Fachbuch, 2011
68 Seiten
Vorwort
Die Frühbronzezeit in Deutschland
Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen
»Heiliges Geld« für die Götter
Die Straubinger Kultur
von etwa 2300 bis 1600 v. Chr.
Die vorliegende Arbeit gibt einen detaillierten Überblick über die Straubinger Kultur in der deutschen Bronzezeit (ca. 2300–1600 v. Chr.) und ordnet diese in den Kontext der frühbronzezeitlichen Entwicklung in Süddeutschland ein. Ziel ist die umfassende Darstellung der Lebensweise, Siedlungsstruktur, sozialen Organisation und religiösen Praktiken dieser Bevölkerungsgruppe.
Die Straubinger Kultur
Von etwa 2300 bis 1600 v. Chr. war in Südbayern (Niederbayern, Oberbayern sowie teilweise in der Oberpfalz und Schwaben) die Straubinger Kultur verbreitet. Ausläufer behaupteten sich auch in Oberösterreich, im Land Salzburg und im Raum Kufstein in Nordtirol. Ihre Metallhandwerker haben in der frühen Stufe noch Erzeugnisse aus unlegiertem Kupfer und erst in der späten Stufe aus Bronze hergestellt. Die Straubinger Kultur gilt als die älteste Kultur der Frühbronzezeit im östlichen Süddeutschland.
Der Begriff »Straubinger Kultur« wurde 1902 durch den damals am Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Mainz, arbeitenden Prähistoriker Paul Reinecke (1872–1958) geprägt, der ab 1908 als Konservator am Generalkonservatorium der Kunstdenkmale und Altertümer Bayerns in München wirkte. Der Ausdruck bezieht sich auf mehrere Gräberfelder im Raum Straubing, von denen das in der Ziegelei Ortler am frühesten entdeckt wurde.
Der etwa von 1800 bis 1600 v. Chr. währende späte Abschnitt der Straubinger Kultur wird auch Langquaid-Stufe genannt. Diese Bezeichnung geht ebenfalls auf Paul Reinecke zurück. Er hatte 1924 den an drei Fundorte erinnernden Namen »Stufe von Trassem-Langquaid-Tinsdahl« erfunden. Heute spricht man nur noch von der Langquaid-Stufe nach dem Depotfund von Langquaid (Kreis Kelheim) in Niederbayern.
Vorwort: Einführung in das Thema der Straubinger Kultur, ihre zeitliche und räumliche Ausdehnung sowie Vorstellung des Autors Ernst Probst.
Die Frühbronzezeit in Deutschland: Überblick über die chronologische Gliederung der frühen Bronzezeit und die Verbreitung verschiedener Kulturen und Gruppen im deutschsprachigen Raum.
»Heiliges Geld« für die Götter: Detaillierte Betrachtung der Straubinger Kultur, ihrer sozialen Struktur, materiellen Hinterlassenschaften und religiösen Praktiken.
Straubinger Kultur, Frühbronzezeit, Bronzezeit, Langquaid-Stufe, Metallurgie, Bestattungssitten, Siedlungsarchäologie, Paul Reinecke, Süddeutschland, Kupferdolche, Gräberfelder, Hortfunde, Opfergaben, Archäologie, Bronzebeile.
Die Publikation bietet eine fundierte wissenschaftliche Übersicht zur Straubinger Kultur, einer bedeutenden frühbronzezeitlichen Bevölkerungsgruppe in Südbayern.
Die Arbeit behandelt die Siedlungsweise, die soziale Schichtung, die Metallverarbeitung, Bestattungsriten und die religiöse Bedeutung von Grab- und Depotfunden.
Das Ziel ist die systematische Zusammenfassung des Forschungsstandes zu dieser Kulturgruppe, von ihrer Entdeckung durch Paul Reinecke bis hin zu modernen archäologischen Erkenntnissen.
Die Arbeit stützt sich auf eine archäologische Synthese, die Ausgrabungsberichte, anthropologische Befunde an Skeletten und die Analyse von Fundstücken (Keramik, Metallobjekte) kombiniert.
Der Hauptteil widmet sich der physischen Anthropologie der Bevölkerung, den Siedlungsformen, der Kleidung, dem Schmuck, dem Ackerbau und den rituellen Praktiken.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bronzezeit, Straubinger Kultur, Süddeutschland, Metallurgie, Gräberfelder und Depotfunde charakterisiert.
In der frühen Stufe dominierten Erzeugnisse aus unlegiertem Kupfer, während in der späteren Langquaid-Stufe Bronze als Werkstoff verwendet wurde.
Die Depotfunde werden nicht nur als Lagerbestände von Händlern interpretiert, sondern teilweise als standardisierte Opfergaben an die Götter, die in Flüssen oder Mooren versenkt wurden.
Untersuchungen an Skelettresten zeigten Abnutzungserscheinungen an Zähnen, Karies, Anzeichen von Eisenmangel sowie vereinzelte Spuren von operativen Eingriffen (Trepanation) und verheilten Verletzungen.
Die Langquaid-Stufe bezeichnet den jüngeren, etwa von 1800 bis 1600 v. Chr. währenden Abschnitt der Straubinger Kultur, der nach einem bedeutenden Depotfund in Niederbayern benannt ist.
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