Bachelorarbeit, 2011
128 Seiten
1. Einleitung
2. Geschichte der älteren Demokratietheorien
2.1 Die Entstehung der Demokratie im antiken Griechenland
2.2 Die römische Republik
2.3 Norditalienische Republiken im Spätmittelalter
2.4 Demokratietheorien der Frühen Neuzeit
2.4.1 Die Aufklärung
2.4.2 Die Entwicklung der demokratischen Kultur in Nordamerika
2.5 Demokratietheorien der neueren Geschichte
2.5.1 Die Französische Revolution
2.5.2 Die Industrielle Revolution und der Chartismus in England
3. Geschichte der modernen Demokratietheorien
3.1 Zur Situation in den deutschen Staaten
3.2 Die deutsche Revolution und das Paulskirchenparlament von 1848
3.3 Erstarken der deutschen Sozialdemokratie und deren Bedeutung für die deutsche Demokratieentwicklung
3.4 Das Auf und Ab der deutschen Demokratieentwicklung zwischen Beginn des Ersten und Ende des Zweiten Weltkrieges
3.5 Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland
4. Struktur Thüringer Hochschulen
4.1 Normierung des Hochschulaufbaus
4.2 Aufbau der Thüringer Hochschulen nach dem Thüringer Hochschulgesetz
4.2.1 Das Präsidium bzw. Rektorat
4.2.2 Der Hochschulrat
4.2.3 Der Senat
4.2.4 Die Fachbereiche
4.2.5 Die Studierendenschaft
4.3 Einordnung des Hochschulaufbaus in Demokratietheorien
5. Demokratiedefizite an Thüringer Hochschulen
5.1 Die Forderung nach Demokratisierung
5.1.1 Der Bildungsstreik 2009 / 2010
5.1.2 Demokratisierungsforderungen früher und heute
5.1.3 Hauptkritikpunkt Hochschulrat
6. Lösungsansätze zur Überwindung der Demokratiedefizite
6.1 Praktische Modelle
6.1.1 Der Hochschulrat der Fachhochschule Nordhausen
6.1.2 Das erweiterte Rektorat der Fachhochschule Schmalkalden
6.2 Theoretische Modelle
6.2.1 Die Stärkung des Senats
6.2.2 Sonstige denkbare Formen nach den Demokratietheorien
6.2.2.1 Das Hochschulparlament
6.2.2.2 Das Hochschulrätesystem
6.2.2.3 Die Legitimation durch Studierende
6.2.2.4 Die Vollversammlung
7. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Entwicklung der Demokratie und analysiert bestehende Demokratiedefizite innerhalb der Struktur der Thüringer Hochschulen. Ziel ist es, unter Einbeziehung wissenschaftlicher Demokratietheorien und aktueller hochschulpolitischer Gegebenheiten Lösungsansätze zu entwickeln, um die Partizipationsmöglichkeiten der Studierenden sowie die demokratische Legitimation hochschulischer Gremien zu verbessern.
3 Neuordnung der Hochschulstruktur
Das Rektorat entscheidet über Stellenbesetzungen, Struktur- und Entwicklungspläne, Gebührenordnungen und Ziel- und Leistungsvereinbarungen nach Berücksichtigung von Stellungnahmen weitgehend alleine. Die meisten dieser Aufgaben unterliegen keinesfalls einer Dringlichkeit, die es rechtfertigt, dass die Entscheidungen der relativen kleinen Personengruppe der Hochschulleitung überlassen werden.
Berufungen beispielsweise werden in Berufungskommission umfassend vorbereitet, vielfach diskutiert und am Ende steht eine Liste geeigneter Personen, die in verschiedenen Gremien einschließlich des Senats noch einmal geprüft wird. Man kann nun davon ausgehen, dass jedes Argument ausgetauscht und abgewogen wurde, bevor diese Entscheidung mit Auswirkungen auf viele Jahre getroffen wird. Aber anstatt den Senat mit der Entscheidung zu betrauen, kann die Hochschulleitung nach Gutdunken die Liste auf den Kopf stellen oder – wie von einer Hochschulleitung geäußert wurde – jemand komplett anderen berufen. Solche Entscheidungen finden in der Hochschule wenig Akzeptanz.
Diese Akzeptanz wird zusätzlich geschmälert, wenn die Hochschulleitung – wie mit der Gesetzesnovelle beabsichtigt – auch mit Personen besetzt werden kann, die nicht in den Lehrbetrieb der Hochschule integriert sind. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass solche „Hochschulmanager“ in der Leitungsposition nicht erwünscht sind, denn zum Rektor wurden ausschließlich Hochschullehrer gewählt.
Man sollte deshalb dazu übergehen, wichtige Entscheidungen grundsätzlich dem Senat oder dem entsprechenden Fakultätsgremium zu überlassen. Die Hochschulleitung sollte als geschäftsführende Einheit fungieren und nur dringliche Eilentscheidungen treffen, die vom Senat bestätigt werden müssen.
Zudem sollten Angelegenheiten, die primär die Fakultäten betreffen, auch von deren Mitgliedern entschieden werden. Genannt sei die Wahl des Dekanats, die der Zustimmung des Präsidenten bedarf und im Zweifelsfall vom Hochschulrat entschieden wird.
1. Einleitung: Beschreibt die Motivation des Autors, die sich aus einem Auslandssemester und dem deutschen Bildungsstreik ergab, sowie die Zielsetzung der Arbeit, Demokratiedefizite an Thüringer Hochschulen zu untersuchen.
2. Geschichte der älteren Demokratietheorien: Erläutert die historischen Ursprünge der Demokratie von der Antike bis zur Aufklärung und ihre Auswirkungen auf das moderne Staatsverständnis.
3. Geschichte der modernen Demokratietheorien: Analysiert die Entwicklung demokratischer Ideen in Deutschland unter Berücksichtigung von Revolutionen und den politischen Systemen bis zur Bundesrepublik.
4. Struktur Thüringer Hochschulen: Detailliert den gesetzlichen Rahmen des Hochschulaufbaus in Thüringen und beschreibt die Aufgaben und Befugnisse der zentralen Gremien wie Rektorat, Hochschulrat und Senat.
5. Demokratiedefizite an Thüringer Hochschulen: Untersucht kritisch die mangelnde Partizipation und die strukturellen Ungleichgewichte in der studentischen Mitbestimmung an Thüringer Hochschulen.
6. Lösungsansätze zur Überwindung der Demokratiedefizite: Stellt praktische Modelle und theoretische Ansätze zur Stärkung der studentischen Beteiligung und zur Neuordnung der Hochschulstrukturen vor.
7. Fazit: Führt die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer aktiven, kontinuierlichen Demokratisierung für eine lebendige Hochschullandschaft.
Demokratie, Thüringer Hochschulen, Hochschulgesetz, Partizipation, Hochschulrat, Senat, Studierendenschaft, Demokratiedefizit, Bildungsstreik, Selbstverwaltung, Autonomie, Mitbestimmung, Hochschulstruktur, Machtkonzentration, Rektorat.
Die Arbeit befasst sich mit der demokratischen Struktur und den Mitbestimmungsmöglichkeiten an Thüringer Hochschulen im Kontext der allgemeinen Demokratietheorie.
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung von Demokratietheorien, die rechtlichen Grundlagen des Thüringer Hochschulwesens und die kritische Analyse der bestehenden Gremienstruktur.
Das Ziel ist es, Demokratiedefizite an Thüringer Hochschulen aufzudecken und konkrete Lösungsansätze für eine stärkere demokratische Partizipation aller Hochschulgruppen zu erarbeiten.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse, die geschichtliche Demokratietheorien mit dem aktuellen Thüringer Hochschulgesetz und hochschulpolitischen Dokumenten verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Analyse der Hochschulstrukturen, die Identifikation von Defiziten und die Präsentation konkreter Lösungsmodelle für die Hochschulverwaltung.
Demokratie, Hochschulpolitik, Partizipation, Thüringer Hochschulgesetz, Mitbestimmung, Gremienstruktur und studentische Vertretung sind die zentralen Begriffe.
Der Autor kritisiert die Machtkonzentration im Hochschulrat und hinterfragt die paritätische Vertretung der Studierenden sowie die Einflussnahme durch externe Mitglieder.
Sie wird als regulatorisches Instrument gesehen, das den Hochschulen die Möglichkeit gibt, abweichende Strukturen zu testen, um Effizienz und Profilbildung zu steigern.
Die Konferenz Thüringer Studierendenschaften fordert eine stärkere und paritätischere Mitbestimmung in allen Gremien, um eine "Entdemokratisierung" zu verhindern.
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