Bachelorarbeit, 2011
38 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1.0 Muslime im Ersten Weltkrieg
2.0 Die Lager
2.1 Hintergrund- und Rahmeninformationen
2.2 Lagerleben
2.3 Arbeitsdienst
3.0 Die Moschee
4.0 Der Friedhof
5.0 Nachkrieg
6.0 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensbedingungen und die instrumentelle Behandlung muslimischer Kriegsgefangener in Deutschland während des Ersten Weltkriegs, wobei ein besonderer Fokus auf den Lagern Wünsdorf, der dortigen Moschee sowie dem Friedhof Zehrensdorf liegt. Forschungsleitend ist die Frage, wie diese muslimischen Soldaten wahrgenommen, propagandistisch genutzt und in das deutsche Lagerwesen integriert wurden.
2.2 Lagerleben
Viel lässt sich über den Alltag im Halbmond- und Weinberglager nicht sagen, da die meisten Unterlagen im April 1945 beim Brand des Potsdamer Heeresarchivs Opfer der Flammen wurden. Erhalten sind noch die Unterlagen, die die Lagerkommandantur dem Auswärtigen Amt zustellte. Allerdings beschäftigen sich diese hauptsächlich mit der für das Außenministerium interessanten Propagandaarbeit.
Festgehalten werden kann aber, dass man sich in beiden Lagern bemühte, die Bestimmungen der Haager Landkriegsordnung zum Umgang mit Kriegsgefangenen einzuhalten. Zudem lässt sich ein Bruch in der Lagerführung kennzeichnen. War man im Reich in den ersten Kriegsmonaten auf eine gewaltige Zahl Gefangener noch „gänzlich unzureichend“ vorbereitet, so galt dies auch für das Halbmondlager. In der Konsequenz bedeutete das, dass das überforderte Kriegsministerium zunächst die Lagerorganisation teilweise dem Auswärtigen Amt und der NfO überließ, wodurch der zivile Einfluss auf Basis der von von Oppenheim verfassten Schrift „Organisation der Behandlung der mohammedanischen und indischen Kriegsgefangenen“ dominierte. So sah von Oppenheim vor, die Gefangenen nach „Secten und Nationalitäten“ zu separieren, was sich vorrangig in der Unterbringung in den beheizten Zelten und Holzbaracken widerspiegelte und hauptsächlich die Freizeit betraf. Barackenabteile wurden für Nord-, West- und Zentralafrikaner sowie für Inder geschaffen.
Einleitung: Der Abschnitt erläutert die Bedeutung muslimischer Kriegsgefangener im Kontext der kolonialen Verstrickungen Europas und skizziert die methodische sowie quellenkritische Herangehensweise der Arbeit.
1.0 Muslime im Ersten Weltkrieg: Es wird die Rolle der kolonialen Truppenkontingente und deren propagandistische sowie militärische Verwendung durch die europäischen Großmächte dargestellt.
2.0 Die Lager: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung der Sonderlager für muslimische Gefangene, die strategischen Überlegungen dahinter und die täglichen Bedingungen in den Lagern.
2.1 Hintergrund- und Rahmeninformationen: Die Anfänge der Idee einer religiös motivierten Behandlung von Gefangenen als Propagandamittel werden hier detailliert nachgezeichnet.
2.2 Lagerleben: Der Alltag, die Unterbringung und die organisatorischen Strukturen innerhalb der Lager bilden den Schwerpunkt dieses Abschnitts.
2.3 Arbeitsdienst: Hier wird der Einsatz der Gefangenen in der Landwirtschaft und Rüstungsindustrie sowie die damit verbundene Unzufriedenheit thematisiert.
3.0 Die Moschee: Das Kapitel analysiert Bau, Nutzung und symbolische Funktion der Wünsdorfer Moschee als erstes muslimisches Gotteshaus auf deutschem Boden.
4.0 Der Friedhof: Die Geschichte und der Umgang mit den Verstorbenen auf dem Friedhof Zehrensdorf sowie dessen Wandel als Gedenkort werden beleuchtet.
5.0 Nachkrieg: Die Repatriierung der Gefangenen, das Schicksal der Moschee und die langfristige Erinnerungskultur stehen hier im Zentrum.
6.0 Fazit: Die Arbeit resümiert das Scheitern der propagandistischen Bestrebungen und ordnet die Bedeutung der Lager historisch ein.
Erster Weltkrieg, Kriegsgefangenschaft, Halbmondlager, Weinberglager, Max von Oppenheim, Wünsdorf, Zehrensdorf, Islam, Propaganda, Kolonialtruppen, Religion, Erinnerungskultur, Gefangenenlager, Jihad, Deutsche Orientpolitik.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation muslimischer Kriegsgefangener in Deutschland während des Ersten Weltkriegs, insbesondere in den speziell dafür eingerichteten Lagern bei Wünsdorf.
Die zentralen Themen umfassen die koloniale Mobilisierung muslimischer Soldaten, die deutsche Lagerpropaganda, religiöse Praktiken in der Gefangenschaft sowie die Nachkriegsgeschichte der Gedenkorte.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der propagandistischen Absicht des Deutschen Reiches und der tatsächlichen Lebensrealität sowie Wahrnehmung der muslimischen Gefangenen aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung überlieferter Lagerdokumente, zeitgenössischer Berichte und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Lageralltags, der Zwangsarbeit, des Baus und der Funktion der Moschee sowie der Bedeutung des Friedhofs Zehrensdorf für die muslimischen Gefangenen.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Erster Weltkrieg, Kriegsgefangenschaft, Halbmondlager, Wünsdorf, Propaganda, Islam und kolonialer Kontext.
Die Moschee sollte als sichtbares Zeichen deutscher „Wohlwollen“ gegenüber dem Islam dienen, um muslimische Gefangene ideologisch zu beeinflussen und sie als Verbündete gegen die Entente-Mächte zu gewinnen.
Er entwickelte sich vom rein pragmatischen Bestattungsort zu einem umkämpften und später denkmalgeschützten Gedenkort, der die komplexe Geschichte der muslimischen Gefangenen in Deutschland bewahrt.
Die propagandistischen Bestrebungen waren weitgehend erfolglos, da die muslimischen Gefangenen die politische Instrumentalisierung durchschauten und der erhoffte „Jihad“ gegen die Alliierten ausblieb.
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