Fachbuch, 2011
176 Seiten
Vorwort
Die Zeit der Unruhestifter
Die Urnenfelder-Kultur von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr.
Das Buch bietet einen detaillierten Einblick in die Urnenfelder-Kultur, eine bedeutende Epoche der europäischen Spätbronzezeit, und beleuchtet die Lebensweise, die soziale Struktur sowie die technologischen und kulturellen Errungenschaften der damaligen Bevölkerung.
Die Zeit der Unruhestifter
Nach Ansicht der meisten Prähistoriker war die Urnenfelder-Zeit ein unruhiger Abschnitt der Urgeschichte. Damals setzten vermutlich in vielen Gebieten Europas große Völkerwanderungen ein, die vielleicht im mittleren Donauraum ihren Ausgang nahmen. Sie erreichten wahrscheinlich nicht nur Süddeutschland, sondern auch den Balkan und die östliche Mittelmeerregion. Sogar die Ägypter mußten sich der Eindringlinge mit Waffengewalt erwehren.
Ihre Ursache hatten die großen Wanderungen der Unruhestifter womöglich in einer erheblichen Bevölkerungszunahme, deren Folgen durch ein ungünstiges trockenes Klima verstärkt wurden. Ein weiteres Motiv könnte das Interesse von Anführern der betroffenen Gemeinschaften an Kriegszügen gewesen sein, die bei erfolgreichem Verlauf sowohl Beute als auch Ansehen mehrten. Diese Kriegszüge nun bewirkten vermutlich Ausweichbewegungen jener Stämme, in deren Gebiete die Eroberer zuerst eindrangen.
Es gab aber auch Experten, die derartige Wanderungen bezweifelten. Der Freiburger Prähistoriker Georg Kraft (1894–1944) beispielsweise schloss 1927 nach der Untersuchung süddeutscher Urnenfelder aus, dass eine große Kulturbewegung von Osten nach Westen stattgefunden habe. Im Gegensatz dazu vertrat 1938 der österreichische Prähistoriker Richard Pittioni (1906–1985) die Ansicht, in der Lausitz zwischen Sachsen, Brandenburg und Schlesien habe im 13. Jahrhundert v. Chr. eine große Abwanderung eingesetzt. Aus der Begegnung der wandernden Gruppen mit den älteren einheimischen Kulturen in verschiedenen Teilen Europas seien als Folge lokale Urnenfelder-Gruppen entstanden, die sich im 12. und 11. Jahrhundert v. Chr. über fast den gesamten Kontinent verbreitet hätten.
Vorwort: Einleitende Worte zur geographischen Verbreitung und zum thematischen Fokus der Untersuchung der Urnenfelder-Kultur durch den Autor.
Die Zeit der Unruhestifter: Dieses Kapitel beschreibt die historischen Hintergründe, die Bedeutung des Begriffs der Urnenfelder-Kultur sowie die Theorien zu Völkerwanderungen und sozialen Veränderungen während der Spätbronzezeit.
Urnenfelder-Kultur, Spätbronzezeit, Siedlungswesen, Bronzeguss, Wagengräber, Bestattungssitten, Goldhut, Kult, Handel, Metallhandwerk, Süddeutschland, Archäologie, Prähistorik, Brandgräber, Befestigte Höhensiedlungen
Das Buch untersucht die Urnenfelder-Kultur, eine bedeutende Kulturepoche der europäischen Spätbronzezeit, mit besonderem Fokus auf die Region Deutschland.
Zentrale Themen sind die Lebensbilder der damaligen Ackerbauern und Handwerker, die verschiedenen Siedlungsformen, die Metallverarbeitung, das Verkehrswesen, der Handel sowie die religiösen Praktiken dieser Zeit.
Das Ziel ist die umfassende Schilderung der Lebensbedingungen und der technologischen sowie kulturellen Entwicklungen der Urnenfelder-Leute, basierend auf archäologischen Funden.
Der Autor stützt sich auf die Analyse archäologischer Funde, Siedlungsbefunde, Grabbeigaben sowie auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse renommierter Prähistoriker.
Der Hauptteil behandelt die anatomischen Erkenntnisse, Kleidung, Werkzeuge, Bewaffnung, die Bedeutung der Siedlungsformen (einschließlich "Burgen" und "Pfahlbauten"), die Metalltechnik und die Vielfalt der Bestattungs- und Opferrituale.
Urnenfelder-Kultur, Spätbronzezeit, Siedlungswesen, Metallhandwerk, Kult und Bestattungswesen sind die prägenden Begriffe.
Die Goldhüte, wie der "Berliner Goldhut", werden als prächtige Kultobjekte gedeutet, die vermutlich beim Sonnenkult eine zentrale Rolle spielten.
Der Autor interpretiert Funde in Höhlen, wie den Kleebergschacht, als Orte für rituelle Handlungen, Opferungen und Versammlungen.
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