Bachelorarbeit, 2011
52 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Aufbau und Ziel der Arbeit
3 Der Vater des „Social Business“ - Muhammad Yunus
4 Daten und Fakten zu Bangladesch
4.1 Grundlegende Gegebenheiten
4.2 Die ökonomische Entwicklung Bangladeschs
5 Die Grameen-Bank – keine Bank wie jede andere
5.1 Die Entstehung der Grameen-Bank
5.2 Das Prinzip Grameen – Struktur und Kreditvergabe
5.3 Die Finanzierung der Grameen-Bank
5.4 Weitere Merkmale der Grameen-Bank
5.5 Die Mitgliederentwicklung der Grameen-Bank
5.6 Verpflichtungen der Kreditnehmer der Grameen-Bank
5.7 Die unterschiedliche Kreditwürdigkeitsprüfung
6 Mikrokredite
6.1 Die Grundidee der Mikrokredite
6.2 Die Ziele der Mikrokredite
6.3 Unternehmensformen der Mikrokreditinstitutionen
6.3.1 Das Unternehmen ASA
6.3.2 Das Unternehmen SKS – Hilfe für die Armen?
6.4 Problemfelder für Mikrokredite
6.5 Die Wirkung von Mikrokrediten
7 Social Business vs. Gewinnmaximierung
7.1 Social Business: Zusätzlich oder Ergänzend?
7.2 Wirtschaftliche Vorteile des Social Business
7.3 Social Business in der Praxis
7.3.1 Das Telekommunikationsunternehmen Grameen Phone
7.3.2 Adidas und BASF – Hilfe für die Armen
7.3.3 Joint Venture zwischen Danone und Grameen
8 Zusammenfassung und Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von Mikrokrediten als Instrument zur Armutsbekämpfung, insbesondere anhand des Modells der Grameen-Bank von Muhammad Yunus, und analysiert, inwieweit das Konzept des „Social Business“ eine tragfähige Alternative oder Ergänzung zum rein gewinnorientierten kapitalistischen Geschäftsmodell darstellt.
5.1 Die Entstehung der Grameen-Bank
Bevor die Unternehmung von Muhammad Yunus im Jahre 1983 die Bezeichnung Bank tragen durfte, war bereits viele Jahre früher die Idee geboren, den Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten zu helfen. Als im Jahre 1974 in seinem Heimatland Bangladesch zusätzlich zu einem bestehenden Bürgerkrieg eine fürchterliche Hungersnot ausbrach, wurde Yunus auf die bestehende Situation im Land aufmerksam und stellte fest, dass eine große Differenz zwischen dem universitären Leben im Hörsaal, in dem er als Dozent über ökonomische Themen referierte und dem realen Leben auf den Straßen, bei welchem täglich Millionen von Menschen um das nackte Überleben kämpften, vorlag.
Das Konzept seiner Dorf-Bank, was Grameen-Bank übersetzt bedeutet, startete 1976, als er mit seinen Studierenden das Dorf Jobra besuchte und in Erfahrung bringen wollte, inwiefern es möglich ist, den Armen zu helfen. Er traf dort auf eine Frau, Sufia Begum, welche sich der Problematik gegenüber sah, dass sie Stühle und Hocker aus Bambus fertigen konnte, allerdings über keine eigenen finanziellen Mittel verfügte, um sich die Materialien, die sie zur Produktion benötigt, kaufen zu können. Den einzigen Ausweg, dennoch mit dem Herstellen der Stühle beginnen zu können, sah Begum darin, sich von Geschäftemachern Geld zu leihen um im Gegenzug die Stühle zu einem sehr günstigen Preis an diese zu verkaufen und überdies noch Zinsen für den Kredit zu bezahlen. Die Situation von Sufia Begum war jedoch kein Einzelfall – Yunus und seine Studierenden trafen im weiteren Verlauf ihrer Exkursion insgesamt 42 Korbflechterinnen, die allesamt mangels Liquidität außer Stande waren, eigenständig Rohstoffe einzukaufen und sich damit in der Abhängigkeit der Geldverleiher befanden. Der Gesamtbetrag, den diese Arbeiterinnen benötigten um Bambus einzukaufen und aus den Fängen der Verleiher zu entkommen betrug 27 USD, bei einem täglichen Verdienst von ca. 0,02 USD. Yunus selbst entschied sich dafür mit seinem privaten Geld diesen Weberinnen zu helfen und gab ihnen den Kredit. Dadurch sah Yunus eine Möglichkeit, wie er den ärmsten Menschen der Bevölkerung helfen konnte; das Konzept für die Grameen-Bank war erschaffen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der fehlenden Kreditversorgung armer Menschen ein und stellt das Grameen-Bank-Modell als Lösungsansatz durch Mikrokredite vor.
2 Aufbau und Ziel der Arbeit: Es wird die Zielsetzung erläutert, die Rolle der Grameen-Bank zu bewerten und das Konzept des Social Business als Ergänzung zum Profit-Business zu diskutieren.
3 Der Vater des „Social Business“ - Muhammad Yunus: Ein Porträt des Gründers, das seinen akademischen Werdegang sowie seine Motivation zur Gründung der Bank für die Armen beleuchtet.
4 Daten und Fakten zu Bangladesch: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die soziodemografischen Gegebenheiten und die ökonomische Entwicklung des Landes.
5 Die Grameen-Bank – keine Bank wie jede andere: Detaillierte Betrachtung der Entstehung, Struktur, Finanzierung und spezifischen Arbeitsweise der Grameen-Bank.
6 Mikrokredite: Analyse der Grundidee und Ziele von Mikrokrediten sowie Vorstellung verschiedener institutioneller Ansätze und ihrer Problemfelder.
7 Social Business vs. Gewinnmaximierung: Theoretische Abgrenzung des Social Business von gewinnorientierten Ansätzen, ergänzt durch Praxisbeispiele von Unternehmen.
8 Zusammenfassung und Diskussion: Synthese der Ergebnisse, kritische Reflexion des Social Business Konzepts und Ausblick auf die Möglichkeiten der globalen Armutsbekämpfung.
Mikrokredit, Grameen-Bank, Social Business, Muhammad Yunus, Armutsbekämpfung, Bangladesch, Kapitalismus, soziale Innovation, Kreditwürdigkeit, Finanzdienstleistung, Solidarhaftung, Gewinnmaximierung, Non-Profit, Unternehmertum, Entwicklungsländer.
Die Arbeit untersucht das Konzept der Mikrokredite als Mittel zur Armutsbekämpfung und bewertet, ob das von Muhammad Yunus geprägte „Social Business“ eine effektive Alternative oder Ergänzung zu traditionellen, gewinnorientierten Unternehmen darstellt.
Zu den Schwerpunkten gehören das Grameen-Bank-Modell, die theoretische und praktische Abgrenzung des Social Business, die Rolle von Mikrokrediten in Entwicklungsländern und die ethische Bewertung von Gewinnmaximierung versus soziale Verantwortung.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Handeln der Grameen-Bank zu erläutern und kritisch zu hinterfragen, ob dieses Modell geeignet ist, globale Armut einzudämmen oder zu beseitigen.
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche, empirischen Daten der Weltbank und einer qualitativen Analyse von Fallbeispielen und Unternehmensphilosophien basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Grameen-Bank und ihrer Arbeitsweise, die Untersuchung von Mikrokreditinstituten, die Diskussion von Social Business Ansätzen und die Darstellung konkreter Praxisbeispiele.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mikrokredit, Grameen-Bank, Social Business, Armutsbekämpfung und unternehmerisches Handeln maßgeblich charakterisiert.
Der Hauptunterschied liegt darin, dass die Grameen-Bank keine Sicherheiten verlangt, sondern auf solidarisches Vertrauen innerhalb von Gruppen setzt und das Ziel verfolgt, Gewinne nicht auszuschütten, sondern in soziale Projekte zu reinvestieren.
Die Bank vergibt Kredite fast ausschließlich an Frauen, da diese als verlässlicher im Umgang mit den finanziellen Mitteln gelten und das erwirtschaftete Einkommen stärker zur Verbesserung der Lebensbedingungen der gesamten Familie beiträgt.
Kritiker bemängeln insbesondere die hohen Zinsen für Mikrokredite und das Risiko, dass die Kreditnehmer durch den Gruppendruck unter psychischen Druck geraten oder bei Ausfall der Rückzahlung in eine noch tiefere Armutsspirale abrutschen.
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