Masterarbeit, 2009
89 Seiten, Note: 2,0
Vorwort
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
2 Die europäische Zentralbank
2.1 Ziele der EZB
2.2 Zwischenziele der EZB
3 Geldpolitik
3.1 Vor- und Nachteile einer auf Preisniveaustabilität ausgerichteten Geldpolitik
3.2 Vier Ebenen der Geldpolitik
3.2.1 Instrumentenebene
3.2.2 Operative Ebene
3.2.3 Indikatoren- Zwischenzielebene
3.2.4 Endzielebene
3.3 Wirtschaftskreislauf, warum ist Geld Wichtig
3.4 Prozess der Geldschöpfung
4 Der Transmissionsmechanismus
4.1 Was ist der Transmissionsmechanismus
4.2 Monetäre Wirkungskanäle
4.2.1 IS-LM Modell
4.2.2 Zinskanal
4.2.3 Kreditkanal
4.2.4 Bankenkanal
4.3 Instrumente der EZB
4.3.1 Offenmarktgeschäfte
4.4 Ständige Fazilitäten
4.4.1 Spitzenrefinanzierungsfazilität
4.4.2 Einlagenfazilität
4.5 Mindestreserve
4.6 Tenderverfahren
4.6.1 Standardtender
4.6.2 Schnelltender
4.6.3 Zinstender
4.6.4 Mengentender
4.7 Notenbankfähige Sicherheiten
4.8 Transmission in Krisenzeiten
4.8.1 Geldpolitische Maßnahmen zur Stärkung des Finanzmarktes
4.8.2 Quantitative Lockerung
5 Warum eine Zentralbank
5.1 Lender of last Resort
5.2 Clearing durch die Zentralbanken
6 Vergleich EZB vs. Federal Reserve Bank (USA)
6.1 Instrumente des Federal Reserve Systeme im Vergleich zur EZB
6.2 Maßnahmen des FED in der Krise
7 Conclusio
Diese Arbeit untersucht die geldpolitischen Instrumente des Eurosystems sowie deren Wirksamkeit und Grenzen in wirtschaftlich normalen Zeiten und während der Finanzkrise. Ein zentraler Fokus liegt auf der Frage, inwieweit die Geldpolitik durch ihre Maßnahmen private Haushalte erreichen und in Krisenzeiten unterstützen kann, sowie auf einem Vergleich mit den Maßnahmen der US-Notenbank Federal Reserve.
4.2.2 Zinskanal
Mit diesem Wirkungskanal überträgt die Zentralbank ihre geldpolitischen Entscheidungen auf direktem Wege über die Steuerung der Geldmarktzinsen, auf die Realwirtschaft.63
Diesem monetären Wirkungskanal kommt in der Übertragung geldpolitischer Impulse auf die Realwirtschaft eine sehr bedeutende Rolle zu. Wird zum Beispiel der kurzfristige Zinssatz herangezogen, so kann dieser sehr gut als Referenzgröße für den Refinanzierungssatz der Notenbank herangezogen werden. „Der langfristige Zinssatz hingegen spiegelt sehr unterschiedliche Faktoren wieder, man kann ihn aber zumindest als Näherungsgröße für die um die Inflationserwartung ergänzte Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals heranziehen.“ 64
Liegt eine Gefährdung des Zieles der Preisstabilität vor, könnte die Zentralbank mit einer angemessenen Reduktion der Geldbasis die realwirtschaftliche Nachfrage senken. Der Transmissionsmechanismus würde dann dadurch ausgelöst, dass auslaufende Repo- Geschäfte der Zentralbank nicht im vollen Umfang neu aufgelegt werden und es käme es zu einer Verknappung der Liquidität am Bankensektor, was bei einer unveränderter Nachfrage nach kurzfristigen Interbankkrediten zu einem Anstieg der Geldmarktzinsen führen würde.
Durch die engen Substitutionsbeziehungen zwischen den Finanzmärkten und einzelnen Fristigkeiten käme es zu einem Anstieg der langfristigen Zinsen. Dadurch würden auch die Investitionsdarlehen teurer, was wiederum dazu führen würde, dass nur noch Projekte mit entsprechend höheren Erträgen realisiert werden. Bei einem höheren Zinsniveau nähme somit die gesamtwirtschaftliche Investitionsnachfrage ab, womit, bei gleichbleibender Güternachfrage, Druck auf das Preisniveau ausgeübt würde und das monetäre Ziel erreicht wäre.
Gestiegene Zinsen bei Konsumkrediten stellten eine höhere periodische Belastung der privaten Haushalte dar, was bei gegebenen Einkommen die Verschuldung unattraktiver machen würde. Dadurch könnte die gesamtwirtschaftliche Konsumnachfrage reduziert und somit auch der drohende Preisanstieg behindert werden. 65
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung der Finanzkrise durch die US-Immobilien- und Hypothekenblase und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die geldpolitischen Möglichkeiten und Grenzen der Zentralbank zu analysieren.
2 Die europäische Zentralbank: Dieses Kapitel erläutert die Gründung, Aufgaben, Unabhängigkeit und die Ziele der EZB, mit besonderem Fokus auf die Preisstabilität.
3 Geldpolitik: Hier werden die Grundlagen der Geldpolitik, die Bedeutung der Preisniveaustabilität, der Wirtschaftskreislauf sowie der Prozess der Geldschöpfung detailliert beschrieben.
4 Der Transmissionsmechanismus: Das Hauptkapitel analysiert die Kanäle, über die geldpolitische Impulse die Wirtschaft beeinflussen, einschließlich des IS-LM-Modells, des Zins- und Kreditkanals sowie der konkreten Instrumente und Krisenmaßnahmen der EZB.
5 Warum eine Zentralbank: Es werden theoretische Begründungen für die Existenz staatlicher Zentralbanken diskutiert und die Rollen als "Lender of last Resort" sowie als Clearingstelle für Banken erörtert.
6 Vergleich EZB vs. Federal Reserve Bank (USA): Dieses Kapitel stellt die geldpolitischen Systeme der EZB und des US-amerikanischen FED gegenüber und analysiert deren unterschiedliche Instrumente und Maßnahmen während der Krise.
7 Conclusio: Die Conclusio fasst die aktuellen Einschätzungen der EZB zur Preisentwicklung sowie zur wirtschaftlichen Situation der Haushalte und Unternehmen im Jahr 2009 zusammen.
Geldpolitik, Europäische Zentralbank, Finanzkrise, Transmissionsmechanismus, Preisstabilität, Geldschöpfung, Leitzinsen, Refinanzierung, Liquidität, Kreditkanal, Zinskanal, IS-LM-Modell, Federal Reserve, Konjunktur, Wirtschaftswachstum
Die Arbeit analysiert die geldpolitischen Möglichkeiten des Eurosystems und deren Wirksamkeit, insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzkrise ab 2007/2008.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der EZB, die Funktionsweise des geldpolitischen Transmissionsmechanismus, die Geldschöpfung sowie einen Vergleich der Strategien von EZB und Federal Reserve.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Zentralbank mit ihren Instrumenten geld- und wirtschaftspolitisch agieren kann, wo ihre Grenzen liegen und ob sie mit ihren Maßnahmen private Haushalte effektiv unterstützen kann.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch makroökonomische Modelle (wie das IS-LM-Modell) und eine empirische Analyse anhand aktueller Daten, Berichte und Projektionen der EZB sowie anderer Finanzinstitute.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen monetären Wirkungskanälen (Zins-, Kredit- und Bankenkanal), den Instrumenten der EZB und deren Anpassungen während der Krisenzeit.
Schlüsselbegriffe sind Transmissionsmechanismus, Preisstabilität, Geldmengensteuerung, Finanzmarktkrise, Quantitative Lockerung und Unabhängigkeit der Zentralbank.
Die Arbeit beleuchtet Unterschiede in der Ausgestaltung und Verzinsung der Mindestreserve, da diese in den USA zu massiven Ausweichreaktionen führte, was die Stabilisierungsfunktion der Notenbank beeinflusste.
Während einige Marktbeobachter die Maßnahmen des FED als "Quantitative Lockerung" bezeichneten, betonte die US-Notenbank, es handele sich um eine Art Krediterleichterung, eine Sichtweise, die auch von der EZB in Bezug auf eigene Maßnahmen geteilt wurde.
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