Bachelorarbeit, 2011
51 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Demographische Aspekte der Altersgesellschaft
3. „Alter“ und „Altern“
3.1 Dimensionen des Alterns
3.1.1 Kalendarisches Altern
3.1.2 Biologisches Altern
3.1.3 Psychisches Altern
3.2 Altersbilder und Altersstereotype
3.3 Schlussfolgerungen
4. Herausforderungen und Chancen einer alternden Gesellschaft
4.1 Arbeitsmarkt und Arbeitswelt
4.1.1 Das Potential älterer Arbeitnehmer
4.1.2 Neue Wege auf dem Arbeitsmarkt
4.2 Sozialpolitik und soziale Ungleichheit in der Altersgesellschaft
4.2.1 Das System der Alterssicherung
4.2.2 Drohende Armut und Ausgrenzung?
4.3 Lebenslauf und Lebensformen
4.3.1 Individualisierung und Pluralisierung von Lebensstilen
4.3.2 Familiäre Strukturen und Generationenbeziehungen
4.3.2 Freizeit und die freie Zeit
4.3.4 Technik im Alter
5. Das „vierte Alter“
5.1 Die Kultur des Sterbens
5.2 Das soziale Sterben
5.3 Ein würdiger letzter Lebensabschnitt
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die vielschichtigen Herausforderungen und Chancen, die mit der demographischen Alterung der deutschen Gesellschaft einhergehen. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die soziologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Dimensionen des Alterns zu entwickeln und darzustellen, wie gesellschaftliche Strukturen auf den demographischen Wandel reagieren müssen.
3.1.1 Kalendarisches Altern
Alter wird im Alltag zunächst mit dem kalendarischen oder auch chronologischen Lebensalter verbunden, worunter man die direkte Einteilung einer Person in eine Altersgruppe anhand ihres Geburtsdatums versteht. Jeder ist also so alt, „wie es sich rechnerisch aus der Differenz zwischen Geburts- und aktuellem Datum ergibt“ (Thieme 2008, S. 33). Eine solche Einteilung existiert vermutlich hauptsächlich als „verwaltungsmässige [sic], bürokratische Organisationsform der Gesellschaft“ (Schmassmann 2006, S. 28f.), um bestimmte Phasen des Lebenslaufs, wie zum Beispiel die Volljährigkeit oder das Rentenalter, festlegen zu können.
Die Altersgrenze für das Rentenalter zum Beispiel ist eine willkürliche Setzung, die, einmal fixiert, die gesellschaftliche Definition des Alters vollständig bestimmt (vgl. Braun 1973, S. 57). Dieser Aspekt ist von besonderer Relevanz für die alternde Gesellschaft, denn der chronologischen Einteilung werden gewisse kulturelle Eigenschaften und gesellschaftliche Bedeutungen zugeschrieben, die das Selbstverständnis vom Alter beeinflussen. In Deutschland nimmt ein 14 jähriges Mädchen beispielsweise die soziale Rolle einer Schülerin ein, in einer segmentären Gesellschaft kann sie jedoch bereits die Rolle der Ehefrau und Mutter tragen (vgl. Schmassmann 2006, S. 29f.). Ebenso existieren unterschiedliche Vorstellungen von dem Zeitpunkt, an dem das Alter beginnt, die sich in unseren Köpfen fest eingebrannt haben und sich so schnell nicht mehr von dort löschen lassen.
Problematisch ist also die Frage, wo eine Grenze zwischen den unterschiedlichen Altersgruppen gezogen werden kann. Wir sind heute stark auf die Aussage des kalendarischen Alters fixiert, obwohl eine Zahl alleine der „Heterogenität von Verhaltensweisen und Eigenschaften einer einzelnen Geburtskohorte“ (Pohlmann 2004, S. 13) nicht gerecht werden kann. Bei rein chronologischer Altersbetrachtung werden ereigniskorrelierte Entwicklungen sowie individuelle und umweltbedingte Einflüsse, die gesamte Vielfalt des Lebens also, völlig ignoriert (vgl. Pohlmann 2004, S. 14).
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die voranschreitende Alterung der Gesellschaft sowie die daraus resultierenden Herausforderungen für soziale Sicherungssysteme und formuliert das Ziel der objektiven Bestandsaufnahme.
2. Demographische Aspekte der Altersgesellschaft: Dieses Kapitel erläutert den Wandel der deutschen Sozialstruktur von der Alterspyramide zur „zerzausten Wettertanne“ und analysiert Faktoren wie Lebenserwartung und Geburtenentwicklung.
3. „Alter“ und „Altern“: Es werden die verschiedenen Dimensionen des Alterns – kalendarisch, biologisch und psychisch – beleuchtet sowie der Einfluss negativer Altersstereotype kritisch hinterfragt.
4. Herausforderungen und Chancen einer alternden Gesellschaft: Dieser Hauptteil widmet sich den Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Arbeitsmarkt, die Sozialpolitik und veränderte Lebensformen, inklusive der Rolle moderner Technik.
5. Das „vierte Alter“: Hier steht die Hochaltrigkeit im Zentrum, wobei die Institutionalisierung und Medikalisierung des Sterbens sowie alternative Wege wie die Hospizarbeit diskutiert werden.
6. Fazit: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens, um ein würdevolles Altern zu ermöglichen, und betont die Eigenverantwortung für die Gestaltung des langen Lebens.
Altersgesellschaft, Demographischer Wandel, Lebenserwartung, Soziologie, Generationenvertrag, Altersbilder, Altersstereotype, Arbeitsmarkt, Sozialstaat, Lebensformen, Hochaltrigkeit, Sterbekultur, Hospiz, Altersarmut, Technik im Alter
Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Folgen der zunehmenden Alterung der Bevölkerung in Deutschland unter soziologischen und interdisziplinären Gesichtspunkten.
Die Schwerpunkte liegen auf dem demographischen Wandel, der Definition des Alterns, den Folgen für Arbeitsmarkt und Sozialsystem sowie dem würdevollen Umgang mit dem Sterben im „vierten Alter“.
Ziel ist es, ein umfassendes Bild über den aktuellen Forschungsstand zur alternden Gesellschaft zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, wie Herausforderungen durch objektive Analyse und gesellschaftliches Umdenken bewältigt werden können.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, indem er Erkenntnisse aus der Soziologie, Demographie, Thanatologie und Gerontologie interdisziplinär zusammenführt und auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Komplexe: die theoretischen Dimensionen des Alterns, die wirtschaftlichen Herausforderungen (Arbeitsmarkt und Sozialpolitik) sowie soziokulturelle Aspekte wie Wohnformen, Technik und das Sterben.
Zu den prägenden Begriffen gehören demographischer Wandel, Altersbilder, soziale Ungleichheit, Generationenvertrag und die Institutionalisierung des Todes.
Während das „dritte Alter“ (ca. 60–80 Jahre) als aktive und oft positive Lebensphase verstanden wird, bezeichnet das „vierte Alter“ die Phase der Hochaltrigkeit, in der häufig Multimorbidität und Hilfsbedürftigkeit dominieren.
Technik wird sowohl als notwendige Barriereüberwindung für gesellschaftliche Teilhabe als auch als unterstützendes Instrument (z. B. Medizintechnik, intelligente Wohnumgebungen) für ein längeres selbstständiges Leben im Alter betrachtet.
Die Arbeit analysiert, wie die demographische Verschiebung das Umlageverfahren belastet und welche Reformansätze, wie etwa das Sparen für das Kapitaldeckungsverfahren oder die längere Erwerbsbeteiligung, diskutiert werden.
Er beschreibt den Prozess des Verlusts sozialer Anerkennung und Identität, der oft schleichend nach dem Renteneintritt oder bei Eintritt in institutionelle Pflegeumgebungen beginnt, lange bevor der physische Tod eintritt.
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