Magisterarbeit, 2011
92 Seiten
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. EINFÜHRUNG
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau
1.3 Methodisches Vorgehen
1.4 Forschungsergebnisse zu Studien- und Lernprobleme der chinesischen Studierenden in Deutschland
TEIL 1: THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2. KULTUR UND INTERKULTURELLES LERNEN
2.1 Das Phänomen Kultur und seine Bedeutung für das Handeln der Menschen
2.2 Modell der kulturellen Unterschiede im Lehren und Lernen nach Hofstede
2.2.1 Machtdistanz
2.2.2 Individualismus vs. Kollektivismus
2.2.4 Unsicherheitsvermeidung
2.2.5 Zusammenfassung im Hinblick auf eigene Untersuchung
3. CHINESISCHE KULTUR UND IHRE LEHR- UND LERNBESONDERHEITEN
3.1 Konfuzianistische Prägung der Lehr- und Lernkultur in China
3.2 Besonderheiten chinesischer Lerner
3.2.1 Passive und schweigsame Lerner
3.2.2 Disziplinierte und gehorsame Lerner
3.2.3 Auswendiglerner
3.2.4 Lerner mit mangelnder Kreativität
3.3 Charakteristika chinesischer Lehrer
3.4 Zusammenfassung
4. KULTURBEDINGTE DIFFERENZEN IM HOCHSCHULSTUDIUM ZWISCHEN CHINA UND DEUTSCHLAND
4.1 Studienorganisation
4.2 Mündliche Kommunikation
4.3 Umgang mit Kritik
4.4 Prüfungsvorbereitung
4.5 Wissenschaftliches Schreiben
4.6 Das soziale Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten
4.7 Zusammenfassung
TEIL 2: EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
5. ZUR METHODE
5.1 Qualitativer Ansatz
5.2 Fallstudie
5.3 Erhebungsmethoden
5.3.1 Qualitatives Interview
5.3.2 Einzelfallanalyse
6. ZUR DATENERHEBUNG
6.1 Auswahl der Befragten
6.2. Vorverständnis hinsichtlich der Kommunikation mit Chinesen
6.3 Erhebung der Interviewinhalte
6.4. Transkription
7. FALLBEISPIEL 1
7.1 Studienorganisation (P1)
7.2 Mündliche Kommunikation und Umgang mit Kritik (P1)
7.3 Prüfungsvorbereitung (P1)
7.4 Wissenschaftliches Schreiben (P1)
7.5 Das soziale Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten (P1)
7.6 Zusammenfassung der ersten Fallstudie
8. FALLBEISPIEL 2
8.1 Studienorganisation (P2)
8.2 Mündliche Kommunikation (P2)
8.3 Umgang mit Kritik (P2)
8.4 Prüfungsvorbereitung (P2)
8.5 Wissenschaftliches Schreiben (P2)
8.6 Das soziale Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten (P2)
8.7 Zusammenfassung der zweiten Fallstudie
9. FALLBEISPIEL 3
9.1 Studienorganisation (P3)
9.2 Mündliche Kommunikation (P3)
9.3 Umgang mit Kritik (P3)
9.4 Prüfungsvorbereitung (P3)
9.5 Wissenschaftliches Schreiben (P3)
9.6 Das soziale Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten (P3)
9.7 Zusammenfassung der dritten Fallstudie
10. FALLBEISPIEL 4
10.1 Studienorganisation (P4)
10.2 Mündliche Kommunikation (P4)
10.3 Umgang mit Kritik (P4)
10.4 Prüfungsvorbereitung (P4)
10.5 Wissenschaftliches Schreiben (P4)
10.6 Das soziale Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten (P4)
10.7 Zusammenfassung der vierten Fallstudie
11. FALLBEISPIEL 5
11.1 Studienorganisation (P5)
11.2 Mündliche Kommunikation (P5)
11.3 Umgang mit Kritik (P5)
11.4 Prüfungsvorbereitung (P5)
11.5 Wissenschaftliches Schreiben (P5)
11.6 Das soziale Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten (P5)
11.7 Zusammenfassung der fünften Fallstudie
12. ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
Die Arbeit untersucht interkulturelle Lernprozesse und Herausforderungen chinesischer Studierender an der Technischen Universität Dresden, um ein besseres Verständnis für deren Studien- und Lernprobleme zu schaffen und Orientierungshilfen für die Lehrpraxis abzuleiten.
3.2.1 Passive und schweigsame Lerner
Chinesische Lerner wirken passiv und still. Diese Verhaltensweise spiegelt sich auch in Deutschland bei allen Veranstaltungen mit chinesischen Studierenden wider. Es heißt: „Die berühmte Stecknadel kann man fallen hören. Verschämt und hartnäckig schauen viele Studenten nach unten. Ich stelle eine Frage, schaue in die Runde. Zwanzig Studenten, keine Antwort. Ich wiederhole die Frage. Keine Reaktion. Auf keinem Gesicht spiegelt sich Verstehen. Schließlich zeige ich auf einen Studenten, tue also das, was ich vermeiden wollte. Er soll antworten. Er tut es. Das verwirrt mich. Warum hat er sich nicht gemeldet? Warum hat er nicht von allein geantwortet? Und so stehe ich da vorn vor der Tafel, habe 20 Studenten vor mir, deren Körper kein Signal geben. Sie sitzen still, sie schwatzen nicht, sie sehen mich an, sie zeigen keine Langeweile, kein Interesse, keine Freude, keinen Ärger“ (Hofmann 1992, zitiert aus Zeilinger 2006: 6).
Auch andere Autoren berichten von ähnlichen Erfahrungen mit chinesischen Lernenden (Kleppin 1987: 253, Anders 1989). Dieses passive Verhalten wird vor allem mit der Angst vor Fehlern begründet. Denn in der chinesischen Kultur ziehen Fehler einen Gesichtsverlust nach sich und bedeuten eine Bloßstellung der Person. Die Passivität der Schüler wird bereits in der Schule eingeübt. Das Stellen von Fragen wird in China gleichzeitig mit Kritik am Lehrer betrachtet und mit gewisser Missmutigkeit bewertet. Aus diesem Grund und zum Wohle der Gruppenharmonie wollen offensichtlich die meisten chinesischen Studierenden nicht auffallen (Mitchian 1992: 34).
1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung stellt die Problematik der Studienabbrüche chinesischer Studierender dar und erläutert Zielsetzung sowie methodisches Vorgehen der Untersuchung.
2. KULTUR UND INTERKULTURELLES LERNEN: Dieses Kapitel definiert den Kulturbegriff und analysiert kulturelle Dimensionen nach Hofstede, um Unterschiede in der Lehr- und Lernkultur theoretisch zu erfassen.
3. CHINESISCHE KULTUR UND IHRE LEHR- UND LERNBESONDERHEITEN: Der Fokus liegt auf der konfuzianischen Prägung und deren Auswirkungen auf das Verhalten von Lernenden und Lehrenden, etwa in Bezug auf Disziplin und Auswendiglernen.
4. KULTURBEDINGTE DIFFERENZEN IM HOCHSCHULSTUDIUM ZWISCHEN CHINA UND DEUTSCHLAND: Es werden zentrale Unterschiede in Studienorganisation, Kommunikation und wissenschaftlichem Arbeiten zwischen beiden Bildungssystemen gegenübergestellt.
5. ZUR METHODE: Begründung des qualitativen Forschungsansatzes mittels Einzelfallanalysen zur explorativen Untersuchung der Studienproblematik.
6. ZUR DATENERHEBUNG: Detaillierte Beschreibung der Auswahl der Probanden, des Vorverständnisses für die Kommunikation sowie des Ablaufs und der Auswertung der Experteninterviews.
7. FALLBEISPIEL 1 bis 11. FALLBEISPIEL 5: Detaillierte Darstellung und Analyse der fünf geführten Einzelinterviews mit chinesischen Studierenden zu ihren spezifischen Erfahrungen.
12. ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Synthese der Ergebnisse, die Sprachbarrieren, soziale Isolierung und mangelnde Vertrautheit mit deutscher Hochschulautonomie als Hauptbelastungen identifiziert.
Interkulturelles Lernen, Chinesische Studierende, Studienprobleme, Hochschulstudium, Konfuzianismus, Machtdistanz, Studienorganisation, Prüfungsvorbereitung, Wissenschaftliches Schreiben, Kommunikation, Fallstudie, Integration, Auslandserfahrung, Sprachbarriere, Lehrkultur
Die Magisterarbeit untersucht die Studien- und Lernprobleme chinesischer Studierender an der TU Dresden im Kontext interkultureller Unterschiede zwischen dem chinesischen und deutschen Bildungssystem.
Die Arbeit behandelt Themen wie die konfuzianische Erziehungstradition, die Unterschiede in der Studienorganisation, Anforderungen an mündliche Kommunikation sowie Herausforderungen beim wissenschaftlichen Schreiben.
Das Hauptziel ist es, ein besseres Verständnis für die kulturellen Besonderheiten chinesischer Studierender zu entwickeln, um Lehrenden und Studierenden ein Orientierungswissen für eine erfolgreichere interkulturelle Zusammenarbeit an die Hand zu geben.
Die Autorin wählte einen qualitativen Forschungsansatz in Form von explorativen Einzelfallstudien, bei denen leitfadengestützte problemzentrierte Interviews geführt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kulturdimensionen sowie in einen empirischen Teil, der durch fünf Fallstudien persönliche Berichte und Herausforderungen chinesischer Studierender beleuchtet.
Zentrale Begriffe sind interkulturelles Lernen, Studienorganisation, Konfuzianismus, Sprachbarrieren, soziale Isolation und akademische Sozialisation.
Aufgrund der in der chinesischen Kultur tief verwurzelten Harmoniestreben und der Angst vor Gesichtsverlust werden Schwierigkeiten oft nicht explizit als solche kommuniziert oder wahrgenommen.
Unzureichende Sprachkenntnisse werden von den Befragten als die größte Barriere identifiziert, die soziale Isolation begünstigt und die Integration in den universitären Diskurs sowie das wissenschaftliche Arbeiten erheblich erschwert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

