Fachbuch, 2011
64 Seiten
1. Vorwort
2. Die Spätbronzezeit in Deutschland
2.1 Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen
3. Geschirr und Menschen als Opfergaben
3.1 Die Unstrut-Gruppe
Dieses Werk bietet eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung der Unstrut-Gruppe, einer eigenständigen Kultur der Spätbronzezeit in Mitteldeutschland. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Merkmale, die räumliche Ausdehnung sowie die soziokulturellen Praktiken dieser Gruppe, insbesondere im Kontext von Siedlungsformen, Handwerk, Handel und rituellen Handlungen, detailliert zu dokumentieren und einzuordnen.
Geschirr und Menschen als Opfergaben
Zu den selbständigen Kulturen der Spätbronzezeit in Mitteldeutschland gehörte die nach dem gleichnamigen thüringischen Fluss benannte Unstrut-Gruppe. Sie ist aus der mittelbronzezeitlichen Hügelgräber-Kultur hervorgegangen und wurde dabei stark von der Urnenfelder-Kultur geprägt. Den Begriff Unstrut-Gruppe hat 1943 der damals am Landesmuseum Halle/Saale wirkende Prähistoriker Wilhelm Albert von Brunn (1911–1988) vorgeschlagen.
Manche Prähistoriker verwenden statt dessen den Namen Walterslebener Gruppe, der sich auf das Gräberfeld von Erfurt-Waltersleben in Thüringen bezieht. Von der Walterslebener Gruppe hat 1928 als erster der Studienrat und Altertumsforscher Ernst Lehmann (1893–1950) aus Erfurt gesprochen. Nicht durchzusetzen vermochten sich die etwas umständlich klingenden Bezeichnungen »Kultur des Friedhofes auf dem Erfurter Flughafen« und »Kultur der thüringischen Steinpackungsgräber«.
Die Unstrut-Gruppe war von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr. im Bereich der Unstrut bis zum Südharz verbreitet. Ihr Kerngebiet lag im Thüringer Becken, wo sich der fruchtbare Lößboden gut für den Ackerbau eignete. Einige Fundorte befinden sich im Fuldaer Becken in Nordhessen.
Vorwort: Einleitende Informationen zur Unstrut-Gruppe, ihrer zeitlichen Einordnung sowie ein Überblick über die Themenfelder des Buches.
Die Spätbronzezeit in Deutschland: Darstellung der kulturellen Gliederung und räumlichen Verbreitung verschiedener bronzezeitlicher Gruppen in Deutschland auf Basis etablierter Forschung.
Geschirr und Menschen als Opfergaben: Detaillierte Analyse der Unstrut-Gruppe, ihrer archäologischen Funde, Siedlungsstrukturen, Bestattungsrituale und Hinweise auf kultische Praktiken.
Unstrut-Gruppe, Spätbronzezeit, Thüringer Becken, Archäologie, Urnenfelder-Kultur, Siedlungen, Opfergaben, Bestattung, Bronzeverarbeitung, Kannibalismus, Siedlungsgeschichte, Mitteldeutschland, Gräberfelder, Artefakte, Ernst Probst.
Die Arbeit behandelt die Unstrut-Gruppe, eine eigenständige archäologische Kultur, die in der Spätbronzezeit im Gebiet zwischen der Unstrut und dem Südharz existierte.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Siedlungsgeschichte, die materielle Kultur wie Keramik und Werkzeuge, den Handel sowie die komplexen Bestattungs- und Kultpraktiken der Menschen dieser Zeit.
Ziel ist die wissenschaftliche Aufarbeitung und Dokumentation der Unstrut-Gruppe, um ihr Profil innerhalb der spätbronzezeitlichen Kulturen Mitteldeutschlands zu schärfen.
Der Autor stützt sich auf archäologische Funde, historische Grabungsprotokolle und vergleichende Analysen, um die Kulturentwicklung und soziale Strukturen zu rekonstruieren.
Im Hauptteil werden Siedlungen, wirtschaftliche Grundlagen, Importe von Waffen und Schmuck sowie die als makaber beschriebenen rituellen Praktiken und Bestattungen detailliert beschrieben.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Unstrut-Gruppe, Spätbronzezeit, Archäologie, Siedlungsformen und ritueller Kannibalismus.
Wilhelm Albert von Brunn schlug 1943 den Begriff "Unstrut-Gruppe" vor, um diese spezifische Kultur in die Fachliteratur einzuführen und von anderen Bezeichnungen abzugrenzen.
Die Errichtung von befestigten Höhensiedlungen (Wallburgen) wird als Indiz für kriegerische Auseinandersetzungen und unruhige politische Verhältnisse gewertet.
Der Prähistoriker Günter Behm-Blancke untersuchte dort überregional bedeutsame heilige Plätze, an denen über viele Jahrhunderte Rituale praktiziert wurden, die unter anderem Menschenopfer und Kannibalismus beinhalteten.
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