Bachelorarbeit, 2011
73 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Einleitung ins Thema Zweitspracherwerb
2.1 Definitionen
2.2 Zweitspracherwerbsforschung
2.3 Zweitspracherwerbstypen nach Grießhaber & Rehbein
2.4 Praxis und Relevanz von Diagnostik
3. Grundlagen der Profilanalyse nach Grießhaber
3.1 Linguistische Grundlage: Die Klammerstruktur der deutschen Sprache
3.2 Die Erwerbsreihenfolge im Zweitspracherwerb
3.3 Der vereinfachte Profilbogen nach Grießhaber
4. Durchführung der Profilanalyse
4.1 Die Probanden
4.2 Der Kontext der Datenerhebung
5. Ergebnisse
5.1 Ergebnisse der Daten von Kind HAS
5.2 Ergebnisse der Daten von Kind HAM
6. Diskussion
6.1 Ergebnisse im Kontext der Datenerhebung
6.2 Abweichungen an der „Wortoberfläche“
6.3 Ergebnisse im sozialen Kontext
7. Kritische Betrachtung der Profilanalyse
8. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Ermittlung des Sprachstands zweier Vorschulkinder mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) mittels des Verfahrens der Profilanalyse nach Grießhaber, um deren syntaktische Kompetenzen im Hinblick auf den Spracherwerbstyp und soziale Bedingungen zu analysieren.
3.1 Linguistische Grundlage der Profilanalyse: Die Klammerstruktur der deutschen Sprache
In der deutschen Sprache werden, entgegen anderer europäischer Sprachen, mehrgliedrige Verbformen aufgetrennt, so dass finite und infinite Verbteile an verschiedenen Stellen innerhalb des Satzes stehen (Klammer-A). Ein Satz unterteilt sich demnach in Vorfeld, Finitum, Mittelfeld und infinitem Teil. Bei der Separation der Verbteile wird ausschließlich nach grammatischen Regeln, nicht etwa nach inhaltlichen Merkmalen aufgeteilt. Folgende Konstruktionen sind von der Separation betroffen (für eine Übersicht: Grießhaber 2010):
1. Konstruktion mit einem finiten Hilfsverb („Peter isst einen Apfel.“)
a) im Perfekt („Peter hat einen Apfel gegessen.“)
b) im Plusquamperfekt: Bsp.:
c) im Futur („Peter wird einen Apfel essen.“)
d) im Passiv („Der Apfel ist von Peter gegessen worden.“)
2. Modalverbkonstruktionen („Peter will einen Apfel essen.“)
3. Verben mit trennbarem Präfix: („Der Kuchen ging drei Stunden später auf“)
4. zu-Infinitiv („Peter beabsichtigt, den Apfel zu essen.“)
Die Inversion (Klammer-B) bezeichnet die Stellung des Subjekts hinter dem finiten Verb. Sie tritt immer dann auf, wenn das Vorfeld des Satzes, d.h. die Stelle vor dem finiten Verb, nicht besetzt ist. Dieser Fall tritt ein, wenn (Grießhaber 2010):
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Bedeutung der Sprachstandsdiagnose für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache und führt in die Profilanalyse nach Grießhaber ein.
2. Theoretische Einleitung ins Thema Zweitspracherwerb: Hier werden Definitionen zum Spracherwerb, theoretische Forschungsansätze sowie Spracherwerbstypen nach Rehbein & Grießhaber erläutert.
3. Grundlagen der Profilanalyse nach Grießhaber: Dieses Kapitel behandelt die linguistischen Voraussetzungen wie die Klammerstruktur und die invariante Erwerbsreihenfolge der deutschen Sprache.
4. Durchführung der Profilanalyse: Es werden die Rahmenbedingungen der empirischen Untersuchung, die Sprachbiographien der Probanden sowie der Kontext der Datenerhebung dargestellt.
5. Ergebnisse: Die gesammelten Sprachdaten der Kinder HAS und HAM werden in tabellarischer Form aufbereitet und nach den Profilstufen analysiert.
6. Diskussion: Die Ergebnisse werden im Hinblick auf den Erhebungskontext, syntaktische Abweichungen an der Wortoberfläche und soziale Hintergründe interpretiert.
7. Kritische Betrachtung der Profilanalyse: Eine Reflexion über die Vor- und Nachteile der Methode hinsichtlich ihrer Anwendung im pädagogischen Alltag.
8. Fazit: Die Arbeit zieht Bilanz über die Eignung der Profilanalyse als Diagnoseinstrument für Vorschulkinder.
Zweitspracherwerb, DaZ, Sprachstandsdiagnose, Profilanalyse, Grießhaber, Verbstellung, Klammerstruktur, Vorschulkinder, Inversion, Syntax, Spracherwerbstypen, Sprachförderung, Bilingualismus, Diagnostik, Grammatikerwerb.
Die Arbeit untersucht, wie der Sprachstand von Vorschulkindern mit Deutsch als Zweitsprache mittels der Profilanalyse nach Grießhaber reliabel ermittelt werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Zweitspracherwerb, der linguistischen Basis deutscher Verbstrukturen und der praktischen Anwendung von Diagnoseverfahren in Kindertagesstätten.
Das Ziel ist die sprachstanddiagnostische Erfassung der syntaktischen Fähigkeiten zweier Kinder libanesischer Herkunft zur Einordnung in das Profilmodell.
Es wird die Profilanalyse nach Wilhelm Grießhaber verwendet, welche sich an der Verbstellung im Satz orientiert und natürlichsprachliche Äußerungen in fünf Stufen einteilt.
Nach der theoretischen Herleitung folgen die Vorstellung des Erhebungskontexts, die detaillierte Auswertung der erhobenen Sprachdaten der Probanden und eine kritische Reflexion des Verfahrens.
Zweitspracherwerb, Profilanalyse, Syntax, Verbstellungsregeln und Sprachdiagnostik sind die zentralen Begriffe.
Sie ist das linguistische Fundament der Profilanalyse, da der Erwerb der Verbstellung als invariante Größe im deutschen Zweitspracherwerb gilt.
Die Arbeit zeigt, dass familiäre Bedingungen und der Umgang mit Medien zwar das Sprachumfeld prägen, die Kinder dennoch ein hohes kommunikatives Niveau in der Zweitsprache erreichen konnten.
Ja, laut den Ergebnissen der Arbeit ist es bei Zweitspracherwerbern typisch, dass sie gelegentlich Strukturen höherer Stufen produzieren, selbst wenn sie primär noch auf einer niedrigeren Stufe agieren.
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