Bachelorarbeit, 2011
49 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
1.1 Relevanz und Forschungsstand
1.2 Methodische Vorgehensweise
2 Der Kulturclash nach Huntington
2.1 Das Modell im Überblick
2.1.1 Die Weltkulturen
2.1.2 Die Konflikte zwischen Kulturkreisen
2.1.3 Das Verhältnis des Westens mit dem Islam
2.2 Huntington in der Kritik
2.2.1 Prinzip der Sparsamkeit
2.2.2 Definition der Kulturen
2.3 Huntington in der heutigen Zeit
3 Mediale Wirkungen
3.1 Medien als Einflussgröße
3.1.1 Medienwirkung
3.1.2 Transkulturelle Kommunikation
3.1.3 Agenda-Setting
3.2 Medien als Vermittler
3.2.1 Friedensjournalismus
3.3 Modellentwurf eines versöhnlichen TV-Senders
4 Al-Jazeera
4.1 Geschichte von Al-Jazeera
4.1.1 Das Verhältnis zum Westen
4.2 Finanzierung
4.3 Verbreitung
4.4 Inhaltliche Agenda
4.5 Al-Jazeera als Vermittler
5 Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Nachrichten-TV-Senders Al-Jazeera English als versöhnliches Medium im Kontext des von Samuel P. Huntington postulierten „Clash of Civilizations“. Ziel ist es, auf Basis medienwissenschaftlicher Theorien ein Modell für einen Sender zu entwickeln, der als Brückenbauer zwischen westlichen und islamischen Kulturkreisen fungieren kann, und dieses an der praktischen Arbeit von Al-Jazeera zu prüfen.
3.2.1 Friedensjournalismus
Der Begriff Friedensjournalismus, geprägt vom norwegischen Friedensforscher Johan Galtung, beschäftigt sich mit Friedens- und Konfliktforschung und Maßstäben für einen konfliktsensitiven Journalismus. Diese Art der Forschung löst sich von dem Gedanken, dass der Journalist nur als Teil eines Systems agiert, sondern geht auf die individuellen Möglichkeiten der Akteure ein. Der Beginn des Friedensjournalismus manifestiert sich in Galtungs Überlegungen zur vorherrschenden Berichterstattung, die er aus Gründen der Parteilichkeit und mangelnden Konfliktanalyse zum Kriegsjournalismus deklassiert (vgl. Bilke, 2002: S. 204).
Der dem entgegengestellte Friedensjournalismus zeichnet sich durch eine parteilose Berichterstattung, die friedens- und konfliktorientiert ist, aus. Sie muss investigativ, also wahrheitsfördernd sein und nicht Politik oder Militär, sondern das Leiden des Menschen in Konfliktsituationen in den Vordergrund stellen. Letztlich soll die Berichterstattung den Frieden fördern, in dem sie einen lösungsorientierten Ansatz aufzeigt (vgl. Bilke, 2002: S. 205).
Die Orientierung für die Maßstäbe des Friedensjournalismus, speist sich aus den Grundüberzeugungen westlicher Werte, welche wiederum konkrete Anforderungen an die Qualität der Berichterstattung hervorbringen: „Frieden ist nicht das alleinige Thema der Berichterstattung, sondern dient – bestimmt über Menschenrechte und Demokratie – als Orientierungspunkt.“ (Bilke, 2008: S. 196) Das Medium muss also eingebettet sein in eine Kultur und Überzeugung westlicher Werte. Darüber hinaus muss es sich an die allgemeingültigen Qualitätsstandards im Journalismus halten. Darunter zählen vor allem Neutralität und kritische Distanz. Kempf setzt die Qualitätsstandards gleich mit „deeskalationsorientierter Konfliktberichterstattung“ (Kempf, 2003: S. 9 ff.). Als zweiter Schritt in Richtung einer Konfliktlösung müssen Medien den Dualismus der Situation teilweise aufheben. Sie müssen die Gemeinsamkeiten aufzeigen, die zu einer Versöhnung der Konfliktparteien führen. Während sie im ersten Schritt neutral und distanziert sind, treten sie bei der sogenannten lösungsorientierten Konfliktberichterstattung mit einer allseitigen Friedensagenda auf (vgl. Kempf, 2003: S. 10 ff.).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das pessimistische Weltbild Huntingtons ein und stellt die Relevanz von Medien als Vermittler in Kulturkonflikten sowie die Rolle von Al-Jazeera English als mögliches Gegenmodell dar.
2 Der Kulturclash nach Huntington: Dieses Kapitel erläutert Huntingtons Modell des „Clash of Civilizations“, seine Definition von Kulturen und Konfliktarten sowie die kritische Auseinandersetzung mit diesen Thesen.
3 Mediale Wirkungen: Hier werden medienwissenschaftliche Theorien wie Medienwirkung, transkulturelle Kommunikation und Agenda-Setting dargelegt, um anschließend das Konzept des Friedensjournalismus als Modell für einen vermittelnden Sender zu erarbeiten.
4 Al-Jazeera: Dieses Kapitel analysiert den Sender Al-Jazeera anhand seiner Geschichte, Finanzierung, Verbreitung und inhaltlichen Agenda, um sein Potenzial als vermittelnde Kraft zu bewerten.
5 Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung resümiert die Ergebnisse und stellt fest, dass Al-Jazeera ein wichtiger Akteur im Austausch zwischen Westen und arabischer Welt ist, wenngleich eine umfassende vermittelnde Wirkung durch strukturelle Herausforderungen in den USA begrenzt bleibt.
Al-Jazeera English, Huntington, Clash of Civilizations, Medienwirkung, Friedensjournalismus, Konfliktberichterstattung, Transkulturelle Kommunikation, Agenda-Setting, Arabische Welt, Westen, Islam, Nachrichten, Medien, Interkulturalität, Vermittlung.
Die Arbeit untersucht, ob und wie der TV-Nachrichtensender Al-Jazeera English als vermittelndes Medium in den Spannungen zwischen westlichen und islamischen Kulturkreisen fungieren kann.
Die Schwerpunkte liegen auf Huntingtons Theorie des „Kampfes der Kulturen“, medienwissenschaftlichen Wirkungsmodellen und der praktischen Untersuchung von Al-Jazeera als global agierendem Nachrichtensender.
Das Ziel ist die Erstellung eines Idealmodells für einen versöhnlichen Nachrichtensender und der Abgleich dieses Modells mit der realen Arbeitsweise und Struktur von Al-Jazeera English.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch medienwissenschaftliche Konzepte sowie eine inhaltsanalytische Betrachtung und strukturelle Evaluation des Senders Al-Jazeera.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des theoretischen Rahmens (Kulturclash), die Analyse medialer Wirkungsmechanismen und die konkrete Fallstudie zu Al-Jazeera.
Zentrale Begriffe sind neben Al-Jazeera und Huntington vor allem Friedensjournalismus, Medienwirkung, interkulturelle Kommunikation und globale Nachrichtenagenda.
Obwohl der Sender finanziell vom Emir von Katar unterstützt wird, wird ihm eine weitgehende redaktionelle Unabhängigkeit zugeschrieben, die ihn von staatlicher Zensur in seiner Berichterstattung abhebt.
Aufgrund politischer Vorbehalte gegenüber dem Sender, die teilweise aus der Zeit nach den Anschlägen des 11. Septembers resultieren, stößt Al-Jazeera bei einem Teil der US-amerikanischen Rezipienten und Kabelnetzbetreiber auf Skepsis.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

