Diplomarbeit, 2010
115 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Personenkreis
2.1 Definitionen
2.1.1 Behinderung laut WHO
2.1.2 Geistige Behinderung
2.1.3 Diskussion der Begrifflichkeit
3 Der Lebensbereich Freizeit
3.1 Erklärungsansätze und Definition
3.2 Historische Entwicklung des Freizeitverständnisses
3.2.1 Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert
3.2.2 Aktuelle Sichtweisen
3.2.3 Freizeitverhalten von Menschen mit Lernschwierigkeiten im historischen Kontext
3.3 Formen der Freizeitgestaltung
3.4 Der Lebensbereich Freizeit bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
3.4.1 Einfluss des Freizeiterlebens auf die Lebensqualität
3.4.2 Bedürfnisse in der Freizeitgestaltung
3.4.3 Exkurs: Freizeitkompetenz als Voraussetzung
3.4.4 Determinanten der Freizeitgestaltung
3.4.5 Erschwernisse für die Freizeitgestaltung
3.4.6 Zur Situation der Freizeit von Menschen mit Lernschwierigkeiten
3.4.6.1 Empirische Studien in Deutschland
3.4.6.2 Zusammenfassung wesentlicher Erkenntnisse
4 Inklusion
4.1 Definition
4.2 Wurzeln und Entwicklung des Inklusionsgedankens
4.2.1 Entstehung des Begriffs
4.2.2 Von der Exklusion zur Inklusion in Deutschland
4.2.3 Reflexion zur begrifflichen Verwendung
4.3 Aktuelle inklusive Tendenzen
4.3.1 International
4.3.2 National
4.3.2.1 Gesetzliche Regelungen
4.3.2.2 Entwicklungen in der Heilpädagogik
4.4 Voraussetzungen und Bedingungen
4.5 Zusammenfassung wesentlicher Aspekte
5 Der Inklusionsprozess im Lebensbereich Freizeit
5.1 Bedeutung heilpädagogischer Leitprinzipien
5.1.1 Selbstbestimmung
5.1.2 Partizipation und Teilhabe
5.1.3 Empowerment
5.1.4 Fazit
5.2 Gestaltungsmöglichkeiten auf verschiedenen Handlungsebenen
5.2.1 Subjektzentrierte Ebene
5.2.2 Gruppenbezogene Ebene
5.2.3 Institutionelle Ebene
5.2.4 Sozialpolitische Ebene
5.2.5 Fazit
5.3 Heilpädagogische Handlungsmöglichkeiten
5.3.1 Prozessgestaltung im Sinne heilpädagogischen Handelns
5.3.2 Reflexion – Chancen und Grenzen erfolgreicher Inklusion
5.4 Das Assistenzmodell als Handlungskonzept der Heilpädagogik
5.4.1 Assistenz als Dienstleistungsmodell
5.4.1.1 Hintergrund des Assistenzgedankens
5.4.1.2 Kritische Reflexion und Rolle des Heilpädagogen
5.4.2 Umsetzung im Lebensbereich Freizeit
5.4.3 Freizeitassistenz in der Praxis: IDEAL e. V.
5.4.3.1 Die Arbeit des Vereins
5.4.3.2 Zusammenfassende Bemerkungen zu IDEAL e. V.
5.4.4 Zusammenfassung und Reflexion
6 Resümee und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht kritisch-konstruktiv, wie die Heilpädagogik durch neue Konzepte einen wesentlichen Beitrag zur inklusiven Freizeitgestaltung von Menschen mit Lernschwierigkeiten leisten kann. Dabei liegt der Fokus auf der Identifikation aktueller Barrieren sowie der Erarbeitung notwendiger Voraussetzungen auf gesellschaftlicher und individueller Ebene, um eine aktive Teilhabe zu gewährleisten.
3.4.5 Erschwernisse für die Freizeitgestaltung
Wie schon verdeutlicht, haben Menschen mit Lernschwierigkeiten ebenso das Bedürfnis nach Freizeit sowie ähnliche Interessen wie jede andere Person ohne spezifische Lebenserschwernisse (vgl. Markowetz 2007, S. 261). Diese sind subjektiv sehr unterschiedlich. Es gibt jedoch bestimmte Einflussfaktoren, die das Freizeitverhalten beeinflussen und besonders erschwerend wirken können. Hier sollen nun die sich als am wesentlichsten negativ auswirkenden Erschwernisse aufgeführt werden.
Menschen mit Lernschwierigkeiten leben häufiger als Menschen ohne Beeinträchtigungen isoliert von der restlichen Gesellschaft. Dafür gibt es eine Vielzahl an Gründen. Die Bereiche Wohnen und Arbeit haben aufgrund des institutionalisierten Behindertensystems in Deutschland noch genügend Sondereinrichtungen (z. B. Wohnheime und Werkstätten für Menschen mit Behinderung). Diese verstärken die Trennung zwischen den Menschen mit Behinderung und den Personen der Gesellschaft ohne Beeinträchtigung. Der Zugang zur Gesellschaft ist durch diesen Umstand allgemein schon erschwert. Dies ist eine durch die Gegebenheiten induzierte Isolation.
Oft sehen sich die betroffenen Personen mit Stigmatisierung und Diskriminierung konfrontiert, auch wenn unter anderem von der Regierung Integration, Aufklärung und Offenheit propagiert wird. Diese Stigmatisierung kann verschiedene Ursachen haben, wie z. B. Desinteresse, Unwissenheit oder Ignoranz der Bevölkerung gegenüber Personen mit Lernschwierigkeiten. In dem Fall gilt die sogenannte ‚Lernschwierigkeit‘ als „(…) negative Bewertung im sozialen Kontext (…)“ (Brinkmann 2006, S. 95). Dieser Blickwinkel auf die Menschen erschwert die Teilhabe am freizeitkulturellen Leben in der Gesellschaft und ist „(…) Grundlage für Unsicherheit, Abwehr und Ausgrenzung“ (ebd.).
Ein weiterer Faktor, der zu zunehmender Isolation führt, kann sein, dass ein Mensch mit Lernschwierigkeiten im bisherigen Leben kein Bewusstsein für seine Freizeitinteressen entwickeln konnte, sei es aufgrund von Bevormundung oder vermittelter Unsicherheit, die ihn dazu bewegt, Unbekanntes zu meiden. Dies kann auch als „Selbstisolierungstendenz“ (Markowetz 2007, S. 264) bezeichnet werden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Freizeitgestaltung für Menschen mit Lernschwierigkeiten und führt in die Fragestellung ein, wie heilpädagogische Konzepte zu einer inklusiven Teilhabe beitragen können.
2 Personenkreis: Dieses Kapitel definiert den Personenkreis der Menschen mit Lernschwierigkeiten und diskutiert kritisch die stigmatisierende Verwendung von Begrifflichkeiten.
3 Der Lebensbereich Freizeit: Hier werden Definitionen von Freizeit, historische Entwicklungen des Freizeitverständnisses sowie spezifische Bedürfnisse und Barrieren von Menschen mit Lernschwierigkeiten analysiert.
4 Inklusion: Das Kapitel erläutert den Inklusionsbegriff als Prozess, geht auf historische Wurzeln und aktuelle nationale sowie internationale rechtliche Rahmenbedingungen ein.
5 Der Inklusionsprozess im Lebensbereich Freizeit: Der Hauptteil verknüpft heilpädagogische Leitprinzipien wie Selbstbestimmung und Empowerment mit konkreten Handlungsebenen und dem Assistenzmodell, illustriert durch das Praxisbeispiel IDEAL e. V.
6 Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, durch gesellschaftliche Sensibilisierung und professionelles heilpädagogisches Handeln schrittweise eine inklusive Gesellschaft zu verwirklichen.
Freizeit, Lernschwierigkeiten, Inklusion, Heilpädagogik, Selbstbestimmung, Empowerment, Teilhabe, Barrieren, Freizeitassistenz, Behindertenhilfe, soziale Integration, Lebensqualität, Diskriminierung, Assistenzmodell, Gemeinwesen.
Die Arbeit befasst sich mit dem Lebensbereich Freizeit von Menschen mit Lernschwierigkeiten und untersucht, wie eine inklusive Gestaltung dieses Bereichs unter heilpädagogischen Aspekten realisiert werden kann.
Zentrale Themen sind die Bedeutung der Freizeit, die Analyse gesellschaftlicher Barrieren, der Prozess der Inklusion sowie heilpädagogische Unterstützungskonzepte wie das Assistenzmodell.
Das Ziel ist es, kritisch zu prüfen, wie die Heilpädagogik durch die Umsetzung neuer Konzepte Barrieren abbauen und eine gleichberechtigte sowie selbstbestimmte Freizeitgestaltung für Menschen mit Lernschwierigkeiten fördern kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgreifende Literaturanalyse sowie die Einbeziehung von Ergebnissen empirischer Studien und ein praxisnahes Beispiel aus der Freizeitassistenz.
Der Hauptteil analysiert die Bedeutung von Leitprinzipien wie Selbstbestimmung, Partizipation und Empowerment, untersucht vier Handlungsebenen der Inklusion und stellt das Assistenzmodell als Handlungskonzept der Heilpädagogik vor.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Freizeit, Lernschwierigkeiten, Heilpädagogik, Selbstbestimmung, Empowerment, Teilhabe und Assistenz.
Der Verein dient als exemplarisches Praxisbeispiel für die Umsetzung von Freizeitassistenz, anhand dessen die theoretischen Konzepte auf ihre praktische Anwendbarkeit und Herausforderungen hin überprüft werden.
Die Verfasserin stellt fest, dass in der Fachwelt der Fokus oft einseitig auf den Bereichen Wohnen und Arbeiten liegt, während die Freizeitgestaltung für eine sinnerfüllte Lebensqualität seltener tiefgreifend reflektiert wird.
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