Bachelorarbeit, 2011
51 Seiten
1. Einleitung
2. Arbeitsmarkttheorien
2.1 Die neoklassische Arbeitsmarkttheorie
2.2 Kritik an der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie
2.3 Die keynesianische Arbeitsmarkttheorie
3. Rechtlicher Rahmen eines gesetzlichen Mindestlohns
3.1 Aktuell bestehende und geplante Regelungen
3.2 Rechtlicher Rahmen für Neuregelungen
4. Der Niedriglohnsektor in Deutschland
5. Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland
5.1 Aktuelle Diskussion um den Mindestlohn
5.2 Verschiedene Formen von Mindestlöhnen
5.3 Wissenschaftliche Meinungen zu Mindestlöhnen
5.3.1 Jahresgutachten des Sachverständigenrats 2006/07
5.3.2 Empirische Ansätze zur Analyse von Mindestlöhnen
5.3.3 Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung
5.3.4 Studie von Klaus Bartsch Econometrics
6. Mindestlohneffekte am Beispiel von Frankreich und England
6.1 Ausgestaltung der Mindestlöhne
6.2 Einfluss auf die Verteilung des Erwerbseinkommens
6.3 Auswirkungen auf das Beschäftigungsniveau
7. Schluss
Die Bachelorarbeit untersucht die ökonomischen Chancen und Risiken sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwiefern ein Mindestlohn als Instrument gegen den wachsenden Niedriglohnsektor und die zunehmende Lohnungleichheit dienen kann, ohne dabei negative Beschäftigungseffekte zu provozieren.
2.1 Die neoklassische Arbeitsmarkttheorie
In der Mikroökonomie, welche ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre ist, wird das Zustandekommen von Tauschbeziehungen zwischen Individuen auf verschiedenen Märkten betrachtet. Ein Tausch kommt dabei zustande, wenn sich die Beteiligten über die Tauschkonditionen einig sind. Dies könnte zum Beispiel der Preis sein, welcher für die Ware bezahlt wird. Genau diese Preisbildung ist der Untersuchungsgegenstand der neoklassischen Theorie und wird meist als Kurven in einem Koordinatensystem dargestellt. Der Arbeitsmarkt wird in der Neoklassik ebenfalls als Markt dargestellt, auf welchem die privaten Haushalte ihre Arbeitskraft anbieten und die Unternehmen Arbeitskräfte nachfragen, um Güter produzieren zu können und damit Gewinne zu realisieren.
Für einen reibungslos funktionierenden Arbeitsmarkt sind im neoklassischen Modell fünf Bedingungen notwendig. Es muss vollkommene Konkurrenz auf dem Markt herrschen, das heißt, dass es eine Vielzahl von Anbietern und Nachfragern geben muss und somit Monopole ausgeschlossen sind. Es muss Homogenität auf dem Markt herrschen, es müssen also alle Anbieter auf dem Markt gleich produktiv sein. Alle Wirtschaftssubjekte müssen alle Informationen besitzen, die für eine Tauschentscheidung relevant sind. Zusätzlich wird eine vollkommene Mobilitätsbereitschaft von den Individuen verlangt. Das bedeutet, dass die Wirtschaftssubjekte auf andere Arbeitsmärkte ausweichen können. Die letzte Voraussetzung ist die flexible Anpassung von Löhnen, welche sich den Marktgegebenheiten anpassen müssen.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Kontroverse um den gesetzlichen Mindestlohn dar und skizziert den Aufbau der Untersuchung, die sowohl theoretische als auch praktische Aspekte beleuchtet.
2. Arbeitsmarkttheorien: Das Kapitel vergleicht die neoklassische Theorie, die flexible Löhne zur Gleichgewichtsbildung fordert, mit der keynesianischen Theorie, die staatliche Eingriffe zur Stärkung der Nachfrage und Beschäftigung legitimiert.
3. Rechtlicher Rahmen eines gesetzlichen Mindestlohns: Hier werden bestehende Regelungen wie das Verbot des Lohnwuchers und die Möglichkeiten der Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen rechtlich analysiert.
4. Der Niedriglohnsektor in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen und die Ausweitung des Niedriglohnsektors sowie die damit verbundene wachsende Armut trotz Erwerbstätigkeit.
5. Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland: Es wird die aktuelle Debatte zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beleuchtet sowie verschiedene empirische Studien zu den Beschäftigungseffekten und fiskalischen Folgen detailliert geprüft.
6. Mindestlohneffekte am Beispiel von Frankreich und England: Das Kapitel zieht Rückschlüsse aus den internationalen Erfahrungen in Frankreich und Großbritannien hinsichtlich der Ausgestaltung von Mindestlöhnen und deren Auswirkungen auf die Lohnungleichheit.
7. Schluss: Abschließend wird festgehalten, dass die Auswirkungen eines gesetzlichen Mindestlohns schwer exakt prognostizierbar sind, er jedoch als mögliches Mittel gegen Lohndumping und Lohnspreizung weiterhin politisch relevant bleibt.
Gesetzlicher Mindestlohn, Arbeitsmarkttheorie, Niedriglohnsektor, Beschäftigungseffekte, Lohnungleichheit, Neoklassik, Keynesianismus, Tarifautonomie, Arbeitnehmerentsendegesetz, Armut, Lohnspreizung, Arbeitsmarktpolitik, Tarifverträge, Deutschland, Sozialstaat.
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen politischen und wirtschaftswissenschaftlichen Debatte über die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland unter Berücksichtigung ökonomischer Chancen und Risiken.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Arbeitsmarkttheorie, die rechtliche Situation in Deutschland, die Entwicklung des Niedriglohnsektors und die empirische Untersuchung von Mindestlohneffekten im In- und Ausland.
Ziel ist es, einen Überblick über die Risiken und Chancen eines gesetzlichen Mindestlohns zu geben und zu analysieren, ob ein Mindestlohn die Probleme des wachsenden Niedriglohnsektors lösen kann, ohne den Arbeitsmarkt negativ zu beeinflussen.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Modelle (Neoklassik vs. Keynesianismus) sowie die Auswertung bestehender empirischer Studien und internationaler Fallbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen, eine Analyse des deutschen Niedriglohnsektors, eine detaillierte Auswertung wissenschaftlicher Studien zu Mindestlohneffekten sowie eine Fallstudie zu Frankreich und Großbritannien.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Mindestlohn, Niedriglohnsektor, Arbeitsmarkttheorien, Lohnspreizung und Beschäftigungseffekte charakterisiert.
Während die Neoklassik Mindestlöhne als marktverzerrend und beschäftigungsschädigend ablehnt, betrachtet der Keynesianismus sie als Mittel zur Steigerung der Kaufkraft und Nachfrage, was positive Impulse für die Beschäftigung setzen kann.
Der Autor stellt fest, dass die Ergebnisse aus Frankreich und Großbritannien nicht einfach auf Deutschland übertragbar sind, da die Arbeitsmarktstrukturen zu unterschiedlich sind, zeigt jedoch, dass Mindestlöhne dort erfolgreich zur Lohnkompression beitrugen.
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