
Die Untersuchung geht der Frage nach, wie und ob das in der universitären Lehre vermittelte theoretische Wissen tatsächlich in effektive Handlungskompetenz transformiert wird, um den diagnostischen Alltag zu bewältigen.
Es werden qualitative Experteninterviews mit Lehrkräften an verschiedenen Schulen durchgeführt, die anschließend inhaltsanalytisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Modells der rehistorisierenden Diagnostik sowie eine empirische Befragung, um die praktische Anwendung und die Hürden im schulischen Alltag zu identifizieren.
Die wichtigsten Begriffe sind Rehistorisierung, Kompetenzorientierung, subjektorientierter Ansatz, pädagogische Diagnostik und der Wissens-Handlungs-Hiatus im Lehrerberuf.
Während klassische Ansätze oft normorientiert sind und das Kind als „Fall“ klassifizieren, versucht die rehistorisierende Diagnostik, die individuelle Geschichte und die soziale Situation des Kindes einzubeziehen, um es als handelndes Subjekt anzuerkennen.
Die Arbeit betont, dass Theorie nur dann wirksam wird, wenn sie sich in der „Praxis“ bewährt. Das Ziel ist es, keine abstrakten Modelle zu liefern, sondern Instrumente, die im komplexen Schulalltag tatsächlich anwendbar sind.
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