Bachelorarbeit, 2010
46 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Einführung in die Theorie und Praxis zu Horizontalen Fusionen
2.1 Wettbewerbspolitische Konzeptionen
2.2 Theoretische Grundlagen
2.2.1 Das Cournot-Modell
2.2.2 Konzentrationsmaße
2.3 Das Bundeskartellamt
2.3.1 Rechtliche Grundlagen und Zuständigkeiten
2.3.2 Aktuelle Entwicklung der Fusionskontrolle
3 Das Modell von Farrell und Shapiro (1990a)
3.1 Modellannahmen
3.2 Preiseffekte von horizontalen Fusionen
3.2.1 Fusionen ohne Synergien
3.2.2 Fusionen mit Skalen- oder Lerneffekten
3.3 Wohlfahrteffekte von horizontalen Fusionen
3.4 Implikationen für Wettbewerbsbehörden
4 Analyse von Kartellentscheidungen
4.1 Empirische Studien zu Fusionen
4.2 Fallbeispiele der Zusammenschlusskontrolle
4.2.1 Untersagungen
4.2.2 Genehmigungen
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kongruenz zwischen der wettbewerbspolitischen Theorie, insbesondere dem Modell von Farrell und Shapiro (1990a), und der realen Entscheidungspraxis des Bundeskartellamtes bei horizontalen Fusionen in oligopolen Märkten.
3.2 Preiseffekte von horizontalen Fusionen
Betrachtet wird der Effekt einer Fusion auf den aggregierten Output X, da dieser Einfluss auf den Preis und bei ausschließlicher Beachtung der Konsumentenwohlfahrt somit auch auf die Gesamtwohlfahrt hat. Nun kann, wie oben erwähnt, eine Fusion im Cournot-Oligopol mit unterschiedlichen Grenzkosten Produktionskapazitäten von kleineren, ineffizienteren Firmen zu größeren, effizienteren Firmen verlagern. Bei gleich bleibendem Output wäre dies sozial wünschenswert. Entstehen jedoch durch den Zusammenschluss Synergien, welche gehoben werden können, führt dies zu Kostensenkungen und steigert die Wohlfahrt erneut. Um den Zusammenhang zwischen dem Preiseffekt der Fusion und der Kostenstruktur der Unternehmen besser zu verstehen, wird folgendes Modell aufgestellt:
Der ex ante Output sei x_i und X. Dann ist der Grenzerlös der fusionierten Firma M bei ex ante Mengen p(X) + X_M p'(X). M wird seinen Output nur senken (und damit den Preis erhöhen, wie das oben beschriebene Lemma zeigt), falls seine Grenzkosten höher sind als sein Grenzerlös c_M'(X_M) > p(X) + X_M p'(X). Dies lässt sich umformen zu p(X) - c_M'(X_M) < X_M p'(X). Die rechte Seite des Terms lässt sich auch als Summe der individuellen Markups der Insider schreiben, da jede Firma i element I die gleiche Bedingung erster Ordnung (1) besitzt. Diese wird umgeformt zu p(X) - c_i'(x_i) = x_i p'(X). Aufsummiert über alle i element I ergibt sich die Gleichung Summe[p(X) - c_i'(x_i)] = Summe[x_i p'(X)] = X_M p'(X), also die Summe der individuellen Markups.
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz horizontaler Fusionen im Kontext der Wirtschaftskrise und der Diskussion um eine systematische, theoriebasierte Analyse durch Wettbewerbsbehörden.
2 Einführung in die Theorie und Praxis zu Horizontalen Fusionen: Darstellung industrieökonomischer Konzeptionen, theoretischer Grundlagen wie dem Cournot-Modell und der rechtlichen Rahmenbedingungen für das Bundeskartellamt.
3 Das Modell von Farrell und Shapiro (1990a): Formale Herleitung des Basismodells zur Analyse von Preis- und Wohlfahrtseffekten, insbesondere unter Berücksichtigung von Synergien und strategischen Reaktionen.
4 Analyse von Kartellentscheidungen: Empirische Betrachtung von Fusionen und Analyse ausgewählter Fallbeispiele zur Bewertung der Übereinstimmung von Theorie und kartellrechtlicher Praxis.
5 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse mit der Schlussfolgerung, dass die deutsche Wettbewerbspolitik weitestgehend unabhängig von industrieökonomischen Modellen agiert.
Horizontale Fusionen, Wettbewerbspolitik, Cournot-Modell, Bundeskartellamt, Fusionskontrolle, Marktbeherrschung, Wohlfahrtseffekte, Synergien, Herfindahl-Hirschman-Index, Preisbildung, Oligopol, Kartellentscheidungen, Konsumentenwohlfahrt, Industrieökonomik, Wettbewerbsintensität.
Die Arbeit analysiert, inwieweit die Ergebnisse der industrieökonomischen Theorie zu horizontalen Fusionen, konkret das Modell von Farrell und Shapiro, in der tatsächlichen Entscheidungspraxis des deutschen Bundeskartellamtes Anwendung finden.
Zentrale Themen sind die theoretische Modellierung von Preis- und Wohlfahrtseffekten bei Zusammenschlüssen, die rechtlichen Grundlagen der Fusionskontrolle in Deutschland sowie die empirische Analyse von Kartellentscheidungen.
Das Ziel ist es zu prüfen, ob Kartellentscheidungen des Bundeskartellamtes mit den theoretischen Erkenntnissen der Industrieökonomik kongruent sind und welche Rolle dabei Faktoren wie Synergien oder Marktanteile spielen.
Die Arbeit nutzt eine formale ökonomische Modellierung nach Farrell und Shapiro zur Herleitung theoretischer Ergebnisse und gleicht diese anschließend mit der kartellrechtlichen Praxis durch eine Fallbeispielanalyse ab.
Der Hauptteil umfasst die formale Herleitung der Preis- und Wohlfahrtseffekte, die Diskussion der Modellannahmen sowie die anschließende kritische Gegenüberstellung mit realen Fällen wie Holtzbrinck, Müller/Poelmeyer und Rhön-Klinikum.
Die wichtigsten Begriffe sind Horizontale Fusionen, Fusionskontrolle, Wohlfahrtseffekte, Bundeskartellamt, Oligopoltheorie und Kartellentscheidungen.
Laut der Theorie von Farrell und Shapiro ist die Konzentration allein nicht hinreichend, da sie Synergieeffekte und strategische Reaktionen der Wettbewerber vernachlässigt, die maßgeblich über die Wohlfahrtswirkung einer Fusion entscheiden.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die wirtschaftswissenschaftliche Fundierung in der deutschen Wettbewerbspolitik weitestgehend fehlt und Entscheidungen stärker auf strukturellen Marktanteilsgrenzen als auf einer umfassenden Wohlfahrtsanalyse basieren.
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