Examensarbeit, 2010
45 Seiten
1. Grundlagen der Untersuchung, Gang der Arbeit, Abgrenzung
2. Das Risiko und die Aufgabe des Risk-Managements
2.1 Der Risikobegriff
2.2 Versicherbares und unversicherbares Risiko
2.2.1 Direkte Folgekosten durch das Schadenereignis
2.2.2 Indirekte Folgekosten durch das Schadenereignis
2.2.3 Das Reputationsrisiko und andere Begleitumstände
2.3 Die Risikoanalyse
2.4 Einsatz der risikopolitischen Instrumente
3. Kernrisiken bei Kraftfahrzeugflotten und die damit verbundenen Maßnahmenmöglichkeiten
3.1 Organisatorische Maßnahmen
3.2 Personelle Maßnahmen
3.3 Technische Maßnahmen
4. Externe Unterstützung beim betrieblichen Risk-Management
4.1 Risk-Management-Beratung als Dienstleistung der Assekuranzwirtschaft
4.2 Unfallforschung der Versicherungswirtschaftsverbände
4.3 Genossenschaften und Verbände des Verkehrsgewerbes und ihre Schadenverhütungsarbeit
4.4 Staatlich unterstützte Maßnahmen
5. Schlussfolgerung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, welche finanziellen Risiken trotz bestehendem Versicherungsschutz bei einem Kraftfahrzeugflottenbetreiber verbleiben und durch welche gezielten Maßnahmen des Risk-Managements diese Risiken – und damit die Kosten – reduziert werden können, wobei auch die externe Unterstützung durch Versicherer und Verbände beleuchtet wird.
2.2.1 Direkte Folgekosten durch das Schadenereignis
Unter direkten Schadenereignisfolgekosten sind die Kosten zu verstehen, die gar nicht oder nicht in voller Höhe vom Versicherungsschutz gedeckt sind und unmittelbar mit dem Schadenereignis in Verbindung stehen. Dies können sowohl Kosten sein, die sich aus einem Haftungsanspruch des geschädigten Dritten ergeben, als auch Kosten, die mit der Reparatur des eigenen Fahrzeuges zusammenhängen. Die Kosten können sich aus Selbstbeteiligungen, Deckungssummenbegrenzungen, nicht versicherter Unfallfolgekosten in der Kaskoversicherung, Risikoausschlüssen oder sonstigen Kosten ergeben, wie im Folgenden näher aufgezeigt wird. Der Umfang des Versicherungsschutzes hängt von der individuellen Risikoneigung des Versicherungsnehmers und von dem Produktangebot der Versicherer ab.
Selbstbeteiligungen oder Franchisen werden auf Wunsch des Versicherungsnehmers vereinbart, um die Prämienhöhe zu senken. Sie können aber auch auf Wunsch des Versicherers vereinbart werden, der hiermit das moralische Risiko reduzieren möchte. Die Selbstbeteiligungsvereinbarung in der Form der Abzugsfranchise ist in der Kaskoversicherung standardisiert; in der Kraftfahrthaftpflichtversicherung kommt sie in der Regel nur als individuelle Vereinbarung vor. Sofern eine Selbstbeteiligung mit dem Kraftfahrzeugversicherer vereinbart ist, hat der Versicherungsnehmer die Selbstbeteiligung in der vereinbarten Höhe zu tragen. Angenommen es gilt eine Abzugsfranchise von € 1.000 in der Vollkaskoversicherung vereinbart und der durch ein versichertes Ereignis entstandene Schaden an dem versicherten Kraftfahrzeug beläuft sich auf € 1.500, so erhält der Versicherungsnehmer € 500 vom Versicherer aus dem Versicherungsvertrag, trägt jedoch € 1.000 selbst.
1. Grundlagen der Untersuchung, Gang der Arbeit, Abgrenzung: Einführung in die Thematik der steigenden Risiken für Fuhrparkinhaber und die Zielsetzung der Arbeit, trotz Versicherungsschutz verbleibende Kosten durch Risk-Management zu minimieren.
2. Das Risiko und die Aufgabe des Risk-Managements: Definition des Risikobegriffs sowie detaillierte Untersuchung direkter und indirekter Schadenfolgekosten und Vorstellung von Instrumenten zur Risikoanalyse und Steuerung.
3. Kernrisiken bei Kraftfahrzeugflotten und die damit verbundenen Maßnahmenmöglichkeiten: Erörterung konkreter organisatorischer, personeller und technischer Ansätze zur Unfallprävention und Schadenverhütung in Fuhrparks.
4. Externe Unterstützung beim betrieblichen Risk-Management: Analyse der Beratungsdienstleistungen von Versicherern, der Rolle von Forschungsverbänden und Genossenschaften sowie staatlicher Förderungen zur Risikominimierung.
5. Schlussfolgerung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Hilfestellungen für Unternehmer und Ausblick auf künftige Entwicklungen im Bereich der Risikopolitik und Telematik.
Risk-Management, Kraftfahrzeugflotte, Schadenverhütung, Versicherungsbedingungen, Folgekosten, Schadenanalyse, Unfallprävention, Telematik, Fahrerassistenzsysteme, Risikokontrolle, Betriebskosten, Assekuranz, Unfallforschung, Sicherheitsgurt, Flottenmanagement
Die Arbeit behandelt die betrieblichen Risiken von Kraftfahrzeugflotten und zeigt auf, dass ein umfassender Versicherungsschutz nicht alle Kosten abdeckt und daher ein aktives Risk-Management notwendig ist.
Die zentralen Felder sind die Analyse von direkten und indirekten Kosten, die Identifikation von Kernrisiken und die Darstellung von Maßnahmen – organisatorisch, personell und technisch – zur Risikominimierung.
Das Ziel ist es, Fuhrparkinhabern Wege aufzuzeigen, wie sie durch gezieltes Risk-Management ihre Unfallfolgekosten senken und die Sicherheit ihrer Flotte erhöhen können.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literatur- und Dokumentenanalyse sowie eine Auswertung von Brancheninformationen, Risikokonzepten und gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Im Hauptteil werden sowohl die verschiedenen Risikoarten (direkt, indirekt, Reputationsrisiken) analysiert als auch konkrete Strategien vorgestellt, wie externe Unterstützung durch Versicherer und staatliche Programme genutzt werden kann.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Risk-Management, Schadenverhütung, Fahrerassistenzsysteme, Fuhrparkmanagement und Unfallfolgekosten charakterisieren.
Das Reputationsrisiko ist ein kritischer Faktor, da spektakuläre oder häufige Unfallereignisse das Vertrauen von Kunden nachhaltig schädigen können, was zu Auftragsverlusten führt.
Durch das flächendeckende Einsetzen von ESP bei Nutzfahrzeugen könnten laut Untersuchung erhebliche Anteile schwerer Unfälle mit Personenschaden verhindert oder in ihrer Schwere gemindert werden.
Staatliche Förderprogramme wie "De-minimis" bieten finanzielle Anreize für Unternehmer, um in Sicherheits- und Effizienzmaßnahmen zu investieren, die wiederum das Risk-Management im Betrieb fördern.
Der SMP ist ein auf mehrere Jahre angelegter Prozess, der durch kontinuierliche Risikoanalysen, Sofortmaßnahmen und Kontrollphasen die Schadenprävention nachhaltig in den Betriebsalltag integriert.
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