Bachelorarbeit, 2011
61 Seiten
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Aufbau und Vorgehensweise
2 Die Idee der Balanced Scorecard
2.1 Die Balanced Scorecard als Kennzahlensystem
2.1.1 Perspektiven der Balanced Scorecard
2.1.1.1 Die finanzwirtschaftliche Perspektive
2.1.1.2 Die Kundenperspektive
2.1.1.3 Die interne Prozessperspektive
2.1.1.4 Die Lern- und Leistungsperspektive
2.1.2 Ausgewogenheit der Messgrößen
2.1.2.1 Ergebnisgrößen und Leistungstreiber sowie Früh- und Spätindikatoren
2.1.2.2 Finanzielle und nicht-finanzielle Messgrößen
2.1.2.3 Extern und intern ausgerichtete Messgrößen
2.2 Die Balanced Scorecard als Managementsystem
2.2.1 Maßnahmen und Handlungsrahmen
2.2.2 Strategy Maps: Ursache-/Wirkungsketten
2.3 Aktueller Stand in der Praxis
3 Integriertes Supply Chain Management für die BSC
3.1 Supply Chain Management
3.1.1 Definitionen
3.1.2 Ziele und Aufgaben
3.1.3 Bedeutung und Ansatzpunkte für das Supply Chain Management
3.2 Supply Chain-Controlling
3.2.1 Abgrenzung und Anforderungen
3.2.2 Aufgaben und Instrumente
3.3 Die Supply Chain Balanced Scorecard
3.3.1 Definition
3.3.2 Zielsetzung und Aufgaben
3.3.3 Merkmale und Besonderheiten der Supply Chain-BSC
3.3.4 Modifikationserfordernisse einer Supply Chain-BSC für das Controlling von unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsketten
3.3.5 Bisherige Ansätze für den Einsatz der BSC im Supply Chain Management
3.3.5.1 Nach Weber
3.3.5.2 Nach Brewer und Speh
3.3.5.3 Nach Lange, Schaefer und Dalrup
3.3.5.4 Nach Stölzle, Heusler und Karrer
3.3.5.5 Auswertung und Zusammenfassung
3.3.6 Erfolgsfaktoren und Hindernisse
4 Leistungs- und Strategiesteuerung durch Kennzahlen
4.1 Definition Kennzahlen
4.1.1 Ausgewogene Maßgrößen
4.1.2 Integrierte Maßgrößen
4.1.3 Standardisierte Maßgrößen
4.2 Beispielkennzahlen für integriertes Supply Chain Management
4.2.1 Finanzwirtschaftliche Perspektive
4.2.2 Kundenperspektive
4.2.3 Prozessperspektive
4.2.4 Entwicklungs- und Lernperspektive
4.2.5 Kooperationsperspektive
4.3 Praxisbeispiel dm drogerie markt
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Balanced Scorecard (BSC) als Steuerungsinstrument im Kontext des Supply Chain Managements. Ziel ist es zu analysieren, wie eine modifizierte BSC strukturell und inhaltlich gestaltet werden muss, um spezifische Anforderungen an die unternehmensübergreifende Koordination von Wertschöpfungsketten zu erfüllen und eine effektive Leistungsmessung zu ermöglichen.
2.1 Die Balanced Scorecard als Kennzahlensystem
In einem Kennzahlensystem steht eine Menge von Kennzahlen in Beziehung oder ergänzt sich, um eine vollständige Erfassung eines betriebswirtschaftlichen Sachverhalts abzubilden. Dabei gibt es Kennzahlensysteme wie das DuPont Kennzahlensystem und das ZVEI-Kennzahlensystem, die als Rechensysteme definiert werden. Auf der anderen Seite gibt es auch so genannte Ordnungssysteme wie die BSC.
Kennzahlensysteme bieten Verantwortlichen in Unternehmen frühzeitig Informationen über Abweichungen vom gewünschten Unternehmenskurs, die Identifikation von Stärken und Schwächen des Unternehmens in Relation zu Konkurrenten und erleichtern die Lösung von Zielkonflikten.
Die Balanced Scorecard ist ein Ordnungssystem und verknüpft sachlogisch Kennzahlen aus verschiedenen Perspektiven, mit denen der Unternehmenserfolg gemessen wird. Der finanzielle Aspekt als Haupterfolgsmaßstab bleibt erhalten, wird jedoch durch die Kunden-, Prozess und Lern- und Entwicklungsziele ergänzt. Es werden Querverbindungen und Synergieeffekte zwischen den Einzelzielen genutzt und die Unternehmen konzentrieren sich auf wenige, jedoch voneinander abhängige Kennzahlen.
Charakteristisch für die BSC sind folgende Aufbauprinzipien: Mehrdimensionalität, Strategieorientierung, Instrumentalprinzip und Ausgewogenheit. Dabei beinhaltet die Mehrdimensionalität wiederum vier Perspektiven, die in einem Ursache-Wirkungszusammenhang stehen und im Abschnitt 2.1.1 erläutert werden: Finanzielle Perspektive (Abschnitt 2.1.1.1), Kundenperspektive (Abschnitt 2.1.1.2), interne Prozessperspektive (Abschnitt 2.1.1.3), Lern- und Entwicklungsperspektive (Abschnitt 2.1.1.4). Mit der Strategieorientierung ist die sorgfältige Auswahl der Kennzahlen bezogen auf unterschiedliche Strategieziele wie Investitionsstrategien, Selektionsstrategien oder Abschöpfungsstrategien gemeint. Die Zusammensetzung unterschiedlicher Kennzahlen wie Ergebnisgrößen oder Treibergrößen wird unter dem Begriff Instrumentalprinzip zusammengefasst. Auf die Anforderungen und Merkmale an die Ausgewogenheit der Kennzahlen gehe ich im folgenden Abschnitt näher ein.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des steigenden Koordinationsbedarfs in modernen, komplexen Lieferketten ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Balanced Scorecard als unterstützendes Instrument zu untersuchen.
2 Die Idee der Balanced Scorecard: Das Kapitel erläutert die Balanced Scorecard sowohl als Kennzahlensystem zur ganzheitlichen Erfolgsmessung als auch als strategisches Managementsystem, wobei die vier zentralen Perspektiven und deren Ursache-Wirkungs-Beziehungen detailliert beleuchtet werden.
3 Integriertes Supply Chain Management für die BSC: Hier werden SCM und Supply Chain Controlling definiert und die Supply Chain Balanced Scorecard (SCBSC) als modifizierter Ansatz vorgestellt, wobei verschiedene wissenschaftliche Modelle hinsichtlich ihrer Eignung zur Steuerung unternehmensübergreifender Wertschöpfungsketten verglichen werden.
4 Leistungs- und Strategiesteuerung durch Kennzahlen: Dieses Kapitel widmet sich der Definition und Kategorisierung von Kennzahlen und stellt konkrete Beispielkennzahlen für die verschiedenen Perspektiven im Supply Chain Management sowie ein Praxisbeispiel vor.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine modifizierte BSC die Anforderungen an das SCM weitgehend abdeckt, sofern eine gemeinsame Strategie und Datenbasis zwischen den Akteuren besteht.
Balanced Scorecard, BSC, Supply Chain Management, SCM, Supply Chain Controlling, Wertschöpfungskette, Kennzahlen, Performance Measurement, Strategieumsetzung, Ursache-Wirkungsketten, SCOR-Modell, Kooperationsmanagement, Lieferantenbewertung, Prozessoptimierung, integrierte Kennzahlen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung und Modifikation der Balanced Scorecard (BSC) zur effektiven Steuerung und Kontrolle von unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsketten, auch bekannt als Supply Chain Management.
Zentrale Themen sind die Balanced Scorecard als Managementinstrument, die Herausforderungen des Supply Chain Managements, die Entwicklung des Supply Chain Controllings und die Ableitung geeigneter Kennzahlen für komplexe Liefernetzwerke.
Das Ziel besteht darin zu klären, ob die BSC ein geeignetes Instrument für das Supply Chain Management darstellt und wie sie inhaltlich sowie strukturell angepasst werden muss, um den Anforderungen in diesem dynamischen Umfeld gerecht zu werden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Konzepte und Modelle, kombiniert mit einer strukturierten Untersuchung von Anforderungen an Kennzahlensysteme im Supply Chain Kontext sowie der Erläuterung an einem Praxisbeispiel.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der BSC, diskutiert diverse wissenschaftliche Ansätze zur Integration in das Supply Chain Management (z.B. nach Weber oder Brewer und Speh) und definiert spezifische Kennzahlen für verschiedene Perspektiven einer Supply Chain.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Balanced Scorecard, Supply Chain Management, Controlling, Kennzahlensysteme, Wertschöpfungsketten, SCOR-Modell und strategische Steuerung geprägt.
Während klassisches Controlling primär unternehmensintern agiert, bezieht sich das Supply Chain Controlling auf die gesamte, unternehmensübergreifende Wertschöpfungskette, was eine verstärkte Notwendigkeit zur Koordination zwischen rechtlich selbstständigen Partnern und den Austausch vertraulicher Daten erfordert.
Das Unternehmen dm dient als Fallbeispiel für eine gut funktionierende Supply Chain, bei der durch innovative Informationstechnologien (Extranet) und den monatlichen Austausch von Kennzahlen Transparenz geschaffen wird, um die Zusammenarbeit mit Industriepartnern partnerschaftlich zu gestalten.
Klassische BSC-Modelle sind oft auf interne Sichtweisen fokussiert; für SCM müssen jedoch interorganisatorische Aspekte, wie die Kooperationsqualität oder spezifische Lieferantenziele, einbezogen werden, da diese für den Erfolg der gesamten Kette entscheidend sind.
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