Examensarbeit, 2007
55 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Judas – Verräter, Opfer oder Heiliger?
2.1 Judas als Verräter
2.2 Judas als Opfer
2.3 Judas als Heiliger
3. Leben und Wirken des Judas Iskariot
3.1 Der historische Judas
3.2 Der Judas der Synoptiker
3.2.1 Markus
3.2.2 Matthäus
3.2.3 Lukas
3.3 Exkurs: Johannes
3.4 Ein Zwischenfazit
4. Theologisch - Systematische Aspekte des „Fall Judas“
4.1 Der Heilsplan Gottes
4.2 Gottes Gnade und menschliche Freiheit
4.3 Jeder Mensch ist Judas
5. Literarische Aspekte des „Fall Judas“
5.1 Walter Jens – Der Fall Judas
5.1.1 Aufbau und Aussagen des fiktiven Berichtes
5.1.2 Reaktionen auf Walter Jens und den Fall Judas
5.2 Weitere literarische Auslegungen des Judas Iskariot
5.2.1 Die Bibel nach Biff
5.2.2 Das Evangelium nach Pilatus
6. Judas Iskariot: Verräter, Opfer, Heiliger – ein Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielschichtigen Auslegungen der Gestalt des Judas Iskariot sowohl aus theologischer als auch aus literarischer Sicht, um aufzuzeigen, wie sich das Bild des Verräters im Laufe der Geschichte und in verschiedenen Werken gewandelt hat.
3.1 Der historische Judas
Wer war Judas Iskariot? Stoßen wir in der Leben-Jesu-Forschung schon auf Grenzen, so steht man bei der Suche nach einem ‚historischen Judas’ noch viel mehr vor einem grundsätzlichen Überlieferungsproblem, denn es stehen uns keine außerbiblischen oder von den biblischen Darstellungen unabhängige, historisch verwertbare Quellen zur Verfügung.
Historisch gesehen weiß man sehr wenig über Judas. Klar ist, dass es sich bei Judas Iskariot nicht nur um eine Symbol- oder kerygmatische Gestalt handelt, sondern um einen tatsächlichen Jünger Jesu und somit um eine unverkennbar historische Gestalt. Die Angabe der Tat und auch die Tat selbst verbieten es anzunehmen, dass Judas keine historische Gestalt gewesen sei. Es wäre sonst schwer zu erklären, warum die Urgemeinde sich selbst durch dessen Erfindung in Schwierigkeiten hätte bringen sollen, denn dadurch entstünde die Frage, weshalb die Gemeinden einen Verräter in die Geschichte einarbeiten und es zulassen, dass Jesus diesen akzeptiert. Hinzu kommt die wachsende Tendenz davon auszugehen, dass der Verrat mit Wissen und auf Anweisung Jesu geschehen ist und notwendig für die Durchführung des Heilsplans war. Ob dies tatsächlich so angenommen werden kann, werde ich in der Arbeit noch näher untersuchen.
Weniger Probleme bereitet der Name ‚Judas’. Es ist die griechische Schreibweise des hebräischen Namens ‚Juda’, der einem aus dem Alten Testament bekannt ist und dort (der Stamm und dessen Stammvater!) eine große Rolle spielt. Der Name ist beliebt und bekannt in der frühjüdischen Zeit. Es ließe sich sogar daraus schließen, dass es sich bei Judas Eltern um eine traditionsverbundene jüdische Familie gehandelt haben könnte.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der rätselhaften Gestalt des Judas Iskariot und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Judas – Verräter, Opfer oder Heiliger?: Darstellung der drei grundlegenden gegensätzlichen Interpretationsmuster der Figur des Judas.
3. Leben und Wirken des Judas Iskariot: Historische Kontextualisierung und ausführliche Analyse der Judas-Darstellung in den vier Evangelien.
4. Theologisch - Systematische Aspekte des „Fall Judas“: Untersuchung der Rolle von Judas im Rahmen des göttlichen Heilsplans sowie der menschlichen Freiheit.
5. Literarische Aspekte des „Fall Judas“: Analyse literarischer Werke, beginnend mit Walter Jens, sowie weiterer zeitgenössischer Romane.
6. Judas Iskariot: Verräter, Opfer, Heiliger – ein Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion der aktuellen Bedeutung der Judas-Figur.
Judas Iskariot, Verräter, Heilsplan Gottes, Neues Testament, biblische Exegese, Walter Jens, Theologie, Literatur, Seligsprechung, Sündenbock, Christus, Evangelien, Judas-Bild, Freiheit, Schuld.
Die Arbeit untersucht die Figur des Judas Iskariot als eine der rätselhaftesten Gestalten des Neuen Testaments und beleuchtet deren verschiedene Deutungsansätze im Laufe der Zeit.
Die Arbeit gliedert sich in historische, theologisch-systematische und literarische Untersuchungen zur Person und zur Rolle des Judas.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Judas durch die Jahrtausende interpretiert wurde und ob die einseitige Sicht als „Verräter“ theologisch und historisch haltbar ist.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche und exegetische Methode, bei der biblische Texte und zeitgenössische literarische Interpretationen kritisch verglichen und analysiert werden.
Der Hauptteil analysiert die Judas-Darstellungen in den Evangelien, diskutiert systematische Aspekte wie den Heilsplan Gottes und betrachtet literarische Rezeptionen, insbesondere von Walter Jens.
Die wichtigsten Schlagworte sind Judas Iskariot, Heilsplan, Evangelien, Verräter, Opfer, Heiliger und literarische Rezeption.
Sie hinterfragt das Motiv kritisch und zeigt auf, dass dieses erst in späteren Evangelien und in der Tradition stark betont wurde, um ein negatives Bild zu festigen.
Historisch lässt sich nur wenig sicher über ihn sagen, außer dass er ein tatsächlicher Jünger Jesu war; die restlichen Zuschreibungen sind interpretative Auslegungen der Evangelisten.
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