Masterarbeit, 2010
93 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG
2 STAND DER FORSCHUNG
2. 1 SPIELTHEORETISCHE ANSÄTZE
2. 2 THEORIEN POLITISCHER DENKSCHULEN
2. 3 PRAKTIKER-VERFAHREN
3 THEORETISCHER RAHMEN
3. 1 VORSTELLUNG DES THEORETISCHEN ANSATZES
3. 1. 1Schlüsselbegriffe
3. 1. 2 Faktoren
3. 1. 3 Phasen
3. 2 KRITIK
4 DER VERHANDLUNGSPROZESS ZWISCHEN DER VR CHINA UND TAIWAN
4. 1 ERSTE UNTERSUCHUNGSPHASE: 1991 – 1995
4. 1. 1 Die Ausgangsposition Taiwans
4. 1. 2 Die Ausgangsposition der VR China
4. 1. 3 Die Beijing-Gespräche
4. 1. 4 Der Konsens von 1992
4. 1. 5 Die Wang-Koo-Gespräche
4. 1. 6 Die „Acht Punkte“ Jiang Zemins und die „Sechs Punkte“ Lee Teng-huis
4. 1. 7 Fazit
4. 2 ZWEITE UNTERSUCHUNGSPHASE: 1998 – 1999
4. 2. 1 Die Ausgangsposition Taiwans
4. 2. 2 Die Ausgangsposition der VR China
4. 2. 3 Die zweiten Wang-Koo-Gespräche
4. 2. 4 Fazit
4. 3 DRITTE UNTERSUCHUNGSPHASE: 2008 – HEUTE
4. 3. 1 Die Ausgangsposition Taiwans
4. 3. 2 Die Ausgangsposition der VR China
4. 3. 3Die Chen-Chiang-Gespräche
4. 3. 4 Fazit
5 ZUSAMMENFASSUNG
Die vorliegende Arbeit analysiert den Verhandlungsprozess zwischen der VR China und Taiwan im Zeitraum von 1991 bis 2010. Dabei wird untersucht, inwieweit die bisherigen Verhandlungsabläufe und -ergebnisse zu einer Veränderung der Ausgangspositionen beider Akteure geführt haben und ob Anzeichen für eine kognitive Evolution oder Lernprozesse im Verhandlungsverhalten erkennbar sind.
3.1.1 Schlüsselbegriffe
Der erste wichtige Schlüsselbegriff in Rangarajans Theorie ist die Unzufriedenheit. Zum einen ist sie der Auslöser von Verhandlungen, denn Staaten nehmen diese auf, um die unter ihnen bestehende Unzufriedenheit zu überwinden. Zweitens stellt sie eine Erweiterung des Nutzenkonzepts dar und eignet sich somit besser zur Beschreibung und Analyse von Verhandlungsprozessen als nutzendominierte Theorien wie z. B. die Spieltheorie oder wirtschaftswissenschaftlich dominierte Ansätze.
Wenn die Verhandlungsparteien der Auffassung sind, dass die Erzielung eines Übereinkommens ihnen einen höheren Nutzen bringt, als der Wettbewerb zwischen ihnen, so wird die Durchführung einer integrativen Verhandlung wahrscheinlicher. Deren wichtigstes Merkmal ist die Annahme, dass nach einem erfolgreichem Abschluss alle Verhandlungsparteien besser gestellt sein werden, als vorher. Dies bedeutet jedoch, dass keine der Parteien den Verhandlungsprozess als ein Null–Summen–Spiel betrachten darf.
Lewicki, Barry und Saunders definieren drei Arten von gemeinsamen Zielen, welche die Entwicklung solcher Verhandlungen begünstigen oder gar auslösen können: erstens, sind identische Ziele (common goals) vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sie von allen potenziellen Verhandlungsparteien in gleichem Maße geteilt oder verfolgt werden; zweitens, wird der erzielte Nutzen bei der Erreichung geteilter Ziele (shared goals) in irgendeiner, von den Verhandlungsparteien als angemessen betrachtete Form unter ihnen aufgeteilt; drittens, führt die Verfolgung eines integrativen Ziels (joint goals) zur Zusammenschließung einzelner Verhandlungsparteien mit an sich unterschiedlichen Zielen, die sich aber durch ihre Zusammenarbeit schneller oder leichter erreichen lassen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die komplexe Problematik der Beziehungen zwischen der VR China und Taiwan sowie Darlegung der erkenntnisleitenden Fragestellung und des methodischen Vorgehens.
2 STAND DER FORSCHUNG: Überblick über theoretische Ansätze zur Konfliktbearbeitung und Verhandlungstheorie, unterteilt in spieltheoretische Ansätze, Denkschulen und Praktiker-Verfahren.
3 THEORETISCHER RAHMEN: Systematische Vorstellung des angewandten theoretischen Ansatzes von Rangarajan, inklusive der Definition zentraler Schlüsselbegriffe und relevanter Faktoren wie Wahrnehmung und Umwelt.
4 DER VERHANDLUNGSPROZESS ZWISCHEN DER VR CHINA UND TAIWAN: Detaillierte Analyse der drei Untersuchungsphasen unter Anwendung des theoretischen Rahmens zur Aufarbeitung der Verhandlungsergebnisse und Ausgangspositionen.
5 ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Forschungsergebnisse und Fazit bezüglich der Frage nach einer kognitiven Evolution oder dauerhaften Lernprozessen im sino-taiwanischen Verhandlungsprozess.
VR China, Taiwan, Verhandlungsprozess, Rangarajan, Konsens von 1992, Ein-China-Prinzip, integrative Verhandlungen, kognitive Evolution, asymmetrische Verhandlungen, Wang-Koo-Gespräche, Chen-Chiang-Gespräche, internationale Beziehungen, Konfliktbearbeitung, Außenpolitik, Taiwan-Straße.
Die Arbeit untersucht das komplexe und angespannte Verhältnis zwischen der Volksrepublik China und Taiwan und analysiert, wie sich der Verhandlungsprozess zwischen diesen beiden Akteuren im Zeitraum von 1991 bis 2010 gestaltet hat.
Im Zentrum stehen die politischen und wirtschaftlichen Interaktionen, die Verhandlungsstrategien beider Seiten, der Einfluss der jeweiligen innenpolitischen Lage sowie die Rolle internationaler Akteure wie der USA.
Das Hauptziel ist es zu klären, ob sich die Ausgangspositionen der Kontrahenten durch die Verhandlungsrunden so verändert haben, dass man von einem Prozess der kognitiven Evolution oder einem nachhaltigen Lernprozess sprechen kann.
Die Arbeit nutzt als theoretisches Gerüst primär die Verhandlungstheorie von Rangarajan, welche durch Ansätze der Spieltheorie sowie konstruktivistische Theorien der internationalen Beziehungen ergänzt und kritisch reflektiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in drei historische Phasen (1991–1995, 1998–1999, 2008–heute), in denen die jeweiligen Ausgangspositionen, die Verhandlungsverläufe und die Ergebnisse, wie etwa der Konsens von 1992, detailliert nachgezeichnet werden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie sino-taiwanische Beziehungen, Konfliktbearbeitung, asymmetrische Verhandlungen, Ein-China-Prinzip und institutionelle Kommunikation.
Während die erste Phase (1991–1995) von den ersten Schritten zur Institutionalisierung und dem Finden einer gemeinsamen Gesprächsbasis geprägt war, zeichnet sich die dritte Phase (ab 2008) durch eine hohe Interaktionsdichte und eine pragmatisch-wirtschaftsorientierte Kooperation aus.
Der Autor ordnet die von Lee Teng-hui formulierte Theorie als einen Versuch ein, den Status Taiwans gegenüber der VR China aufzuwerten, was jedoch seitens Beijings als inakzeptabler Versuch der Abspaltung gewertet und zum Anlass für Verhandlungsunterbrechungen genommen wurde.
Es bezeichnet in der Theorie von Rangarajan jenen Teil der Unzufriedenheit, der trotz erfolgreich abgeschlossener Verhandlungen bestehen bleibt und somit automatisch zum Gegenstand zukünftiger Verhandlungen wird.
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