Magisterarbeit, 2003
66 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
II. Das Kommunikationsmodell von Grice
1. Begriffsdefinition
2. Das Kooperationsprinzip
3. Die Maximen
a) Die Quantitätsmaxime
b) Die Qualitätsmaxime
c) Die Relevanzmaxime
d) Die Modalitätsmaxime
e) Verletzungen der Maximen
4. Implikaturen
a) Konversationale Implikaturen
b) Partikularisierte konversationale Implikaturen
c) Generalisierte konversationale Implikaturen
d) Konventionale Implikaturen
e) Skalare Implikaturen
5. Grenzen und Kritik von Grices Modell
a) Das Kooperationsprinzip und die Maximen
b) Implikaturen
III. Skalen-Modelle
1. Die Hierarchie des Bekanntheitsgrades
a) Die einzelnen Status
b) Grenzen und Kritik
2. Vertrautheitsskala
3. Topik-Kontinuität
4. Identifizierbarkeit und Zugänglichkeit
5. Zusammenfassung der Skalen-Modelle
IV. Zusammenspiel der Skalen-Modelle mit Grices Theorie
1. Die Quantitätsmaxime und die Hierarchie des Bekanntheitsgrades
2. Vergleich von Implikaturen und Ableitungen
V. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, wie Implikaturen und Skalen-Modelle zur Erklärung der Informationsstruktur von Äußerungen beitragen. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von implizit vermittelter Bedeutung auf die Struktur von Informationen aufzuzeigen und dabei die Anwendbarkeit gängiger pragmatischer Theorien, insbesondere des Kommunikationsmodells von Grice, kritisch zu prüfen.
3. Die Maximen
Ist das Kooperationsprinzip noch recht vage und allgemein formuliert, geht Grice bei seinen Maximen detaillierter vor. Er unterteilt sie in vier Gruppen: Quantität, Qualität, Relevanz und Modalität. Die Begriffe übernahm Grice der Kategorien von Kant. Ob jedoch auch ein inhaltlicher Zusammenhang besteht, wird in der Linguistik noch diskutiert. Kant versteht seine Kategorien eher als Gesetze, während Grice lediglich Maximen aufstellt, gegen die auch verstoßen werden kann. „Ein sachlogischer Zusammenhang der Griceschen Maximen mit Kants Kategorienkonzept ist nicht erkennbar. Das gilt vor allem für die Kategorien der Relation und Modalität.“ Ein Vergleich ist darum schon hinsichtlich der theoretischen Grundlage nicht möglich. Aus diesem Grund scheint die Ähnlichkeit von Grices Maximen mit Kants Kategorienkonzept nur auf die Namensgebung zuzutreffen.
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Informationsstruktur ein und umreißt die methodische Herangehensweise durch die Untersuchung von Implikaturen und Skalen-Modellen.
II. Das Kommunikationsmodell von Grice: Dieses Kapitel definiert Kooperation und erläutert die vier Konversationsmaximen von Grice sowie deren Verletzungsmöglichkeiten und die daraus resultierenden Implikaturen.
III. Skalen-Modelle: Hier werden verschiedene Modelle (wie die Hierarchie des Bekanntheitsgrades und die Topik-Kontinuität) vorgestellt, die den kognitiven Status von Referenten innerhalb eines Diskurses beschreiben.
IV. Zusammenspiel der Skalen-Modelle mit Grices Theorie: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Ansätze, indem es die Quantitätsmaxime auf die Hierarchie des Bekanntheitsgrades bezieht und Implikaturen mit Ableitungen vergleicht.
V. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die Bedeutung von Intonation, Satzbau und kognitiven Status für die Strukturierung von Informationen hervorgehoben wird.
Informationsstruktur, Kommunikation, Kooperationsprinzip, Konversationsmaximen, Implikaturen, Konversationale Implikaturen, Skalen-Modelle, Bekanntheitsgrad, Topik-Kontinuität, Referent, Pragmatik, Sprachanalyse, Kognitiver Status, Diskurs, Sprachgebrauch.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Informationsstruktur in der Kommunikation und untersucht, wie Sprecher und Hörer Bedeutung jenseits des explizit Gesagten konstruieren.
Die zentralen Felder sind die Pragmatik der Kommunikation, insbesondere Grices Kommunikationsmodell, die Theorie der Implikaturen sowie verschiedene Skalen-Modelle zur Beschreibung von kognitivem Status und Topik-Kontinuität.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Implikaturen die Struktur von Informationen beeinflussen und welche Erkenntnisse die Verknüpfung von Grice-Modellen mit Skalen-Modellen für die Sprachwissenschaft liefert.
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse und Literaturrecherche, indem sie ausgewählte Modelle der linguistischen Pragmatik vergleicht, kritisch beleuchtet und ihre Anwendbarkeit auf kommunikative Prozesse prüft.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung des Grice-Modells, die Analyse verschiedener Skalen-Modelle zur Informationsverteilung sowie die Synthese, in der beide Theorieansätze miteinander in Bezug gesetzt werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kooperationsprinzip, Maximen, Implikaturen (konversational/konventional), Skalen-Modelle (Hierarchie des Bekanntheitsgrades), kognitiver Status und Informationsstruktur.
Sie ist im Vergleich zu den anderen Maximen formbezogen und regelt, wie etwas ausgedrückt wird („Sei klar“), wobei ihre Notwendigkeit in der Linguistik aufgrund von Kollisionen mit der Quantitätsmaxime umstritten ist.
Partikularisierte Implikaturen sind stark kontextabhängig und werden vom Hörer aufgrund der spezifischen Gesprächssituation erschlossen, während generalisierte Implikaturen weitgehend unabhängig von einem spezifischen Kontext auftreten.
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