Fachbuch, 2011
194 Seiten
Vorwort / Seite 9
Stabdolche als Zeichen der Götter
Die nordische frühe Bronzezeit
von etwa 1800 bis 1500 v. Chr. / Seite 13
Der Sonnenkult der »Urgermanen«
Die nordische ältere Bronzezeit
von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. / Seite 25
Regenzauber mit Kesselwagen?
Die nordische mittlere Bronzezeit
von etwa 1200 bis 1100 v. Chr. / Seite 67
Der Sonnenkult der »Urgermanen«
Die nordische jüngere Bronzezeit
von etwa 1100 bis 800 v. Chr. / Seite 91
Das vorliegende Buch bietet einen umfassenden Überblick über die nordische Bronzezeit in Deutschland, indem es die soziokulturellen Entwicklungen und archäologischen Funde von etwa 1800 bis 800 v. Chr. detailliert beleuchtet und in den historischen Kontext der Urgeschichte einordnet.
Regenzauber mit Kesselwagen?
Der Abschnitt von etwa 1200 bis 1100 v. Chr. wird in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern als nordische mittlere Bronzezeit bezeichnet. Als Regionalgruppen jener Zeit gelten die Westholsteinische Gruppe, die Segeberger Gruppe und die Westmecklenburger Gruppe.
Im südlichen Holstein, das vorher fest im Nordischen Kreis verankert war, entstand damals zwischen Wandse und Delvenau eine Lokalgruppe, welche die Tracht-, Bewaffnungs- und Bestattungssitten aller umliegenden Gemeinschaften integrierte. Zeitweise überwogen dort die Impulse von Lokalgruppen der nordischen Bronzezeit und verschiedener Lüneburger Regionalgruppen.
Von der damaligen Garderobe blieb nur bronzenes Zubehör – wie Nadeln, Fibeln und Gürtel- beziehungsweise Kleiderbesatz – übrig. Die Männer dieser Zeit kürzten ihren Bart und die Kopfhaare mit bronzenen Rasiermessern, die aus einer langgestreckten Klinge und häufig einem Griff mit einem stilisierten Pferdekopf bestanden.
Solche Toilettegeräte lassen sich in Norddeutschland ab der nordischen mittleren Bronzezeit nachweisen. In Süddeutschland waren sie schon früher in der Hügelgräber-Kultur (etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr.) üblich. Die bronzenen Pinzetten zum Ausreißen störender Haare haben im Gegensatz zu denjenigen aus der älteren Bronzezeit nun eine längere und schlankere Form.
Stabdolche als Zeichen der Götter: Dieses Kapitel behandelt die frühe Bronzezeit, in der technische Fortschritte im Norden mit Verzögerung eintrafen und die Metallkultur durch Tauschgeschäfte mit der Aunjetitzer Kultur geprägt war.
Der Sonnenkult der »Urgermanen« (ältere Bronzezeit): Es wird die gesellschaftliche Organisation und die kunstvolle Metallverarbeitung beleuchtet, wobei soziale Differenzierung und die Rolle importierter Waren im Zentrum stehen.
Regenzauber mit Kesselwagen? (mittlere Bronzezeit): Hier steht die rituelle Bedeutung der Kesselwagen sowie die spezifische materielle Kultur und Bestattungsweise im Fokus der Untersuchung.
Der Sonnenkult der »Urgermanen« (jüngere Bronzezeit): Der Fokus liegt auf der Ausdehnung des Nordischen Kreises, der komplexen Bestattungskultur, den Befestigungsanlagen und der Bedeutung des Sonnenkults am Ende der Bronzezeit.
Nordische Bronzezeit, Deutschland, Urgeschichte, Archäologie, Aunjetitzer Kultur, Sonnenkult, Kesselwagen, Bestattungssitten, Metallurgie, Tauschhandel, Grabhügel, Nordischer Kreis, Urgermanen, Handwerk, Siedlungsgeschichte
Das Buch bietet einen detaillierten Überblick über 1000 Jahre Urgeschichte in Norddeutschland während der nordischen Bronzezeit, von etwa 1800 bis 800 v. Chr.
Die zentralen Themen umfassen die kulturelle Entwicklung, soziale Strukturen, die materielle Ausstattung der Bevölkerung, Handelsbeziehungen und religiöse Vorstellungen.
Das Ziel ist die fundierte wissenschaftliche Darstellung der Lebensweise, der Siedlungsformen und der religiösen Praktiken der Menschen in der nordischen Bronzezeit.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären archäologischen Analyse, die Funde aus Gräbern, Siedlungen und Depots in einen chronologischen und kulturellen Kontext setzt.
Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und behandelt die frühe, ältere, mittlere und jüngere Bronzezeit unter Berücksichtigung spezifischer regionaler Entwicklungen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Nordische Bronzezeit, Metallurgie, Sonnenkult, Bestattungskultur und Handelskontakte.
Kesselwagen werden oft als Kultobjekte interpretiert, die möglicherweise in religiösen Zeremonien für einen Regenzauber verwendet wurden, wenngleich dies spekulativ bleibt.
Die variierenden Grabbeigaben, insbesondere der Goldreichtum in manchen Gräbern, deuten auf die Existenz einer wohlhabenden sozialen Oberklasse hin.
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