Fachbuch, 2011
60 Seiten
1. Vorwort
2. Die Mittelbronzezeit in Deutschland
2.1 Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen
3. Pfostenavenuen und »Sonnensteine«
3.1 Die Oldenburg-emsländische Gruppe von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.
Diese Arbeit widmet sich der systematischen Darstellung einer spezifischen bronzezeitlichen Kulturstufe im westlichen Niedersachsen und analysiert deren soziokulturelle Merkmale, Lebensweise und technologische Hinterlassenschaften im Kontext der älteren Bronzezeit.
Pfostenavenuen und »Sonnensteine«
Aus einem nicht bekannten Grund haben die Menschen im westlichen Teil von Niedersachsen in der älteren Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. ihren Verstorbenen fast keine Beigaben mit ins Grab gelegt. Durch diese Eigenart unterscheidet sich die in den Kreisen Oldenburg, Cloppenburg, Diepholz und Emsland verbreitete Oldenburg-emsländische Gruppe von den übrigen Kulturstufen jener Zeit in Niedersachsen. Der Begriff »Oldenburg-emsländische Gruppe« geht auf den Hamburger Prähistoriker Friedrich Laux zurück. Er hat 1987 in Bad Stuer bei einer Tagung und 1990 in dem Sammelband hierüber diesen Namen geprägt.
Anhand zweier Grabfunde aus Kirchhatten (Kreis Oldenburg) weiß man, dass die Menschen jener Zeit Kleidungsstücke trugen, die aus Schafwolle und Hirschhaaren gewebt waren. In einem der dortigen Gräber konnte auf der Außenseite eines bronzenen Armreifs ein Wollgeweberest geborgen werden, der entweder von der Decke, unter der die Leiche lag, oder von einem Mantel stammt. In einem anderen Grab fand man an fünf Stellen der Bestattung ein Wollgewebe mit ein Millimeter dicken Fäden und verrotteten Flachs.
Auf Ackerbau während der älteren Bronzezeit wies früher eindeutig der Hakenpflug von Walle (Kreis Aurich) hin, der nur wenig außerhalb des Verbreitungsgebietes der Oldenburg-emsländischen Gruppe zum Vorschein kam. Sein Alter wurde durch Pollenanalysen am Fundort ermittelt. Heute schwankt die Datierung jenes Pfluges zwischen der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Das insgesamt drei Meter lange Ackerbaugerät aus Eichenholz mit etwa 60 Zentimeter langer Schar hat man beim Torfstechen in etwa anderthalb Meter Tiefe zutage gefördert.
Vorwort: Einleitung in die Thematik der Oldenburg-emsländischen Gruppe und Vorstellung des Autors sowie der wissenschaftlichen Graphikerin.
Die Mittelbronzezeit in Deutschland: Erläuterung der chronologischen Einordnung, der Terminologie und der regionalen Verbreitung der Kulturen in dieser Epoche.
Pfostenavenuen und »Sonnensteine«: Detaillierte Analyse der speziellen archäologischen Befunde in Niedersachsen, insbesondere der Grabbauten, Kultmale und des Sonnenkults.
Bronzezeit, Oldenburg-emsländische Gruppe, Niedersachsen, Archäologie, Sonnensteine, Pfostenavenuen, Hügelgräber, Bestattungskultur, Metallurgie, Ackerbau, Goldschmuck, Prähistorik, Nordwestdeutschland, Kultmal, Montelius.
Die Arbeit befasst sich mit der Charakterisierung und Analyse der Oldenburg-emsländischen Gruppe, einer speziellen bronzezeitlichen Kulturstufe, die zwischen 1500 und 1200 v. Chr. im westlichen Niedersachsen existierte.
Im Zentrum stehen die Besonderheiten der Bestattungskultur, die materielle Hinterlassenschaft wie Keramik und Waffen, sowie die architektonischen und kultischen Befunde, namentlich Pfostenavenuen und Sonnensteine.
Ziel ist es, die Eigenarten dieser lokalen Gruppe, wie das Fehlen von Grabbeigaben und die spezifischen Kultanlagen, in den regionalen und überregionalen Kontext der Bronzezeit einzuordnen.
Der Autor nutzt archäologische Fundanalysen, pollenanalytische Datierungen und den Vergleich typologischer Merkmale von Bronzeobjekten, um ein Lebensbild der damaligen Gesellschaft zu rekonstruieren.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Lebensweise, der Trachten, des Ackerbaus und der kultischen Manifestationen der Menschen im Raum Oldenburg, Cloppenburg, Diepholz und Emsland.
Die zentralen Schlagworte sind Bronzezeit, Oldenburg-emsländische Gruppe, Sonnensteine, Pfostenavenuen, Prähistorik und regionale Kulturgruppen.
Die mit konzentrischen Kreisen verzierten Granitsteine werden als Kultmale interpretiert, die vermutlich im Zusammenhang mit einem Sonnenkult der älteren Bronzezeit standen.
Dieser Begriff wird aufgrund der groben Machart der Tongefäße verwendet, die im Vergleich zu den Artefakten anderer zeitgenössischer Kulturen eine einfachere Ausarbeitung aufweisen.
Sie dienten als von Pfosten gesäumte Zugänge zu Grabanlagen und werden als heilige Bezirke oder zeremonielle Wege gedeutet, die den Totenstätten eine besondere Bedeutung verliehen.
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