Examensarbeit, 2011
83 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Biographische Informationen zu den Autoren
2.1 Ludwig Harig
2.2 Ruth Klüger
2.3 Christa Wolf
3. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der Literatur
4. Das erinnerte Ich, Fiktionalität und Authentizität, Subjektivität und Objektivität
4.1 Autobiographie oder biographischer Roman? – Überlegungen zu Gattungsbezeichnungen der drei Werke
4.2. Dokumente und Zeitzeugen gegen das Vergessen
4.3 Erzählstruktur
4.4 Fakten und Fiktion im biographischen Roman
4.4.1 Fakten und Fiktion in Weh dem, der aus der Reihe tanzt
4.4.2 Fakten und Fiktion in Weiter Leben. Eine Jugend
4.4.3 Fakten und Fiktion in Kindheitsmuster
4.5 Täter, Opfer und Mitläufer
4.6 Intertextualität
4.6.1 Ruth Klügers Lyrik im Konzentrationslager
5. Wie sind wir so geworden wie wir heute sind?
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Aufarbeitung der Kindheit in der NS-Zeit anhand der autobiographischen Werke von Christa Wolf, Ludwig Harig und Ruth Klüger. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie diese Autoren als Erwachsene auf ihre von totalitären Systemen geprägte Jugend blicken, welche literarischen Mittel sie zur Verarbeitung von Schuld und Erinnerung nutzen und inwieweit die Unterscheidung zwischen Täter-, Opfer- und Mitläuferperspektive in ihren Texten reflektiert wird.
Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der Literatur
Viele Autoren stellen sich im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus die Frage: Ist das Unsagbare sagbar oder tritt das Geschehen hinter seiner Beschreibung zurück? Dieses grundsätzliche erkenntnistheoretische und narrative Problem wird zusätzlich dadurch virulent, weil es immer weniger Zeitzeugen gibt, die das Dritte Reich, wie auch immer, beschreiben könnten.
Eine Kommerzialisierung des Holocaust, wie ihn Klüger teilweise anhand von touristisch anmutenden Gedenkstätten anmahnt (Vgl. Kap. 4.4.2), oder wie man einigen, meist kostengünstigen Film- oder Fernsehproduktionen vorwerfen könnte, sind dagegen vor allem aus ethischen Gründen abzulehnen. Gemeint ist eine reine Zurschaustellung von Elend, bei der Schrecken zu Unterhaltungszwecken genutzt wird. Klüger kritisiert in diesem Zusammenhang beispielsweise die erfolgreiche US-Fernsehserien Holocaust von 1978. Sie wird von ihr als ästhetisch minderwertig bezeichnet. Obwohl ihr immer wieder eine gewisse aufklärende Funktion zugeschrieben werde und das breite Publikum in Deutschland und Amerika erst durch sie auf die jüdische Katastrophe aufmerksam gemacht wurde, lehnt sie diese Art von Verhunzung der Geschichte, wie sie sich ausdrückt, ab. Sie spricht von einer gewissen moralischen Rechtfertigung, die alles gutheiße, was gegen das Vergessen ankämpfe.
1. Einleitung: Vorstellung der Thematik und der drei Autoren sowie Formulierung der zentralen Fragestellung bezüglich der literarischen Aufarbeitung der NS-Kindheit.
2. Biographische Informationen zu den Autoren: Kurzer Rückblick auf die Lebensdaten von Ludwig Harig, Ruth Klüger und Christa Wolf als Grundlage für die literarische Analyse.
3. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der Literatur: Diskussion über die Darstellbarkeit von NS-Verbrechen und Kritik an der Kommerzialisierung sowie Normalisierung des Holocaust.
4. Das erinnerte Ich, Fiktionalität und Authentizität, Subjektivität und Objektivität: Zentrale Untersuchung über Gattungsfragen, den Wahrheitsgehalt von Autobiographien und den literarischen Umgang mit Erinnerungsmaterial.
5. Wie sind wir so geworden wie wir heute sind?: Resümee der Untersuchung, das die unterschiedlichen Ansätze zur Vergangenheitsbewältigung zusammenführt und die Bedeutung der individuellen Perspektive hervorhebt.
Nationalsozialismus, Autobiographie, Kindheitsmuster, Erinnerung, Fiktionalität, Authentizität, Holocaust, Täterperspektive, Opferperspektive, Mitläufer, NS-Literatur, Vergangenheitsbewältigung, Erzählstruktur, Zeitzeugen, Literaturwissenschaft.
Die Arbeit untersucht, wie Christa Wolf, Ludwig Harig und Ruth Klüger in ihren autobiographischen Werken die eigene Kindheit im Nationalsozialismus verarbeiten.
Zu den Schwerpunkten zählen die Auseinandersetzung mit Schuld, die Darstellung des NS-Alltags aus verschiedenen Perspektiven und die methodische Reflexion des Erinnerns.
Das Ziel ist zu erforschen, mit welchen literarischen Mitteln die Autoren ihre NS-Vergangenheit reflektieren und wie sie ihre eigene Rolle innerhalb des totalitären Systems bewerten.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Primärtexte und Sekundärliteratur vergleicht, um Gattungsfragen und erzähltechnische Konstruktionen zu klären.
Der Hauptteil analysiert intensiv die Begriffe der Fiktionalität und Authentizität, die Gattungszuordnung der Werke sowie die Erzählstrukturen und den Einsatz von Intertextualität.
Wesentliche Begriffe sind Autobiographie, Holocaust, NS-Literatur, Erinnerung, Identitätssuche und die Unterscheidung zwischen faktischem Bericht und romanhafter Erzählung.
Weil die Werke aus sehr unterschiedlichen persönlichen Ausgangslagen entstanden sind: Klüger als verfolgte Jüdin, Harig und Wolf als Kinder im NS-System, was die jeweilige literarische Aufarbeitung maßgeblich beeinflusst.
Wolf nutzt eine hochkomplexe, mehrschichtige Erzählstruktur und arbeitet stark mit Identitätsspaltungen, während Harig eher episodenhaft und Klüger stärker faktenbezogen und direkt reflektierend vorgeht.
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