Bachelorarbeit, 2008
57 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Entstehung des indonesischen Militärs
2.1. Der Unabhängigkeitskampf
2.2. Die Dwifungsi-Doktrin als ideologische Grundlage
2.3. Der Weg zur sozio-politischen Vorherrschaft
3. Das Militär auf dem Weg zur wirtschaftlichen Vorherrschaft – Die Orde Lama
3.1. Politische Rahmenbedingungen
3.2. Wirtschaftliche Akteure
3.3. Selbstständige Budgetallokation als Notlösung
3.4. Militärangehörige als staatliche Geldverwalter
3.5. Das Kriegsrecht als Türöffner für den formellen Wirtschaftssektor
3.6. Die Volkswirtschaftliche Situation am Ende der Orde Lama
4. Das Militär als wichtigster wirtschaftlicher Akteur – Die Orde Baru
4.1. Politische Rahmenbedingungen
4.2. Wirtschaftliche Akteure
4.3. Die Finanzierung der Streitkräfte außerhalb des Haushaltes
4.4. Ausländisches Kapital als Arbeitsplatzvernichter
4.5. Suhartos Bruch mit dem Militär
4.6. Schwankende Ölpreise und wirtschaftliche Reformen in den 1980ern
4.7. Der Weg in die Asienkrise und die Konsequenzen
5. Fallstudien
5.1. Pertamina
5.2. Bulog
6. Schluss
Diese Arbeit untersucht die ökonomische Involvierung des indonesischen Militärs von der Gründung der Republik bis zum Ende der Ära Suharto. Im Zentrum steht die Frage, welche politischen Rahmenbedingungen und ideologischen Grundlagen – insbesondere die Dwifungsi-Doktrin – es dem Militär ermöglichten, eine dominante wirtschaftliche Rolle einzunehmen und welche Faktoren letztlich zum Zusammenbruch dieses Systems und dem Abstieg der sogenannten „Wirtschaftsoffiziere“ führten.
3.3. Selbstständige Budgetallokation als Notlösung
Bereits Anfang der 1950er Jahre waren einige Offiziere in kleinere Unternehmungen im wirtschaftlichen Sektor involviert. Dieser Trend verstärkte sich nun insbesondere auf den Außeninseln fernab der Kontrolle der Zentralregierung. Die ursprüngliche Motivation für wirtschaftliche Tätigkeiten von Armeeangehörigen leitete sich aus der Notwendigkeit ab, ihr Budget aufzustocken, um die Einheiten funktionsfähig zu halten und die Loyalität der Soldaten gegenüber ihren Kommandeuren zu gewährleisten. Die Regierung war zu dieser Zeit nicht im Ansatz dazu in der Lage, der Armee ausreichend Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Anfangs beschränkten sich solche Tätigkeiten in exportorientierten Gebieten wie Nord-Sumatra oder Nord-Sulawesi hauptsächlich auf Schmuggel. In anderen Regionen wurden Abmachungen mit häufig chinesisch stämmigen Geschäftsleuten getroffen, welche sich der Unterstützung der lokalen Militäreinheit vergewissern wollten, um eine gewisse Geschäftssicherheit erzielen zu können. Durch die Verhängung landesweiten Kriegsrechts weitete sich die Rolle des Militärs innerhalb der Wirtschaft dramatisch aus.
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur wirtschaftlichen Involvierung des indonesischen Militärs vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Sturz Suhartos.
2. Die Entstehung des indonesischen Militärs: Analyse der Ursprünge der Streitkräfte im Unabhängigkeitskampf und der Entwicklung der Dwifungsi-Doktrin als sozio-politische Basis.
3. Das Militär auf dem Weg zur wirtschaftlichen Vorherrschaft – Die Orde Lama: Darstellung der frühen ökonomischen Aktivitäten unter Sukarno, begünstigt durch das Kriegsrecht.
4. Das Militär als wichtigster wirtschaftlicher Akteur – Die Orde Baru: Untersuchung der Institutionalisierung der militärischen Wirtschaftsmacht und des Verhältnisses zu Technokraten und Suhartos Günstlingen.
5. Fallstudien: Konkrete Analyse der staatlichen Institutionen Pertamina und Bulog als zentrale Instrumente der militärischen Finanzierung.
6. Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung vom Aufstieg bis zum Zusammenbruch der wirtschaftlichen Vormachtstellung des Militärs durch die Asienkrise.
Indonesien, Militär, Wirtschaftsoffiziere, Dwifungsi, Suharto, Orde Baru, Orde Lama, Pertamina, Bulog, Korruption, Technokraten, Asienkrise, Patronage, Staatsbetriebe, Militärökonomie
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der wirtschaftlichen Beteiligung des indonesischen Militärs, von den Anfängen als Notlösung während der Republikgründung bis hin zu dessen systematischer Ausdehnung und Dominanz unter dem Suharto-Regime.
Die zentralen Themen umfassen die ideologische Begründung der Militärrolle durch die Dwifungsi-Doktrin, die Nutzung staatlicher Unternehmen zur Budgetallokation außerhalb des Haushaltes und das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Entwicklung und systemischer Korruption.
Das Hauptziel ist es zu verstehen, wie und warum sich das Militär eine wirtschaftliche Vormachtstellung erarbeitete, welche Rahmenbedingungen dies begünstigten und warum die Asienkrise 1997 den entscheidenden Auslöser für den Zusammenbruch dieses Systems darstellte.
Es handelt sich um eine historisch-politologische Analyse, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung von Fallbeispielen basiert, um die sozio-politische Dynamik Indonesiens in dem gewählten Zeitraum zu erklären.
Der Hauptteil gliedert sich in die zwei Ären Orde Lama und Orde Baru, wobei der Fokus auf dem Wechselspiel zwischen politischer Machtkonsolidierung, der Rolle von Technokraten gegenüber wirtschaftlichen Nationalisten und den konkreten Geschäftsaktivitäten des Militärs liegt.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie indonesisches Militär, Dwifungsi-Doktrin, Suharto-Regime, Pertamina, Korruption und wirtschaftliche Transformation charakterisieren.
Pertamina fungierte als eine der wichtigsten Geldquellen des Militärs, die unter dem Deckmantel der strategischen Bedeutung weitgehend unabhängig von staatlicher Kontrolle operierte und maßgeblich zur Finanzierung von Militärausgaben außerhalb des offiziellen Staatshaushaltes beitrug.
Der Autor argumentiert, dass die Krise die ultimative Legitimationsgrundlage des Regimes – den wirtschaftlichen Fortschritt – vernichtete und Suharto, dessen System auf Patronage beruhte, in der Krisensituation jeglichen Handlungsspielraum entzog.
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