Bachelorarbeit, 2011
44 Seiten, Note: 1,50
1 Einleitung
2 Das Multinationale Unternehmen
3 Direktinvestitionen
3.1 Foreign Direct Investment (FDI)
3.2 Historischer Hintergrund von FDI
3.3 John Dunnings Eklektisches Paradigma
3.3.1 Überblick über andere Theorieansätze
3.3.2 Theoretische Grundlage des Eklektischen Paradigmas
3.3.2.1 Ownership Advantages
3.3.2.2 Locational Advantages
3.3.2.3 Internalisation Advantages
3.3.3 Dynamische Ansätze des Eklektischen Paradigmas
3.3.4 Kritische Würdigung des Eklektischen Paradigmas
4 Siemens und die Expansion der elektrischen Industrie
4.1 Die Anfänge und der Aufstieg auf den Weltmärkten
4.2 Das Auslandsengagement von Siemens ab 1880
4.2.1 Russland
4.2.2 Großbritannien
4.2.3 Österreich
4.2.4 China
4.2.5 Vereinigte Staaten von Amerika
4.2.6 Frankreich, Italien und Spanien
5 Die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF)
5.1 Die Expansion der BASF in die weite Welt
5.2 Auslandsdirektinvestitionen der BASF
5.2.1 Großbritannien
5.2.2 Russland
5.2.3 Frankreich
6 Die Deutsche Bank
6.1 Die Deutsche Bank und die Finanzierung des Außenhandels
6.2 Ausgewählte Auslandsengagements der Deutschen Bank
6.2.1 Großbritannien
6.2.2 China und Japan
6.2.3 Lateinamerika
6.2.4 Die Finanzierung des internationalen Eisenbahnbaus
6.2.5 Rumänien
7 Fazit
Diese Arbeit analysiert die Motive und Aktivitäten deutscher multinationaler Unternehmen (MNU) im Zeitraum von 1880 bis 1914 im Bereich der Direktinvestitionen. Ziel ist es, unter Anwendung des OLI-Paradigmas nach John Dunning zu begründen, ob diese Investitionen primär wirtschaftlichen Interessen folgten oder durch politische und rechtliche Rahmenbedingungen motiviert waren.
4.2.1 Russland
In Russland hatte Siemens & Halske bereits vor 1880 das Telegraphennetz im Zeitraum zwischen 1853 und 1855 unter der Ägide von Carl von Siemens gebaut. Dieses Netz erstreckte sich über 10 000 Kilometer von Finnland bis an die Krim und brachte Siemens lukrative Wartungsverträge seitens der russischen Regierung ein. Diese wurden „Remonte“ genannt. Nach mehrjähriger Tätigkeit in Großbritannien kehrte von Siemens 1880 nach Russland zurück, um die inzwischen aufgrund schlechter wirtschaftlicher Lage liquidierte St. Petersburger Zweiggesellschaft wieder in die Profitabilität zu führen.
Zuerst setzte er durch, dass Siemens & Halske St. Petersburg wieder den Status einer selbständig abrechnenden Gesellschaft der Berliner Zentrale wurde. Das Unternehmen wuchs rapide, sodass die Werkstatt bald ihre Kapazitätsgrenze erreichte und von Siemens 1881 die Produktion auf ein größeres Fabrikgelände im Stadtwesten verlegte. Die sich dadurch erhöhenden Ownership und Locational Advantages machten sich besonders bezahlt, als die russische Regierung 1883 die Importzölle für elektrotechnische Erzeugnisse drastisch erhöhte. So konnten kurzfristig Dynamomaschinen und Elektromotoren eigenständig weiterproduziert und der Marktanteil gegenüber den Wettbewerbern gesteigert werden. Durch die Eröffnung einer eigenen Kabelfabrik an der Newamündung im Juni 1882 profitierte Siemens zusätzlich von den daraus resultierenden Locational Advantages. Von Siemens verwies bei der Vergabe eines Großauftrages zur Legung eines Doppelkabels auf den „local content“ seiner Kabel und konnte sich gerade dadurch bei dem Auftrag im Wert von vier Mio. Mark gegen die englische Konkurrenz durchsetzen.
1 Einleitung: Definiert das Thema der Direktinvestitionen deutscher Unternehmen (MNU) im Zeitraum 1880-1914 und erläutert die methodische Herangehensweise anhand der ausgewählten Unternehmen Siemens, BASF und Deutsche Bank.
2 Das Multinationale Unternehmen: Erörtert verschiedene Definitionen multinationaler Unternehmen und deren Entstehung im Kontext der ersten Globalisierungswelle.
3 Direktinvestitionen: Definiert Direktinvestitionen, erläutert deren historischen Hintergrund und führt detailliert in John Dunnings Eklektisches Paradigma (OLI-Modell) ein.
4 Siemens und die Expansion der elektrischen Industrie: Analysiert die internationale Expansion von Siemens und die Anwendung der OLI-Vorteile in verschiedenen Weltregionen wie Russland, Großbritannien und China.
5 Die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF): Betrachtet die Strategie der BASF, bei der Direktinvestitionen primär der Umgehung von Patenten oder Zöllen dienten, mit Fokus auf die Standorte Großbritannien, Russland und Frankreich.
6 Die Deutsche Bank: Beschreibt die Rolle der Deutschen Bank als Finanzier deutscher Außenhandelsinteressen und ihre Expansion in Regionen wie Großbritannien, Ostasien und Lateinamerika.
7 Fazit: Fasst zusammen, dass die drei untersuchten Unternehmen ihre Direktinvestitionen sowohl aktiv aus Expansionsstrategien als auch defensiv aufgrund regulatorischer Eingriffe in den Zielmärkten tätigten.
Direktinvestitionen, MNU, OLI-Paradigma, John Dunning, Siemens, BASF, Deutsche Bank, Internationalisierung, Außenhandel, Industrialisierung, Globalisierung, Patentrecht, Schutzzölle, Unternehmertum
Die Arbeit untersucht die Aktivitäten deutscher multinationaler Unternehmen (MNU) im Bereich der Direktinvestitionen während des Zeitraums von 1880 bis 1914.
Die zentralen Themen sind die Internationalisierungsstrategien von Großunternehmen aus der Elektro- und Chemiebranche sowie dem Bankensektor unter Berücksichtigung ökonomischer und politischer Motive.
Das Ziel ist es, mittels des OLI-Paradigmas zu analysieren, welche Faktoren (wirtschaftlich, politisch, rechtlich) deutsche Firmen dazu bewegten, Kapital ins Ausland zu transferieren und dort eigene Zweiggesellschaften aufzubauen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Analyse von Sekundärliteratur zu Unternehmensgeschichten und wendet das von John Dunning entwickelte Eklektische Paradigma (OLI-Modell) zur Auswertung der Direktinvestitionen an.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Unternehmensgeschichten und Auslandsengagements von Siemens, BASF und der Deutschen Bank in verschiedenen Zielmärkten.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Direktinvestitionen, das OLI-Paradigma, multinationale Unternehmen (MNU), Internationalisierung sowie die spezifischen Einflussfaktoren wie Patente und Schutzzölle.
Während Siemens bei Siemens Brothers & Co. eine umfassende Produktion und lokale Präsenz aufbaute, nutzte die BASF ihre britischen Standorte oft defensiv, um durch das lokale Patentrecht auferlegte Produktionspflichten zu erfüllen, bei gleichzeitigem Fokus auf eine zentrale Produktion in Deutschland.
Politischer Druck durch das Deutsche Kaiserreich zwang die Deutsche Bank teilweise in Großprojekte wie die Bagdadbahn, obwohl diese aus rein wirtschaftlicher Sichtweise des Bankmanagements zeitweise als zu risikoreich und unrentabel eingestuft wurden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

