Fachbuch, 2011
104 Seiten
Vorwort
Flügelhauben und Totenhäuser
Die Lüneburger Gruppe
in der älteren Bronzezeit
von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.
Mit angeschmiedetem Schmuck ins Bett
Die Lüneburger Gruppe
in der mittleren Bronzezeit
von etwa 1200 bis 1100 v. Chr.
Selbstausstattungen für das Jenseits
Die Lüneburger Gruppe
in der jüngeren Bronzezeit
von etwa 1100 bis 800 v. Chr.
Die Arbeit untersucht die kulturelle Entwicklung der sogenannten Lüneburger Gruppe in der Lüneburger Heide während der Bronzezeit und analysiert dabei insbesondere Trachtgewohnheiten, Bestattungsrituale sowie soziale Strukturen der damaligen Ackerbauern und Viehzüchter.
Flügelhauben und Totenhäuser
In der Lüneburger Heide existierte während der älteren Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. die nach dieser Region bezeichnete Kulturstufe namens Lüneburger Gruppe. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckte sich von der Lüneburger Heide über die Weser hinweg bis zur Wildeshausener Geest. Es umfasste die heutigen Kreise Celle, Soltau-Fallingbostel, Uelzen, Lüneburg, Harburg und teilweise auch Lüchow-Dannenberg.
Die Hinterlassenschaften der Lüneburger Gruppe ähneln jenen der süddeutschen Hügelgräber-Kultur. Deshalb wird sie von manchen Autoren als eine Lokalgruppe der Hügelgräber-Kultur betrachtet (etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr.). Die zentrale Lüneburger Gruppe bestand auch in der mittleren Bronzezeit von etwa 1200 bis 1100 v. Chr. weiter.
Von der »Lüneburger Bronzezeit« sprach 1939 erstmals der damals in München tätige Prähistoriker Friedrich Holste (1908–1942). Den heute gebräuchlichen Begriff »Lüneburger Gruppe« prägte 1971 der zu jener Zeit am Museum Lüneburg arbeitende Prähistoriker Friedrich Laux. Er grenzte 1989 durch den Vergleich unterschiedlicher Tracht-, Bewaffnungs- und Bestattungssitten mehrere Lokalgruppen der älteren und mittleren Bronzezeit in Niedersachsen voneinander ab.
Flügelhauben und Totenhäuser / Die Lüneburger Gruppe in der älteren Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.: Dieses Kapitel definiert die Lüneburger Gruppe als Kulturerscheinung, beschreibt ihr Verbreitungsgebiet und beleuchtet die spezifische Frauentracht sowie Bestattungsbräuche der älteren Bronzezeit.
Mit angeschmiedetem Schmuck ins Bett / Die Lüneburger Gruppe in der mittleren Bronzezeit von etwa 1200 bis 1100 v. Chr.: Das Kapitel analysiert den Wandel der Bestattungssitten hin zur Brandbestattung sowie die Trachtsitten, bei denen Schmuckstücke aus technischen Gründen fest mit dem Körper der Frauen verbunden wurden.
Selbstausstattungen für das Jenseits / Die Lüneburger Gruppe in der jüngeren Bronzezeit von etwa 1100 bis 800 v. Chr.: Hier wird der Einfluss fremder Kulturen und die Veränderung des Bestattungsbrauchtums hin zur Deponierung von Beigaben in Urnen unter Einbeziehung neuerer Trachtelemente und Depotfunde behandelt.
Lüneburger Gruppe, Bronzezeit, Lüneburger Heide, Archäologie, Bestattungsrituale, Flügelhauben, Tracht, Totenkult, Friedrich Laux, Siedlungsgeschichte, Schmuckformen, Grabbeigaben, Depotfunde, Brandbestattung, Hügelgräber
Die Arbeit gibt einen Überblick über die bronzezeitliche Lüneburger Gruppe und beschreibt deren Lebensweise, materielle Kultur sowie gesellschaftliche Praktiken über einen Zeitraum von rund 700 Jahren.
Die zentralen Themen umfassen die Siedlungsstrukturen, die Entwicklung der Mode und Tracht, die Waffenherstellung, Handelsbeziehungen sowie die komplexen Bestattungssitten der Menschen in der Lüneburger Heide.
Das Ziel ist die Dokumentation der kulturellen Eigenheiten der Lüneburger Gruppe und deren Abgrenzung gegenüber benachbarten bronzezeitlichen Kulturen durch archäologische Funde.
Der Autor stützt sich auf die archäologische Forschung, insbesondere auf die Analyse von Grabbeigaben, Depotfunden und die Auswertung von Siedlungsüberresten durch Experten wie Friedrich Laux.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die ältere, mittlere und jüngere Bronzezeit, wobei jeweils die spezifischen Trachten, Bewaffnungen und Bestattungsbräuche der Epoche detailliert geschildert werden.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Lüneburger Gruppe, Bronzezeit, Flügelhauben, Bestattungssitten, Totenfolge und archäologische Funde.
Da das Metall für die Arm- und Beinringe spröde war, konnten diese nicht täglich abgenommen werden; sie wurden daher in heißem Zustand direkt am Körper angebracht und dauerhaft getragen.
Unter Totenfolge versteht man Grabfunde, bei denen Hinweise darauf deuten, dass lebende Zeitgenossen – vermutlich als Diener oder Angehörige – einem Verstorbenen bei dessen Bestattung in den Tod folgten.
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