Bachelorarbeit, 2011
44 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Wirklichkeit und Realität
2.2 Medienzentrierter Ansatz
2.2.1 Kritische Medientheorien
2.2.2 Stimulus-Response-Modell
2.3 Rezipientenorientierter Ansatz
2.3.1 Uses and Gratification-Approach
2.3.2 Symbolischer Interaktionismus
2.4 Zwischenfazit
3. Serien und ihre Wirklichkeitskonstruktion
3.1 Fernseh-Geschichte
3.2 Fernsehserien
3.3 Wirklichkeit in Serien
3.3.1 Erzeugung von Wirklichkeit
3.3.2 Einfluss auf den Rezipienten
3.3.3 Wirklichkeitserzeugung durch Anschlusskommunikation
4. Parasoziale Interaktion mit Serienfiguren
4.1 Theoretische Grundlage
4.2 Interaktionssituation
4.2.1 Parasoziale Beziehung
4.2.2 Identifikation
4.3 Auswirkungen auf die Alltagswirklichkeit
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert den Einfluss von Fernsehserien auf die subjektive Wirklichkeitskonstruktion des Rezipienten. Dabei wird untersucht, wie Zuschauer durch aktive Mediennutzung und parasoziale Interaktion mit Serienfiguren eigene Wirklichkeitsbilder formen und ob sich Fernsehfiktionen in den Alltag integrieren lassen.
3.3.1 Erzeugung von Wirklichkeit
Im Folgenden wird aufgezeigt, wie Serien den Schein von Wirklichkeit erzeugen und inwieweit der Rezipient in der Lage ist, dies von seiner eigenen Wirklichkeit zu unterscheiden.
Voraussetzung für die Wirklichkeitskonstruktion in Serien ist, dass die Erzählweise und die Medialität der Serie nicht zum Ausdruck kommen. Dass es sich bei Serien nur um ein „Produkt einer Autorenphantasie“ handelt, es viele Voraussetzungen wie Drehbücher, Technik, Montage oder Schnitt gibt, muss unterdrückt werden, damit der Zuschauer den Eindruck gewinnt, dass die Serie den normalen Alltag und ein authentisches Bild der Realität widerspiegelt. So erscheint dem Rezipienten der Bildschirm als eine Art Fenster zur Serienwelt, was das Gefühl erzeugt, als würde sich die Geschichte im Moment der Rezeption tatsächlich ereignen.
Die besondere Ästhetik des Fernsehens, wie der Schnitt und die Geschwindigkeit, ist der Zuschauer gewöhnt und nimmt sie daher als natürlich wahr und nicht als konstruiert, was ebenfalls dazu führt, dass die Serienhandlung als realistisch empfunden wird. Andere ästhetische Mittel wie Bildhaftigkeit und rhythmische Sequenzen prägen sich als ästhetische Gesetze in die Wirklichkeit der Rezipienten ein und beeinflussen damit auch, wie er Dinge außerhalb der Fernsehwelt interpretiert.
Der Schein von Wirklichkeit wird in Serien auch durch Zitate und Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen oder politischen Themen unterstützt. Wenn beispielsweise in der LINDENSTRAßE Zitate der aktuellen Bundestagswahl genannt werden, stellt der Zuschauer einen Bezug zu seiner eigenen Wirklichkeit her, da er diese Themen auch aus seinem Alltag oder anderen Medien kennt. In Serien werden daher oft aktuelle politische und soziale Konflikte thematisiert, beispielsweise Rechtsradikalismus oder Kriege, zu denen Stellung genommen wird. Das wiederum hilft dem Rezipienten, sich darüber bewusst zu werden, wie er zu einem Thema steht und welche Meinung gesellschaftlich anerkannt und sozial verträglich ist.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Fernsehens für die Wahrnehmung ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Wirklichkeitskonstruktion durch Fernsehserien.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die medienzentrierten sowie die rezipientenorientierten Ansätze dargelegt, wobei insbesondere der symbolische Interaktionismus zur Erklärung menschlicher Wirklichkeitsbildung dient.
3. Serien und ihre Wirklichkeitskonstruktion: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Fernsehserien durch spezifische Erzählweisen und Medialität Wirklichkeitsangebote schaffen, die der Rezipient aktiv in sein Leben integriert.
4. Parasoziale Interaktion mit Serienfiguren: Es wird analysiert, wie Zuschauer durch parasoziale Interaktion und Identifikation emotionale Bindungen zu Serienfiguren aufbauen und diese für die eigene Identitätsbildung nutzen.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Fernsehserien als integraler Bestandteil des Alltags fungieren, wobei die Wirklichkeitskonstruktion primär ein individueller, aktiver Prozess des Rezipienten bleibt.
Wirklichkeitskonstruktion, Fernsehen, Fernsehserien, Rezipient, Medienwirkung, parasoziale Interaktion, Identifikation, Alltagswirklichkeit, symbolischer Interaktionismus, Anschlusskommunikation, Medienrezeption, soziale Konstruktion, Rollenidentifikation.
Die Arbeit untersucht, wie das Medium Fernsehen und insbesondere Fernsehserien zur Konstruktion der subjektiven Wirklichkeit der Zuschauer beitragen.
Die Themen umfassen die Medienwirkungsforschung, die medienzentrierte versus rezipientenorientierte Betrachtung, die Bedeutung von Serien für den Alltag sowie parasoziale Interaktionen.
Das Ziel ist herauszuarbeiten, wie Rezipienten durch das Fernsehen ihre subjektive Wirklichkeit aktiv gestalten und welche Rolle dabei die Bindung an fiktive Serienfiguren spielt.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit medienwissenschaftlichen Konzepten, insbesondere dem symbolischen Interaktionismus und dem Uses and Gratification-Approach.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Analyse der Serienmerkmale zur Wirklichkeitserzeugung sowie eine detaillierte Untersuchung der parasozialen Interaktion und Identifikation.
Wichtige Begriffe sind Wirklichkeitskonstruktion, parasoziale Interaktion, Identifikation, Serienrezeption und Alltagswirklichkeit.
Er dient als theoretisches Fundament, um zu erklären, dass Wirklichkeit kein objektives Gegebenes ist, sondern durch soziale Interaktion und die Zuweisung von Bedeutung (auch durch Medieninhalte) konstruiert wird.
Während eine echte soziale Beziehung wechselseitig und unmittelbar ist, bleibt die parasoziale Beziehung einseitig durch den Rezipienten konstituiert, wobei die Serienfigur die Interaktion nicht erwidern kann.
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