Bachelorarbeit, 2009
45 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Tod und Gesellschaft
2.1. Historischer Überblick vom Umgang mit dem Tod
2.2. Der Tod heute: Hospitalisierung und Tabuisierung
3. Die Medien und der Tod
3.1. Allgemeiner Überblick
3.2. Der Tod als dramaturgisches Mittel
4. Six feet under. Gestorben wird immer
4.1. Inhalt der Serie und Ordnung der dargestellten Welt
4.2. Fakten zur Serie
5. Sterben, Tod und Trauer in Six feet under
5.1. Trauer in Six feet under – Ein individueller Prozess
5.2. Das Geschäft mit dem Tod – Die Bestattungsindustrie
5.3. Der Tod im Alltag – Verdrängung und Rückkehr über den Bildschirm
5.4. Sterben in Six feet under – Modellierung eines Todesbildes
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie die Fernsehserie Six feet under (SFU) das Thema Sterben, Tod und Trauer medial aufbereitet und welchen Einfluss diese Darstellung auf die Todesvorstellungen des Rezipienten hat, insbesondere vor dem Hintergrund einer gesellschaftlich weitgehend verdrängten Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit.
Sterben, Tod und Trauer in Six feet under
Nach Hickethier ist SFU als „langlaufende Serie“60 einzuordnen. Sie ist eine Synthe se aus verschiedenen Serienformen und zeichnet sich durch eine Offenhaltung des Endes aus. Das heißt sie läuft nicht auf ein bestimmtes Ziel und Ende hinaus. Meist werden mehrere Handlungsstränge gleichzeitig erzählt. Dabei endet der eine Hand lungsstrang in einer Folge, ein zweiter wird beispielsweis eröffnet und ein dritter läuft durch um in einer anderen Folge beendet zu werden. Wie andere Serien auch arbei tet die langlaufende Serie mit einem ‚cliff hanger‘, um den Zuschauer an die Serie zu binden.61
Im folgenden Kapitel soll analysiert werden, wie Sterben, Tod und Trauer in SFU fil misch dargestellt werden. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der ersten Staffel, also den ersten 13 Episoden, da, wie im vorangehenden Kapitel schon angedeutet wurde, sich die folgenden Staffeln nicht mehr so intensiv mit dem Umgang mit dem Tod beschäftigen. In einzelnen Fällen jedoch werden auch Beispiele aus den Staffeln 2-5 genommen, vor allem wenn es um ein Gesamtbild der Serie geht, oder es sich um einen Todesfall handelt, der die Hauptfiguren betrifft.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der medialen Darstellung des Todes und dessen Einfluss auf die Todesvorstellung der Zuschauer vor, wobei Six feet under als Analysebeispiel dient.
2. Tod und Gesellschaft: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über den Wandel von Todesbildern und thematisiert die heutige Hospitalisierung und Tabuisierung des Todes.
3. Die Medien und der Tod: Hier wird das Verhältnis von Tod und Medien beleuchtet, wobei die Rolle des Todes als dramaturgisches Mittel und die Funktionen der medialen Todesdarstellung im Vordergrund stehen.
4. Six feet under. Gestorben wird immer: Der Teil führt in das Konzept, die Charaktere und die Struktur der Serie ein und nennt grundlegende Fakten sowie die öffentliche Rezeption.
5. Sterben, Tod und Trauer in Six feet under: Im Hauptteil wird die Analyse der Serie hinsichtlich Trauerprozessen, der Bestattungsindustrie, der Integration des Todes in den Alltag und der filmischen Modellierung eines Todesbildes vorgenommen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass SFU trotz gewisser unrealistischer Todesursachen ein weitaus wirklichkeitsgetreueres und reflektierteres Bild von Sterben vermittelt als viele andere Medienformate.
Six feet under, Tod, Sterben, Trauer, Bestattungsindustrie, Medienwissenschaft, Todesverdrängung, Tabuisierung, Hospitalisierung, Serienanalyse, mediale Inszenierung, Todesbilder, Bestattungswesen, Fernsehanalyse, Rezeption.
Die Bachelorarbeit untersucht, wie die Fernsehserie Six feet under den Tod und den Umgang mit dem Sterben thematisiert und inwiefern sie sich von anderen medialen Darstellungen unterscheidet.
Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftlichen Verdrängung des Todes, der Kritik an der modernen Bestattungsindustrie sowie der Darstellung individueller Trauerprozesse in einer fiktionalen Serie.
Das Ziel ist es zu ergründen, ob die Serie Six feet under durch ihre spezifische, oft schonungslose Art der Todesdarstellung dazu beitragen kann, den Tod wieder stärker in das Bewusstsein und den Alltag der Rezipienten zurückzuholen.
Die Arbeit nutzt deskriptive und hermeneutische Ansätze, um die filmische Darstellung von Sterben, Tod und Trauer sowie deren Rezeptionsmöglichkeiten zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert, wie Trauer in der Serie als individueller Prozess dargestellt wird, übt Kritik am kommerziellen Bestattungswesen und untersucht mittels filmischer Codes, wie die Serie ein realistischeres Todesbild entwirft.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Six feet under, Todesverdrängung, Bestattungsindustrie, Mediale Inszenierung und Trauerprozess.
Die Serie bricht mit Tabus, indem sie den Tod in das Zentrum der Handlung rückt, den Alltag von Bestattern zeigt und Trauer als vielschichtigen, individuellen Prozess darstellt, statt sie hinter gesellschaftlichen Konventionen zu verstecken.
Die Weißblenden dienen als filmisches Stilmittel, das nicht nur den Tod von Personen signalisiert, sondern auch symbolisch verschiedene Arten von Sterben oder einschneidende Erlebnisse markiert, um die Allgegenwart des Todes zu verdeutlichen.
Die Arbeit kritisiert, gestützt durch die Darstellung in der Serie, eine "Fließbandmentalität" und Kommerzialisierung durch Großkonzerne, die den respektvollen und persönlichen Bezug zum Toten zugunsten von Profitmaximierung entwerten.
Die Analyse zeigt, dass SFU zwar "spektakuläre" Todesursachen häufiger zeigt, als sie statistisch in den USA vorkommen, jedoch durch die Bandbreite der gezeigten Fälle insgesamt ein lebensnahes Bild vom Sterben und der menschlichen Endlichkeit vermittelt.
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