Masterarbeit, 2011
73 Seiten, Note: 3
Einleitung
1- Historischer Kontext deutscher Reiseberichte über Marokko im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert
1.1. Zur Gattung Reisebericht
1.2. Die historischen Voraussetzungen
1.3. Die Beweggründe und Ziele der Reisenden
2 - Die marokkanische Kultur in den deutschen Reiseberichten
2.1. Zum Kulturbegriff
2.2. Die Kultur und Zivilisation
2.3. Die Kulturellen Aspekte der marokkanischen Gesellschaft in der Wahrnehmung deutscher Reisenden
2.3.1. Der ethnografische Diskurs
2.3.2. Die Sprache
2.3.3. Die Traditionen und Sitten
2.3.4. Der Volkscharakter
2.3.5. Die marokkanische Frau
2.3.6. Die Religion
3 - Zur Wahrnehmung der marokkanischen Kultur
3.1. Die subjektive Perspektive
3.2. Die Sympathie und Abneigung
3.3. Die eurozentrische und kolonialistische Perspektive
4 - Schluss
Diese Masterarbeit untersucht, wie die marokkanische Kultur in ausgewählten deutschen Reiseberichten aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert dargestellt, wahrgenommen und interpretiert wurde. Ziel ist es, die eurozentrischen und kolonialistischen Perspektiven der Reisenden sowie deren Einfluss auf die Konstruktion eines oft verzerrten Marokko-Bildes zu analysieren.
2.3.5. Die marokkanische Frau
Die marokkanische Frau als Thema zog die Aufmerksamkeit an und erregte übermäßig die Neugier aller Reisenden, die ja ausschließlich Männer waren. Doch das Porträt, das sie von ihr gemacht haben, bezeichnet sich durch gleichförmiges und reproduziertes Schema. Von der Kleidung, vor allem von der Vermummung und von dem Aussehen, von der Frauenrolle im privaten und öffentlichen Leben, von der Geschlechterbeziehung, von dem Harem, von der Polygamie und von der Unterdrückung, war es die Rede. Die Kommentare, die sie über die marokkanische Frau machten, waren auch von malerischer Natur, indem sie orientalische, mysteriöse und erotische Aspekte bei der marokkanischen Frau gesucht haben. Außerdem gab es in den Reiseberichten Vergleiche zwischen den arabischen, berberischen und jüdischen Frauen.
Die schlechte Stellung der arabischen Frau gegenüber der berberischen Frau hat Rohlfs zufolge mit dem Islam und dem Propheten zu tun. Im folgenden Zitat gibt er die Gründe dafür:
„Die hervorragende Stellung der Frauen bei den Berbern datirt jedenfalls noch aus den vormohammedanischen Zeiten. Denn Mohammed, obschon ein so grosser Verehrer von Frauen, dass er sich nicht scheute manchmal ins Gehege seines Nächsten einzudringen, hat im Ganzen den gläubigen Frauen eine etwas stiefmütterliche Stellung angewiesen.“
Er begrüßt implizit die vorislamischen Traditionen, die der berberischen Frau eine hervorragende Stellung ermöglichen. Er gibt im folgenden Zitat ein Beispiel für die behauptete gute Stellung der berberischen Frau:
„Indes haben die Berberinnen, obschon auch sie Mislemata wurden, ihren Rang beizubehalten gewusst. Bei manchen berberischen Triben offenbart sich dies in der Erbfolge wo nicht der älteste Sohn nachfolgt, sondern der Sohn der ältesten Tochter oder der Schwester. Ja, in einigen Stämmen kann sogar eine Frau herrschen.“
Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung Marokkos als Ort des kulturellen Austauschs und der Konfrontation zwischen Europa und dem Maghreb ein und definiert das Ziel der Untersuchung deutscher Reiseberichte.
1- Historischer Kontext deutscher Reiseberichte über Marokko im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert: Dieses Kapitel erläutert die Gattung des Reiseberichts und setzt die Reisen in den historischen Rahmen des Imperialismus und der europäischen Interessen in Marokko.
2 - Die marokkanische Kultur in den deutschen Reiseberichten: Hier werden zentrale Kulturbegriffe definiert und verschiedene Aspekte der marokkanischen Gesellschaft – von der Ethnografie bis zur Religion – anhand der Reiseberichte detailliert analysiert.
3 - Zur Wahrnehmung der marokkanischen Kultur: Das Kapitel untersucht die subjektiven, oft eurozentrischen Perspektiven der Reisenden und analysiert die dabei entstehenden Sympathien, Abneigungen und Vorurteile.
4 - Schluss: Das Fazit reflektiert die Rolle der Reiseberichte als historische Informationsquellen und kritisiert deren Tendenz, durch ein verzerrtes Islambild und kolonialistisches Denken eher Missverständnisse als echten Dialog zu fördern.
Marokko, deutsche Reiseberichte, Reiseliteratur, 19. Jahrhundert, Kolonialismus, Eurozentrismus, marokkanische Kultur, Islam, Orientbild, Ethnografie, Sozialstruktur, Berber, Araber, Kulturtransfer, Reiseforschung.
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Reisende im 19. und frühen 20. Jahrhundert die marokkanische Kultur in ihren Reiseberichten dargestellt haben und welche Ideologien dabei eine Rolle spielten.
Zu den Schwerpunkten gehören die Gattungsgeschichte des Reiseberichts, die soziokulturelle Analyse der marokkanischen Bevölkerung, religiöse Einflüsse und die Wahrnehmung von Traditionen.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie subjektive und kolonialistische Deutungsmuster das Bild Marokkos in der damaligen deutschen Reiseliteratur geprägt und oft zu verzerrten Darstellungen geführt haben.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und historische Analyse, die sich auf Zitate und die kritische Auswertung zeitgenössischer Reiseberichte stützt, um kulturelle Wahrnehmungsprozesse nachzuvollziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung der Reisen, eine thematische Analyse kultureller Aspekte (Sitten, Sprache, Religion) und eine Untersuchung der Wahrnehmungsperspektiven durch die Reisenden selbst.
Wichtige Begriffe sind Eurozentrismus, Kolonialismus, Kultur, Islam, Fremdwahrnehmung und Reiseliteratur.
Der Islam wird in den analysierten Berichten oft als Ursache für die (aus Sicht der Reisenden) mangelnde Modernisierung und die wahrgenommene Rückständigkeit Marokkos angeführt, weshalb dieser Aspekt kritisch beleuchtet wird.
Die Reisenden kategorisierten diese Gruppen oft willkürlich, wobei sie den Berbern teils mehr Offenheit gegenüber europäischer Zivilisation zuschrieben, während Araber oft als fanatischer wahrgenommen wurden.
Da viele Reisen in einer Zeit des Imperialismus stattfanden, waren sie oft von wirtschaftlichen und politischen Interessen geleitet, was die Reisenden beeinflusste, das Land nach strategischen Kriterien zu bewerten.
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