Bachelorarbeit, 2011
49 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Einflussfaktoren bei der Erstellung von Geschichtslehrbüchern sowie deren Funktion im Unterricht
2. Die Genese von Geschichtsbewusstsein
3. Lehrbuchanalyse
3.1. Das Verfahren der Lehrbuchanalyse
3.1.1 Lehrbuchanalyse am Beispiel Anno 4 Gymnasium Sachsen (Klassenstufe 8, Sekundarstufe I)
3.1.2 Lehrbuchanalyse am Beispiel Zeiten und Menschen 2 Gymnasium Nordrhein-Westfalen (Klasse 7, Sekundarstufe I)
4. Perspektivübernahme im Geschichtslehrbuch – ein Vergleich zwischen Sachsen und Nordrhein-Westfalen
Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Ausbildung des Geschichtsbewusstseins in aktuellen Geschichtslehrbüchern, wobei der Fokus gezielt auf der Fähigkeit zur Perspektivübernahme liegt. Anhand eines Vergleichs der Lehrwerke "Anno 4" (Sachsen) und "Zeiten und Menschen 2" (Nordrhein-Westfalen) wird analysiert, inwiefern die Lehrbücher diese Kompetenz fördern und welche Defizite in der Gestaltung oder Aufgabenstellung die Ausbildung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins behindern.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Ausbildung des Geschichtsbewusstseins in Geschichtslehrbüchern, unter besonderer Berücksichtigung der Perspektivübernahme.
Im direkten Vergleich der beiden Bundesländer Sachsen und Nordrhein-Westfalen soll untersucht werden, inwieweit die Lehrbücher Perspektivübernahmen fördern und somit zur Ausbildung von Geschichtsbewusstsein beitragen können. Dafür wurde aus jedem Bundesland exemplarisch ein Lehrwerk ausgesucht, aus welchen jeweils drei Themenbereiche frei ausgewählt und zum Vergleich herangezogen werden.
Für das Land Sachsen handelt es sich um das Lehrbuch „Anno 4“ (Klasse 8, Sekundarstufe I), im Westermannverlag 2006 herausgegeben. Für Nordrhein-Westfalen ist es das Lehrwerk „Zeiten und Menschen 2“ (Klasse 7, Sekundarstufe I), im Schöningh Verlag 2008 veröffentlicht. Da in Nordrhein-Westfalen nach dem neuen G8 Lehrplan der Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe I nur in den Klassenstufen fünf, sieben und neun erteilt wird, ergeben sich die verschiedenen Klassenstufen der ausgewählten Lehrbücher. So wies ein Lehrbuch aus der Klassenstufe acht in Sachsen die größten inhaltlichen Schnittmengen mit den Inhalten der Klassenstufe sieben in Nordrhein-Westfalen auf. Der Fokus der Untersuchung ist bewusst auf diese Altersstufe gerichtet, da diese in der Forschung (besonders in der Entwicklungspsychologie) oftmals vernachlässigt wird.
Da sich das Konstrukt des Geschichtsbewusstsein aus verschiedenen Komponenten und Einflussfaktoren zusammensetzt, kann in dieser Arbeit nur auf einen Faktor des Geschichtsbewusstseins eingegangen werden. Ausgewählt wurde hierfür die Perspektivübernahme, welche von führenden Geschichtsdidaktikern (z. B. BERGMANN und BORRIES) als ein elementares Ziel für den Geschichtsunterricht angesehen wird. Aufgrund der Tatsache, dass für die folgende Untersuchung jeweils nur ein Lehrwerk aus beiden Bundesländern Berücksichtigung finden kann und nur ein Teil des Geschichtsbewusstseins untersucht wird, sind die hier getroffenen Aussagen nicht der als allgemeingültig zu verstehen.
Einleitung: Diese Einführung erläutert die historische Entwicklung des Schulbuchs als Medium und begründet die Relevanz der Untersuchung des Geschichtsbewusstseins.
1. Einflussfaktoren bei der Erstellung von Geschichtslehrbüchern sowie deren Funktion im Unterricht: Dieses Kapitel analysiert die Rolle des Schulbuchs im modernen Unterricht und beleuchtet die institutionellen sowie ökonomischen Rahmenbedingungen seiner Entstehung.
2. Die Genese von Geschichtsbewusstsein: Hier werden theoretische Grundlagen des Geschichtsbewusstseins diskutiert und das Konstrukt der Perspektivübernahme in den fachdidaktischen Diskurs eingeordnet.
3. Lehrbuchanalyse: Dieses Kapitel legt die Kriterien einer fachgerechten Analyse fest und wendet diese auf die beiden ausgewählten Lehrwerke "Anno 4" und "Zeiten und Menschen 2" an.
4. Perspektivübernahme im Geschichtslehrbuch – ein Vergleich zwischen Sachsen und Nordrhein-Westfalen: Der Vergleich der beiden Lehrwerke fokussiert auf deren Eignung zur Förderung der Perspektivübernahme anhand spezifischer Aufgabenbeispiele.
Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit zur aktuellen Forschungssituation sowie Ausblick auf notwendige Verbesserungen in zukünftigen Lehrbuchgenerationen.
Geschichtsbewusstsein, Perspektivübernahme, Geschichtslehrbuch, Schulbuchanalyse, Geschichtsdidaktik, Multiperspektivität, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Bildquellen, Unterrichtsmedium, historisches Denken, Genderaspekte, Anno 4, Zeiten und Menschen 2, Lernpsychologie.
Die Arbeit analysiert die Rolle von Geschichtslehrbüchern bei der Ausbildung von Geschichtsbewusstsein, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Fähigkeit zur Perspektivübernahme bei Schülerinnen und Schülern.
Zu den Themenfeldern gehören die mediale Funktion von Schulbüchern, die theoretische Genese von Geschichtsbewusstsein, die methodische Analyse von Lehrwerken sowie der direkte Vergleich zwischen den Bundesländern Sachsen und Nordrhein-Westfalen.
Das Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit die gewählten Geschichtslehrbücher das Lernziel der Perspektivübernahme fördern und ob die Gestaltung der Bücher (Layout, Aufgaben, Quellen) diesen Prozess unterstützt oder behindert.
Es wird eine strukturierte Lehrbuchanalyse nach Kriterien von Scholle und Böhme durchgeführt, ergänzt durch einen vergleichenden Ansatz der untersuchten Lehrwerke anhand ausgewählter Themenbereiche.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Geschichtsbewusstseins und eine detaillierte Analyse der Lehrwerke „Anno 4“ und „Zeiten und Menschen 2“ hinsichtlich formaler und inhaltlicher Kriterien.
Zentrale Begriffe sind Geschichtsbewusstsein, Perspektivübernahme, Multiperspektivität, Schulbuchanalyse und die didaktische Anforderungsqualität von Lehrwerk-Aufgaben.
Der Autor wählte diese Bundesländer aus, um exemplarisch zwei unterschiedliche schülerseitige Voraussetzungen und Lehrplankontexte (G8-Struktur in NRW vs. durchgängiger Unterricht in Sachsen) gegenüberzustellen.
Beide Lehrwerke weisen erhebliche Defizite auf. Während „Zeiten und Menschen 2“ methodisch durch Rollenspiele punktet, mangelt es in beiden Werken massiv an einer weiblichen Perspektive, was eine vollständige Perspektivübernahme verhindert.
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