Masterarbeit, 2011
73 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Spezifische Charakteristiken im Geschäftsmodell Förder-Stiftung
2.1 Förder-Stiftung - die klassische Stiftung
2.2 Formelles, Trends und Herausforderungen
2.3 Der Regelkreis einer Förder-Stiftung
3. Überblick Beschaffungs-Modelle in verschiedenen Branchen des Profit-Bereichs
3.1 Die Beschaffung im Unternehmen
3.1.1 Bedarfsanalyse
3.1.2 Beschaffungsmarktforschung
3.1.3 Sourcing-Strategien
3.1.4 Lieferantenmanagement
3.1.5 Beschaffung von Dienstleistungen
3.2 Personalmarketing
3.2.1 Auf der Suche nach maximaler Passung
3.2.2 Abschreckung ungeeigneter Kandidaten
3.2.3 Methoden des Personalmarketings und der Rekrutierungswege
3.2.4 Umsetzung des geplanten Vorgehens
3.3 Finanzmarketing
3.4 Data Mining
4. Transfer auf die spezifische Situation bei Förder-Stiftungen
4.1 Analogien zur Beschaffung im Unternehmen
4.1.1 Bedarfsanalyse
4.1.2 Marktforschung
4.1.3 Sourcing-Strategien
4.1.4 Lieferantenmanagement
4.1.5 Beschaffung von Dienstleistungen
4.2 Analogien zum Personalmarketing
4.2.1 Qualität des Auswahlverfahrens
4.2.2 Abschreckung ungeeigneter Kandidaten
4.2.3 Methoden und Rekrutierungswege
4.2.4 Umsetzung des geplanten Vorgehens
4.3 Analogien zum Finanzmarketing
5. Erhebung von praktizierten Formen zur Beschaffung von Projekten bei Förder-Stiftungen
5.1 Vorgehensweise
5.2 Förderstrategie/Aufbau des Profils
5.3 Bedarfsanalyse
5.4 Marktforschung
5.5 Sourcing-Strategien
5.6 Lieferantenbewertung
5.7 Lieferantenentwicklung
5.8 Förderung mit grossem Dienstleistungsanteil
5.9 Methoden und Rekrutierungswege
5.10 Abschreckung ungeeigneter Anträge
6. Folgerungen und Modell-Entwicklung
6.1 Allgemeine Tendenzen
6.2 Folgerungen für die Beschaffung bei Stiftungen
6.3 Modell-Entwicklung am Fallbeispiel
7. Zusammenfassung und Ausblick
7.1 Zusammenfassung
7.2 Ausblick
Die Masterarbeit untersucht, wie gemeinnützige Förder-Stiftungen von Best-Practices aus anderen Branchen lernen können, um ihre Projektbeschaffung effizienter und wirkungsvoller zu gestalten, wobei insbesondere Governance-Modelle und Beschaffungsstrategien im Fokus stehen.
3.1 Die Beschaffung im Unternehmen
Die Beschaffung befasst sich mit der Versorgung des Unternehmens mit Gütern, Dienst- und Arbeitsleistungen. Mit der steigenden Bedeutung der Dienstleistungserbringung, die durch den Einsatz moderner Informationstechnologie neue, sehr viel komplexere Dienstleistungsangebote ermöglicht, geht eine Verlagerung der Wertschöpfung vom Hersteller von Gütern zum Lieferanten von Lösungen einher. Marketing-Konzepten sprachen zwar schon immer von der Bedeutung der Kunden-Orientierung, Gummersson wurden diese aber nur halbherzig angewandt. Mit der Postulierung der Service-dominant (S-D) Logic durch Vargo und Lusch erfolgt eine Einladung, dies neu zu überdenken. Gummersson sieht dies in einem direkten Zusammenhang mit Entwicklungen in Bezug auf Wertkette, Lean Production und Netzwerk-zentriertem Marketing (Gummersson 2007: 15-17). Auf die Besonderheiten bei Dienstleistungsdominierter Beschaffung geht das Kap. 3.1.5 verstärkt ein.
Ganz allgemein gilt jedoch, dass der moderne Einkäufer eher ein „Beschaffer von komplexen Problemlösungen“ ist als ein „Beschaffer von Teilen“ (vgl. Wildemann 1994: 2) und die Aufgaben der Beschaffung gehen weit über die des Einkaufs hinaus. Beim Einkaufsentscheid spielt der Preis eine wichtige Rolle, selten aber ist er allein ausschlaggebend, denn der billigste Lieferant muss nicht der günstigste sein. Qualität, Innovation, Flexibilität, Service, Wettbewerbsfähigkeit und die Gesamtkosten sind heute zusätzliche Entscheidungsparameter von grosser Bedeutung.
Im Gesamtkontext der Unternehmung ordnet sich die Beschaffung so ein, dass die Antworten auf die zentralen Fragen der Unternehmensstrategie zur langfristigen Sicherung des Unternehmens die Grundlage darstellen für die strategische Ausrichtung in der Beschaffung. Die Beschaffung ist ein Managementprozess, der alle Handlungen der Informationsversorgung, Planung und Steuerung umfasst und auf die optimale Versorgung des Unternehmens abzielt (vgl. Large 2006: 25). Das Beschaffungsmanagement koordiniert die Schnittstellen zu anderen Funktionen und hat Vernetzungs- Klammerfunktion von der Forschung und Entwicklung bis hin zum Vertrieb und zu den Kunden. Fehlentscheide bei der Lieferantenauswahl kann das Unternehmen in erhebliche Schwierigkeiten bringen, indem zum Beispiel die Leistungserstellung blockiert ist.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Förder-Stiftungen dar und leitet die Fragestellung ab, wie Best-Practices aus der Wirtschaft auf die Projektbeschaffung in Stiftungen übertragen werden können.
2. Spezifische Charakteristiken im Geschäftsmodell Förder-Stiftung: Dieses Kapitel definiert die klassische Stiftung, beschreibt aktuelle Trends und Herausforderungen sowie den grundlegenden Regelkreis zwischen Stiftung, Projekt-Träger und Gesellschaft.
3. Überblick Beschaffungs-Modelle in verschiedenen Branchen des Profit-Bereichs: Hier werden theoretische Grundlagen der Beschaffung, des Personalmarketings, des Finanzmarketings und des Data Minings analysiert, um diese als Vergleichsobjekte für den Stiftungskontext zu nutzen.
4. Transfer auf die spezifische Situation bei Förder-Stiftungen: Das Kapitel überträgt die erarbeiteten Wirtschaftsmodelle auf die Situation von Förder-Stiftungen und leitet Anforderungen an die Projektbeschaffung ab.
5. Erhebung von praktizierten Formen zur Beschaffung von Projekten bei Förder-Stiftungen: Dieses Kapitel präsentiert die empirische Untersuchung von 22 Schweizer Förder-Stiftungen mittels Desk-Studie und Experteninterviews.
6. Folgerungen und Modell-Entwicklung: Auf Basis der Untersuchungsergebnisse werden allgemeine Tendenzen im Stiftungssektor zusammengefasst und ein konkretes Modell zur Optimierung der Beschaffungsprozesse anhand eines Fallbeispiels aufgezeigt.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Diese abschließende Sektion fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen im Stiftungsmanagement.
Förder-Stiftung, Projektbeschaffung, Benchmarking, Good Governance, Projekt-Träger, Sourcing-Strategien, Personalmarketing, Lieferantenmanagement, Stiftungsmanagement, Dienstleistungsdominierte Beschaffung, Wirkungsmodell, Wissensmanagement, Selektionsprozess, Innovationsmanagement, Finanzmarketing
Die Arbeit untersucht, wie Förder-Stiftungen ihre Beschaffungsprozesse für Projekte verbessern können, indem sie bewährte Methoden und Strategien aus der profitorientierten Wirtschaft adaptieren.
Die Schwerpunkte liegen auf Beschaffungsmanagement, Personalmarketing, Finanzmarketing sowie modernen Governance-Strukturen, angewendet auf den gemeinnützigen Stiftungssektor.
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern Förder-Stiftungen von Best-Practices aus anderen Branchen lernen können, um ihre Arbeit effizienter zu gestalten und die Auswahl sowie Entwicklung von Projekt-Trägern zu optimieren.
Die Arbeit basiert auf einem Literaturstudium zur Theoriebildung sowie einer empirischen Studie bei 22 Schweizer Förder-Stiftungen, bestehend aus einer Desk-Studie und qualitativen Experteninterviews.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Modelle aus der Wirtschaft dargestellt, diese auf den Stiftungskontext übertragen, empirisch überprüft und schließlich in einem Modell zur Modell-Entwicklung zusammengeführt.
Wichtige Begriffe sind Förder-Stiftung, Projektbeschaffung, Benchmarking, Good Governance, Sourcing-Strategien und Wirkungsmodell.
Die 3F Organisation dient als Fallbeispiel im sechsten Kapitel, um die gewonnenen Erkenntnisse in einem praktischen Modell anzuwenden und konkrete Handlungsempfehlungen für die Beschaffungskomplexität abzuleiten.
Die Arbeit zeigt, dass Stiftungen verschiedene Mechanismen wie die Definition von Förderschwerpunkten, starre Einreichungsfristen oder webbasierte Selbst-Selektions-Tools nutzen, um die Anzahl unpassender Anträge zu reduzieren.
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