Examensarbeit, 1992
92 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Vorgeschichte: Die Entwicklung bis zum 12. Jahrhundert
2.1. Die Herausbildung der bischöflichen Stadtherrschaft
2.2. Die Anfänge der Bürgergemeinde
3. Die Entstehung der städtischen Selbstverwaltung
3.1. Der Stadtrat
3.2. Die Ämter
3.3. Ansätze städtischer Gesetzgebung
4. Die Städte zwischen Königtum und Bischofsherrschaft
4.1. Erste Spannungen in den Städten
4.2. Worms in der Auseinandersetzung zwischen Friedrich II. und Heinrich (VII.)
4.3. Die Städte im Kampf zwischen den Staufern und dem Papsttum
5. Schluß
Die vorliegende Arbeit vergleicht die verfassungsrechtliche und politische Entwicklung der Städte Speyer und Worms in der Stauferzeit, mit einem besonderen Fokus auf die Emanzipation der Stadtgemeinden von ihren bischöflichen Stadtherren.
Die Entstehung des Stadtrats
In Worms wie in Speyer entstand um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert der Stadtrat, "Kern- und Sammelpunkt der städtischen Freiheit und Autonomie", der als Selbstverwaltungsorgan zunächst neben den Bischof und später an seine Stelle als Stadtherr trat, so daß gegen Ende des 13. Jahrhunderts in seinen Händen die Leitung sämtlicher die Bürgerschaft betreffenden Angelegenheiten und Geschäfte lag. "Der Rat ist die oberste Kommunalbehörde. Ihm obliegt die gesamte Stadtverwaltung; er gibt Satzungen, er vertritt die Stadt nach außen; er hat die Wehr- und Steuerhoheit; vor allem übt er eine genaue Aufsicht über den städtischen Markt, das Gewerbe und die Münze."
Den genauen Hergang der Entstehung dieses Gremiums in den beiden Städten zu ermitteln, erweist sich trotz scheinbar guter Quellenlage als recht schwierig.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der beiden Bischofsstädte Worms und Speyer unter dem Aspekt ihrer verfassungsrechtlichen Emanzipation in der Stauferzeit.
2. Vorgeschichte: Die Entwicklung bis zum 12. Jahrhundert: Dieses Kapitel analysiert die frühe Stadtherrschaft der Bischöfe sowie die Herausbildung der Bürgergemeinde unter Einfluss von Fernhandel und Privilegierungen.
3. Die Entstehung der städtischen Selbstverwaltung: Der Hauptteil beschreibt die Etablierung des Stadtrats, die Entwicklung städtischer Ämter sowie erste Ansätze einer eigenständigen Gesetzgebung durch die Bürgerschaft.
4. Die Städte zwischen Königtum und Bischofsherrschaft: Hier werden die politischen Spannungen innerhalb der Städte sowie deren wechselhaftes Verhältnis zum Königtum und zum Papsttum im 13. Jahrhundert thematisiert.
5. Schluß: Das abschließende Kapitel fasst die städtische Entwicklung zusammen und bewertet die Rolle der Staufer sowie das Verhältnis der Städte zu ihren bischöflichen Herren.
Stauferzeit, Speyer, Worms, Stadtverfassung, Stadtrat, Bürgergemeinde, Bischofsherrschaft, Ministerialität, Rechtsgeschichte, Stadtentwicklung, Selbstverwaltung, Mittelalter, Städtepolitik, Hochmittelalter, Zollprivileg.
Die Arbeit untersucht vergleichend die verfassungsrechtliche Entwicklung der Städte Speyer und Worms in der staufischen Zeit, insbesondere ihre Emanzipation von bischöflichen Stadtherren.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der städtischen Autonomie, die Herausbildung von Stadträten und Ämtern sowie die politische Stellung der Städte zwischen Königtum und Kirche.
Das Ziel ist es, auf Basis der vorhandenen Quellen die Ansätze der städtischen Unabhängigkeitsbestrebungen und der organisierten Selbstverwaltung in der Stauferzeit detailliert nachzuvollziehen.
Die Autorin verwendet eine vergleichende historische Analyse von Urkunden und chronikalischen Aufzeichnungen des Hochmittelalters.
Im Hauptteil werden die Entstehung der städtischen Selbstverwaltung, die Entwicklung der Ämterhierarchie und die städtische Gesetzgebung sowie deren Konfliktpotenzial analysiert.
Wichtige Begriffe sind Stauferzeit, Stadtverfassung, Stadtrat, Bürgergemeinde, Ministerialität und das Spannungsfeld zwischen Bischof und Stadt.
Muntmannen waren Bürger, die sich unter den Schutz auswärtiger Herren begaben, was die Stadt zu unterbinden suchte, um Einflussnahme von außen und Gefährdungen der städtischen Autonomie zu verhindern.
Ministeriale stellten oft einen bedeutenden Anteil der städtischen Führungsschicht dar und verschmolzen teilweise mit dem Patriziat, wobei ihre Identität als städtische oder bischöfliche Interessenvertreter oft fließend war.
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