Bachelorarbeit, 2011
64 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1 Partizipation
2.2 Offene Kinder- und Jugendarbeit
2.3 Abenteuer-Spiel-Platz Neuhausen und das Projekt ‚ASP-Juniors‘
3. Begründungszusammenhänge für die Partizipation von Heranwachsenden in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
3.1 Partizipationsrechte von Kindern und Jugendlichen
3.1.1 Nationale Partizipationsrechte
3.1.2 Transnationale und internationale Partizipationsrechte
3.2 Gesellschaftspolitische Partizipationsforderung
3.3 Pädagogische und entwicklungspsychologische Partizipationsforderung
4. ‚Portrait‘ der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
4.1 Grundsätzliche Rahmenbedingungen
4.2 Charakteristik der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
4.3 Handlungsmethoden, konzeptionelle Grundmuster und Leitlinien
5. Partizipationswirklichkeit in der Offenen Arbeit mit Kindern
5.1 Partizipation als Alltagspraxis der Freizeitstätten
5.2 Verschiedene Stufen/Grade der Beteiligung
5.3 Partizipation am Praxisbeispiel der ASP-Juniors
5.4 Blockaden, Grenzen und Herausforderungen
5.4.1 Blockaden seitens der pädagogischen Fachkräfte
5.4.2 Herausforderungen aufgrund der heterogenen Zielgruppe
5.4.3 Grenzen und Herausforderungen im Bezug auf institutionelle Rahmenbedingungen und unzureichende Ressourcen
6. Erfolgsfaktoren und Voraussetzungen für die Partizipation von Kindern im Rahmen der Offenen Arbeit
6.1 Das ‚richtige‘ Ziel – Partizipation als Selbstzweck
6.2 Positive Grundhaltung und Qualifikation der Fachkräfte
6.3 Institutionelle Sicherung von Partizipationsstrukturen und –prozessen
6.4 Beachtung individueller Voraussetzungen der Zielgruppe Kinder
6.4.1 Beachtung und Einbeziehung von Interessen/Motivation
6.4.2 Beachtung und Einbeziehung individueller Entwicklungsstände, Ressourcen und Potentiale
6.5 Installation vielfältiger Partizipationsformen und -methoden
7. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die Partizipationswirklichkeit von Kindern in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen dem gesetzlichen und pädagogischen Anspruch auf Beteiligung und der praktischen Umsetzung. Anhand des Modellprojekts „ASP-Juniors“ auf dem Abenteuer-Spiel-Platz Neuhausen wird analysiert, welche Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen notwendig sind, um echte Mitbestimmung zu ermöglichen und Barrieren in der Praxis zu überwinden.
5.4.1 Blockaden seitens der pädagogischen Fachkräfte
Zuweilen wird seitens des pädagogischen Fachpersonals argumentiert, dass die Zielgruppe nicht auf Partizipationsangebote eingeht oder nicht ausreichend über intellektuelle und soziale Kompetenzen verfügt (vgl. Pluto, 2007: 112). Manchmal liegt es auch daran, dass die Pädagog/innen sich der verschiedenen Grundlagen, Ziele und Möglichkeiten von Partizipation nicht bewusst sind und sich aus Unwissenheit, Zeitmangel oder Angst vor Veränderung auch nicht intensiver damit beschäftigen.
Obwohl die meisten Fachkräfte Partizipation durchaus als sinnvoll und erstrebenswert ansehen, gibt es immer noch erhebliche Unterschiede oder auch Widerstände, wenn es um die konkrete Umsetzung geht. Diese entstehen, neben dem oft auch fehlenden konkreten Methodenwissen, wenn die aktive Einbeziehung von Kindern die gefestigten Abläufe stören, ein Mehraufwand (zusätzlich zu dem sowieso schon großen Aufgabenspektrum) damit verbunden ist und auch ein Stück Entscheidungsmacht abgegeben werden muss (vgl. BMFSFJ, 2006: 22). Deshalb ist es nicht immer selbstverständlich, dass wie im Falle des ASP-Juniors-Projekts, das gesamte Team von Anfang an gemeinschaftlich hinter dem Projekt steht und Einigkeit über die Wichtigkeit einer aktiveren Beteiligung der Zielgruppe besteht.
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Kinder aktiv in Gestaltungsprozesse einzubinden und ihnen ein Stimmrecht einzuräumen. Dass trotzdem viele Fachkräfte der Partizipation von Kindern teilweise eher skeptisch und abwehrend gegenüberstehen, bestätigt u.a. die empirische Studie von Pluto, die sich mit Herausforderungen bei der Umsetzung von Beteiligung im Bereich der Hilfen zur Erziehung beschäftigt (vgl. Pluto, 2007: 79). Die Beteiligungsansprüche der Heranwachsenden lösen bei pädagogischen Fachkräften teilweise „Befürchtungen der Eingrenzung und Unkontrollierbarkeit“ (Pluto, 2007: 80) aus. Dahinter steckt die Annahme, dass sie möglicherweise die Kontrolle über bestimmte Situationen verlieren könnten, wenn sie die Zielgruppe aktiver in Entscheidungen mit einbeziehen. Vermutungen, dass die Kinder maßlos und unkontrollierbar werden könnten, versperren die Wege zu einer positiv belegten Partizipationskultur und –struktur in den Freizeitstätten. Zudem fühlen sich manche Mitarbeiter/innen in ihrer Fachlichkeit bedroht und entwertet, da sie es nicht mehr sind, die den Heranwachsenden Grenzen aufzeigen oder Ratschläge geben (vgl. Pluto 2007: 80), sondern die Kinder Expert/innen in eigener Sache werden. Dies schürt die Angst, dass die Qualität der täglichen Arbeit, in der junge Menschen pädagogisch in ihrer Lebenswelt begleitet und unterstützt werden, nicht mehr gesehen wird.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Partizipation von Kindern und Jugendlichen innerhalb der Sozialen Arbeit ein und begründet das wissenschaftliche Interesse an der Thematik.
2. Begriffsklärung: Hier werden die zentralen Fachbegriffe wie Partizipation, OKJA und das Projekt ‚ASP-Juniors‘ definiert, um eine gemeinsame Grundlage für die Arbeit zu schaffen.
3. Begründungszusammenhänge für die Partizipation von Heranwachsenden in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit: Das Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen sowie die gesellschaftspolitischen und pädagogischen Notwendigkeiten für die Beteiligung junger Menschen.
4. ‚Portrait‘ der Offenen Kinder- und Jugendarbeit: Es werden die Rahmenbedingungen, die spezifische Charakteristik sowie die methodischen Leitlinien der OKJA als Handlungsfeld analysiert.
5. Partizipationswirklichkeit in der Offenen Arbeit mit Kindern: Dieses Kapitel veranschaulicht die Umsetzungspraxis, zeigt verschiedene Stufen der Beteiligung auf und beleuchtet praktische Grenzen, wie etwa Blockaden oder Ressourcenmangel.
6. Erfolgsfaktoren und Voraussetzungen für die Partizipation von Kindern im Rahmen der Offenen Arbeit: Abschließend werden Qualitätsstandards und Voraussetzungen (wie Haltung der Fachkräfte oder institutionelle Strukturen) diskutiert, die für eine erfolgreiche Partizipationsarbeit notwendig sind.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel resümiert die theoretischen Erkenntnisse und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit einer nachhaltigen, institutionell verankerten Beteiligungskultur.
Partizipation, Offene Kinder- und Jugendarbeit, Mitbestimmung, Kinderechte, Sozialpädagogik, ASP-Juniors, Beteiligungsformen, Lebensweltorientierung, Empowerment, Demokratiebildung, Pädagogische Fachkräfte, Jugendhilfe, Beteiligungskultur, Projektarbeit, Selbstbestimmung.
Die Arbeit analysiert die theoretischen Ansprüche und die praktische Realität der Partizipation von Kindern in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit unter Berücksichtigung des Beispiels der ASP-Juniors.
Die Schwerpunkte liegen auf der Klärung rechtlicher und pädagogischer Beteiligungsrechte, der Analyse der Rahmenbedingungen in der offenen Arbeit sowie der Identifikation von Gelingensbedingungen für Partizipation.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem Anspruch auf Beteiligung und der tatsächlich vorhandenen Umsetzungspraxis zu untersuchen und Faktoren für eine erfolgreichere Implementierung aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Literatur sowie einer Evaluation des Praxisbeispiels der ASP-Juniors.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Begründungszusammenhänge, das Porträt der OKJA, eine detaillierte Analyse der Partizipationswirklichkeit sowie die Darstellung notwendiger Erfolgsfaktoren für die Praxis.
Die wichtigsten Schlagworte sind Partizipation, OKJA, Mitbestimmung, Selbstbestimmung, Empowerment und Qualitätsstandards in der Sozialen Arbeit.
Das Projekt dient als zentrales Praxisbeispiel, um zu veranschaulichen, wie Partizipation in der realen Spielplatzarbeit strukturiert, gelebt und evaluiert werden kann.
Die Arbeit identifiziert insbesondere Ressourcenmangel, Ängste der Fachkräfte vor Kontrollverlust, mangelnde Methodenkenntnisse und eine heterogene Zielgruppe als wesentliche Ursachen für Defizite in der Umsetzung.
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