Diplomarbeit, 2011
86 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
1.1 KeratinGebilde
1.2 Verallgemeinerte Fragestellung und Literaturwahl
2. Kunstpädagogik
2.1 Definition, Bedeutung, Selbstverständnis
2.2 Geschichtliche Entwicklung
2.3 Aktuell diskutierte Ansätze der Kunstpädagogik
2.3.1 Selle vs. Otto – Kunst gegen Bild?
2.3.2 Subjektzentrierte künstlerische Bildung
2.3.3 Biografiearbeit im Kunstunterricht
2.3.4 Ästhetische Erziehung
2.4 Gegenwärtige Praxis der Kunstpädagogik
3. Kunsttherapie
3.1 Einführung, Definition und Eingrenzung
3.2 Zur Entstehung der Pädagogischen Kunsttherapie
3.3 Theorie pädagogisch-kunsttherapeutischer Ansätze
3.3.1 Kunsttherapie mit Kindern (Bloch-Aupperle)
3.3.2 Identität und ästhetisches Handeln (Richter-Reichenbach)
3.3.3 Pädagogische Kunsttherapie in der Sozialen Arbeit (Domma)
3.3.4 Grenzüberschreitungen (Hampe, Wichelhaus)
4. Grauzonen und Zwischenbereiche – Berufliche Praxis zwischen Kunsttherapie und Pädagogik
4.1 Kunsttherapie an Schulen
4.2 Außerschulische Angebote zwischen Kunsttherapie und (Sozial-) Pädagogik
4.3 Malateliers zwischen Pädagogik, Lebensbegleitung und Therapie
4.4 „Ich kann halt nicht so gut malen“ – Eigene Erfahrungen aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
4.5 Exkurs: Ausbildungsinhalte im Vergleich
4.6 Berufsrechtliche Aspekte
5. Schlussbetrachtungen
6. KeratinGebilde
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Schnittmenge von Kunsttherapie und Kunstpädagogik in der beruflichen Praxis. Das Hauptziel besteht darin, die theoretischen und praktischen Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten dieser beiden Disziplinen zu ergründen, um Klarheit über die eigene berufliche Identität im pädagogisch-therapeutischen Feld zu gewinnen.
3.3.1 Kunsttherapie mit Kindern (Bloch-Aupperle)
In „Kunsttherapie mit Kindern“ verzichtet Susanne Bloch-Aupperle (1999) bereits in ihrer Einleitung auf die eindeutige Trennung zwischen Kunstpädagogik und -therapie. Stattdessen schreibt sie von der heilenden und psychohygienischen Wirkung der Gestaltung als pädagogisches Feld und Medium und möchte mit ihrem Buch ein Verständnis schaffen für den speziellen Blick, den solche pädagogisch-therapeutischen Situationen ihrer Ansicht nach erfordern (S.9). Kunsttherapeutische Ansätze und Interventionen werden hier als eine Erweiterung der Pädagogik in Richtung ganzheitlicher Förderung und freier Entfaltungsmöglichkeiten des Kindes betrachtet. Im Mittelpunkt steht daher eben nicht die Gegenüberstellung von Therapie und Pädagogik, sondern die Bedeutung künstlerischer Prozesse für Identitäts- und Rollenfindung und alles andere, was das Gelingen zwischenmenschlicher Beziehungen im weitesten Sinne berührt (ebd.). Laut Bloch-Aupperle (1999) ergeben sich aus dem künstlerischen Handeln heraus neue Wege zur Leitung und Unterstützung des individuellen Wachstums (S.10). Ganz allgemein zusammengefasst soll es der Pädagogischen Kunsttherapie also um die offene und wertfreie Entwicklungsförderung und -begleitung von Kindern mit den vielfältigen Mitteln der Kunst gehen.
1. Einleitung: Vorstellung des persönlichen Ateliers „KeratinGebilde“ und Einführung in die forschungsleitende Problematik der Abgrenzung von Kunstpädagogik und Kunsttherapie.
2. Kunstpädagogik: Überblick über historische Entwicklungen, aktuelle Strömungen und die fachdidaktische Diskussion von Ansätzen wie Bildorientierung und ästhetischer Forschung.
3. Kunsttherapie: Definition der Disziplin und historische sowie theoretische Einordnung pädagogisch-kunsttherapeutischer Ansätze bei verschiedenen Fachautoren.
4. Grauzonen und Zwischenbereiche – Berufliche Praxis zwischen Kunsttherapie und Pädagogik: Untersuchung der praktischen Umsetzung kunsttherapeutischer und pädagogischer Ansätze in Schulen, offenen Projekten und der Ausbildung.
5. Schlussbetrachtungen: Synthese der Ergebnisse und Reflexion über die Möglichkeiten, die Potenziale von Kunstpädagogik und Kunsttherapie stärker miteinander zu verknüpfen.
6. KeratinGebilde: Zusammenfassendes Plädoyer für einen freien, kreativen und persönlichkeitsbildenden Umgang mit Kunst jenseits starrer institutioneller Trennungen.
Kunstpädagogik, Kunsttherapie, Ästhetische Erziehung, Pädagogische Kunsttherapie, Ästhetische Forschung, Identitätsbildung, Künstlerische Bildung, Biografiearbeit, Berufliche Praxis, Soziale Arbeit, Ganzheitliche Förderung, Kreativität, Sinnespädagogik, Zwischenbereich, Interdisziplinarität.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Kunstpädagogik und Kunsttherapie und hinterfragt, wie diese beiden Bereiche in der beruflichen Praxis aufeinander treffen und sich überschneiden.
Die Arbeit thematisiert die historische Entwicklung beider Disziplinen, verschiedene theoretische Ansätze, die praktische Umsetzung in Schulen und sozialen Einrichtungen sowie berufsrechtliche Aspekte.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Felder zu identifizieren und zu verstehen, wie pädagogische und therapeutische Kompetenzen im künstlerischen Kontext professionell genutzt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Gegenüberstellung unterschiedlicher fachwissenschaftlicher Ansätze sowie der Reflexion persönlicher Praxiserfahrungen.
Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen der Kunstpädagogik und Kunsttherapie, analysiert Praxisbeispiele aus „Grauzonen“ (wie Schulprojekten) und vergleicht Ausbildungsinhalte sowie berufsrechtliche Herausforderungen.
Kernbegriffe sind Kunstpädagogik, Kunsttherapie, ästhetische Erziehung, Identitätsbildung, ganzheitliche Förderung und die berufliche Identität im künstlerisch-sozialen Kontext.
Das „KeratinGebilde“ ist das persönliche, private Atelier der Autorin, das als „Freies Atelier für Kreativität und Persönlichkeitsentfaltung“ dient und einen praktischen Ankerpunkt für die Reflexion ihrer Arbeit bildet.
Die Autorin argumentiert, dass in der Praxis – etwa bei der Arbeit mit Kindern – künstlerische Prozesse oft sowohl pädagogische als auch therapeutische Wirkungen entfalten, wodurch die theoretische Trennung in der Realität fließend wird.
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