Bachelorarbeit, 2011
82 Seiten, Note: 1,3
1. Die Zukunft der Vergangenheit?
2. Die historische Ausgangssituation im beginnenden 19. Jahrhundert
2.1 Umbrüche in Europa und Preußen
2.1.1 Der Zusammenbruch Preußens
2.1.2 Die Preußischen Reformen
2.2 Bildungsinstitutionen und Bildungstheorien
2.2.1 Schule, Berufsbildung und Universität
2.2.2 Humanismus und Neuhumanismus
2.3 Zusammenfassung
3. Zur Person Wilhelm von Humboldts
3.1 Herkunft
3.2 Ausbildung
3.3 Amt und Stellung
3.4 Zusammenfassung
4. Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie und Bildungsreform
4.1 Ideen zu einem Versuch, die Gränzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen
4.2 Theorie der Bildung des Menschen. Bruchstück.
4.3 Die Grundstruktur des von Humboldtschen Bildungsbegriffes
4.4 Die Bildungsreform Wilhelm von Humboldts
4.4.1 Die Reform des Bildungswesens als ein Teil der Preußischen Reformen
4.4.2 Der Königsberger und Litauische Schulplan
4.4.3 Die Bildungsreform am Beispiel der Universität
4.5 Das Scheitern der Bildungsreform Wilhelm von Humboldts
4.6 Zusammenfassung
5. Bologna
5.1 Der Bologna-Prozess
5.2 Der Bachelor in Deutschland
5.3 Die Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland
5.4 Der Bachelor als Berufsqualifikation in Deutschland
5.5 Zusammenfassung
6. Wilhelm von Humboldt und der Bachelor
6.1 Die europäische Universitätsidee versus einer Ökonomisierung der Bildung
6.2 Ein Vergleich des von Humboldtschen Bildungsbegriffes mit der Bologna-Reform
6.3 Zusammenfassung
7. Fazit und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob der moderne Bologna-Prozess mit dem neuhumanistischen Bildungsideal von Wilhelm von Humboldt vereinbar ist oder ob ein Paradigmenwechsel in der Bildungsgeschichte stattgefunden hat, der sich von Humboldts Prinzipien der freien Selbstbildung entfernt.
4.2 Theorie der Bildung des Menschen. Bruchstück.
Wilhelm von Humboldt kritisierte, wie oben gezeigt, das utilitaristische Bildungsideal, welches in der Aufklärung (1700 / 1720 bis 1785) vorherrschte. Dieses Bildungsverständnis war zutiefst von einem rationalen Kosten-Nutzen-Denken durchdrungen; dem entsprechend sollte Bildung auch in diesem Sinne einen Nutzen haben. So schrieb der Philanthrop Johann Stuve (1752–1793) in seinen Allgemeinsten Grundsätzen der Erziehung, hergleitet aus einer richtigen Kenntniß des Menschen in Rüksicht auf seine Bestimmung, seine körperliche und geistige Natur und deren innigste Verbindung seine Fähigkeit zur Glükseligkeit und seine Bestimmung für die Gesellschaft im Jahr 1785: „Der Endzweck der Erziehung ist, jeden Menschen, nach seiner eigenthümlichen Beschaffenheit, und nach seinem Standpunkt in der Gesellschaft für sich selbst so vollkommen und glücklich, und für andere so nüzlich, als möglich zu machen“ (Stuve 1785, S. 325).
Dahingegen war Wilhelm von Humboldt der Meinung, dass der Umfang der Bildung des einzelnen Menschen allein von seinen individuellen Fähigkeiten bestimmt werden darf, nicht aber von seinem Stand, seiner Religion oder seinem Herkommen. Als Zweck der Bildung sah Wilhelm von Humboldt keinen von der Gesellschaft vorgegebenen Zweck, sondern er verlangte eine Orientierung am Individuum (vgl. Vallentin 1999, S. 95). Bei Wilhelm von Humboldt stand also nicht der Nutzen per se im Zentrum der Bildung sondern einzig und allein der Mensch mit seinen Kräften: „Der wahre Zwek des Menschen [...] ist die höchste und proportionirlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste, und unerlassliche Bedingung“ (von Humboldt 1792 / 1960, S. 64).
1. Die Zukunft der Vergangenheit?: Einleitung in die Thematik, Vorstellung des Forschungsgegenstandes (Humboldt vs. Bologna) und Erläuterung der Zielsetzung.
2. Die historische Ausgangssituation im beginnenden 19. Jahrhundert: Analyse der Umbrüche in Europa und Preußen sowie der Bildungsinstitutionen als Kontext für die Reformen.
3. Zur Person Wilhelm von Humboldts: Biographische Einordnung Wilhelm von Humboldts unter Berücksichtigung seiner Herkunft, Ausbildung und beruflichen Stationen.
4. Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie und Bildungsreform: Detaillierte Darstellung von Humboldts Schriften und Reformkonzepten, insbesondere der Trennung von allgemeiner Bildung und fachlicher Berufsbildung.
5. Bologna: Untersuchung des Bologna-Prozesses, der Einführung von Bachelor-Studiengängen in Deutschland und der Rolle der Akkreditierung.
6. Wilhelm von Humboldt und der Bachelor: Systematischer Abgleich der humanistischen Bildungsideale mit der aktuellen Bologna-Umsetzung und Diskussion der Ökonomisierung.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung des Paradigmenwechsels und Entwicklung von konkreten Lösungsansätzen.
Wilhelm von Humboldt, Bologna-Prozess, Bildungstheorie, Menschenbildung, Neuhumanismus, Bachelor, Akkreditierung, Ökonomisierung, Selbstbildung, Hochschulreform, ECTS, Leistungsgesellschaft, Wissenschaft, Freiheit, Bildungsgeschichte.
Die Arbeit untersucht, ob das humanistische Bildungsideal von Wilhelm von Humboldt durch den modernen Bologna-Prozess im deutschen Hochschulwesen verdrängt wurde.
Die zentralen Felder sind die historische Bildungsreform unter Humboldt, der Bologna-Prozess als europäische Strukturreform und die kritische Auseinandersetzung mit der Ökonomisierung von Bildung.
Das Ziel ist herauszuarbeiten, ob der Bologna-Prozess dem neuhumanistischen Ideal gerecht wird oder ob ein Paradigmenwechsel hin zu einer ökonomisch orientierten Bildungsauffassung stattgefunden hat.
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse von Primärquellen (Schriften von Humboldt, Bologna-Dokumente) und einen systematischen Vergleich der Bildungsbegriffe sowie der institutionellen Umsetzung.
Im Hauptteil werden sowohl die theoretischen Grundlagen Humboldts als auch der praktische Umsetzungsstand des Bachelor-Systems in Deutschland detailliert analysiert und gegenübergestellt.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Menschenbildung, Universalität, Totalität, Individualität, employability, Akkreditierung und Freiheit von Forschung und Lehre.
Humboldt sah die Philosophie als absolute Kerndisziplin und Grundlage für das wissenschaftliche Arbeiten; die Arbeit kritisiert, dass ihr in aktuellen modularisierten Studiengängen kaum Platz eingeräumt wird.
Die Autorin sieht in der starren Modularisierung eine Form der Verschulung und Überregulierung, die das "Lernen des Lernens" behindert und Studierende unter einen immensen Zeitdruck setzt.
Vorgeschlagen werden unter anderem vermehrt wissenschaftliche Hausarbeiten, die Einführung von Teilzeitstudien, eine stärkere Autonomie durch staatliche Finanzierung und die obligatorische Arbeit mit Originaltexten.
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