Bachelorarbeit, 2011
51 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Bourdieus Theorie der kulturellen Reproduktion
2.1. Habitus, Klasse, Feld, Kapital – theoretische Grundelemente
2.2. Wie funktioniert die kulturelle Reproduktion?
2.3. Die Rolle der Schule in der kulturellen Reproduktion
2.4. Die Illusion der Chancengleichheit
2.5. Die Rationale Pädagogik – der Weg aus der Chancenungleichheit
2.6. Forderungen an eine Rationale Pädagogik
3. Das deutsche und das finnische Schulsystem im Vergleich
3.1. Kurze Darstellung der beiden Schulsysteme
3.2. Ergebnisse der PISA-Studie 2009 zur Abhängigkeit der Bildungschancen von sozialer Herkunft
3.2.1. Ergebnisse Deutschland
3.2.2. Ergebnisse Finnland
3.3. Umsetzung der Forderungen an eine Rationale Pädagogik
3.3.1. Rationale Pädagogik in Deutschland
3.3.2. Rationale Pädagogik in Finnland
4. Fazit
Diese Arbeit untersucht, ob die von Pierre Bourdieu formulierte Rationale Pädagogik einen geeigneten Lösungsansatz für die bestehende Chancenungleichheit im Bildungssystem darstellt, die durch die PISA-Studie 2009 in Deutschland verdeutlicht wurde. Dabei wird analysiert, inwieweit das deutsche und das finnische Schulsystem die Anforderungen an eine Rationale Pädagogik erfüllen.
2.4. Die Illusion der Chancengleichheit
Wir sollten aber noch genauer auf die Tragweite dieser Selektionsmechanismen eingehen. Denn Pierre Bourdieu ging es bei seinen Untersuchungen zum französischen Bildungssystem vor allem darum, die „Illusion der Chancengleichheit“ aufzudecken. Denn die eben beschriebenen Vorgänge, die an den Schulen alltäglich stattfinden, werden stillschweigend hingenommen und da sie unbewusst bleiben, werden die Ungleichheitsverhältnisse als vollkommen natürlich angesehen. Bourdieu spricht deshalb von einer Begabungsideologie, die es aufzudecken gilt: Die Privilegien, also das kulturelle Kapital, mit dem bestimmte Kinder schon vor Schuleintritt ausgestattet sind, werden in Intelligenz umgedeutet. Das Schulprinzip der Chancengleichheit legitimiert die soziale Ungleichheit, „indem es als ererbtes Talent erscheinen lässt, was nichts als kulturelles Privileg ist“ (Bourdieu 2001, S.23).
Wer einem Schüler, der aus einer Schriftsteller-Familie stammt, aufgrund eines „brillanten“ Aufsatzes besondere Begabung attestiert, vergisst dabei die soziale Herkunft in den Blick zu nehmen. Aber die Begabungsideologie hat noch einen weiteren Effekt:
„Die Begabungsideologie, Grundvoraussetzung des Schul- und Gesellschaftssystems, bietet nicht nur der Elite die Möglichkeit, sich in ihrem Dasein gerechtfertigt zu sehen, sie trägt auch dazu bei, den Angehörigen der benachteiligten Klassen das Schicksal, das ihnen die Gesellschaft beschieden hat, als unentrinnbar erscheinen zu lassen.“ (Bourdieu 2001, S.46)
1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung, inwiefern Bourdieus Rationale Pädagogik einen Weg aus der sozialen Bildungsungleichheit aufzeigen kann.
2. Bourdieus Theorie der kulturellen Reproduktion: Erläuterung der zentralen soziologischen Begriffe und der Mechanismen, durch die Schulen soziale Ungleichheit verfestigen.
3. Das deutsche und das finnische Schulsystem im Vergleich: Empirische Gegenüberstellung beider Systeme basierend auf den PISA-Daten und deren Übereinstimmung mit den Forderungen der Rationalen Pädagogik.
4. Fazit: Resümee darüber, dass finnische Strukturen eine höhere Nähe zur Rationalen Pädagogik aufweisen und somit einen ergiebigen Ansatz für Bildungsgerechtigkeit bieten.
Pierre Bourdieu, Rationale Pädagogik, kulturelle Reproduktion, Chancenungleichheit, Bildungsgerechtigkeit, PISA-Studie, Habitus, soziales Kapital, schulisches Selektionssystem, soziale Klasse, Bildungstitel, Durchlässigkeit, Begabungsideologie, Bildungsstandard, Inklusion
Die Arbeit untersucht die Relevanz von Pierre Bourdieus Theorie der Rationalen Pädagogik für moderne Bildungssysteme im Hinblick auf das Ziel der Chancengleichheit.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung durch Bourdieu (Habitus, Kapital, kulturelle Reproduktion) sowie der empirische Vergleich der Schulsysteme von Deutschland und Finnland.
Ziel ist es zu klären, ob die Umsetzung einer Rationalen Pädagogik die herkunftsbedingte Bildungsbenachteiligung effektiv mindern kann.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis soziologischer Begriffe Bourdieus, verknüpft mit einer Auswertung aktueller PISA-Daten und schulpolitischer Anforderungen.
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen, durch die Schule soziale Ungleichheit reproduziert, und vergleicht, wie Deutschland und Finnland diese durch ihre Strukturen – oder deren Fehlen – beeinflussen.
Soziale Ungleichheit, Bildungserfolg, Schulerziehung, soziale Herkunft und Bildungsreformen.
Finnland weist eine geringere Selektion und eine höhere soziale Inklusion auf, was laut Arbeit stärker mit den Prinzipien der Rationalen Pädagogik korrespondiert als das deutsche, stärker hierarchisierte System.
Es bezeichnet die Fehlannahme, dass Schulerfolg primär auf individueller Begabung beruht, während er in Wahrheit oft auf bereits vor Schuleintritt erworbenen kulturellen Privilegien basiert.
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