Lizentiatsarbeit, 2010
142 Seiten, Note: 5.5
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziele der Untersuchung
1.3 Nützlichkeit der Untersuchung
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Theorie und Stand der Forschung
2.1 Begriffsbestimmung der Fluktuation
2.1.1 Individueller Nutzen von Fluktuation
2.2 Prädiktoren von Fluktuation – warum kündigen Menschen?
2.2.1 Objektive Faktoren der Umwelt
2.2.2 Soziodemographische Faktoren
2.2.3 Arbeitsbezogene Einstellungen – Arbeitszufriedenheit und organisationale Verbundenheit
2.2.3.1 Arbeitszufriedenheit
2.2.3.2 Organisationale Verbundenheit
2.2.3.3 Der Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und organisationaler Verbundenheit – Gemeinsamkeiten und Unterschiede
2.2.4 Absichten - Kündigungsabsicht
2.3 Theorien/Modelle – wie wird gekündigt?
2.3.1 Theoretische Basis – Kündigung als geplante Entscheidung?
2.3.2 Das Rahmenmodell von Baillod und Semmer (1993)
2.3.3 Die kausale Beziehung zwischen den Einstellungen
3 Fragestellungen und Hypothesen
3.1 Fragestellung 1: Deskriptive Analyse
3.2 Fragestellung 2: Replikation und Erweiterung von Berset (2005)
3.3 Fragestellung 3: Moderationsanalyse anhand der Berufsverläufe
4 Methoden
4.1 Stichprobe
4.2 Statistisches Verfahren: Strukturgleichungsmodelle
4.2.1 Kriterien zur Evaluation eines Modells
4.2.2 Voraussetzungen für Strukturgleichungsmodelle
4.3 Variablen
4.3.1 Exogene (unabhängige) Variablen
4.3.2 Endogene (abhängige) Variablen
4.3.3 Endogene sowie exogene Variablen
4.3.4 Moderatoren
4.4 Instrumente/Operationalisierung der Variablen
4.4.1 Demographische Variablen
4.4.2 Kündigungsabsicht
4.4.3 Arbeitszufriedenheit
4.4.4 Organisationale Verbundenheit
4.4.5 Fluktuation und Berufsverläufe
4.4.6 Zeitliche Operationalisierung
5 Resultate
5.1 Fragestellung 1: Deskriptive Analyse
5.2 Fragestellung 2: Replikation
5.2.1 Messmodelle
5.2.1.1 Arbeitszufriedenheit
5.2.1.2 Organisationale Verbundenheit
5.2.1.3 Arbeitszufriedenheit und organisationale Verbundenheit
5.2.1.4 Arbeitszufriedenheit, organisationale Verbundenheit, Kündigungsabsicht und Fluktuation
5.2.2 Strukturmodelle
5.3 Fragestellung 3: Moderationsanalyse anhand der Berufsverläufe
6 Diskussion
6.1 Diskussion: Fragestellung 1: Deskriptive Analyse
6.2 Diskussion: Fragestellung 2: Replikation und Erweiterung des Kernmodells von Berset (2005)
6.3 Fragestellung 3: Moderationsanalyse anhand der Berufsverläufe
7 Abschliessende Diskussion, Kritik und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Fluktuationsverhalten von Erwerbstätigen über einen Zeitraum von acht Jahren, um die prädiktive Kraft von Arbeitszufriedenheit und organisationaler Verbundenheit sowie deren Zusammenspiel mit der Kündigungsabsicht zu analysieren. Dabei wird insbesondere geprüft, ob die aus vorangegangenen Studien bekannten Modelle für unterschiedliche Berufsverläufe generalisierbar sind und welche Rolle die Kündigungsabsicht als geplante Entscheidung spielt.
1.1 Problemstellung
Aufgrund dieser hohen praktischen Relevanz ist Fluktuation wohl eins der bedeutendsten Themen der arbeits- und organisationspsychologischen Forschung und geht insbesondere im angelsächsischen Raum auf eine lange Tradition zurück (Schmidt, 1996). So lag bereits vor knapp 30 Jahren die geschätzte Anzahl einschlägiger Publikationen zum Thema Fluktuation zwischen 1000 und 2000 Titeln (Muchinsky & Morrow, 1980; Steers & Mowday, 1981)4. In diesem Zusammenhang erstaunt es kaum, dass die ersten Erklärungsmodelle, was Fluktuation beeinflusst und wie diese zu Stande kommt, aus Nordamerika stammen (Berset, 2005). Ganz im Gegensatz dazu sind im deutschsprachigen Raum nur sehr wenige Studien veröffentlicht worden. Dies bewegte Semmer und Baillod (1993) dazu, die deutschsprachige Fluktuationsforschung als „Stiefkind der deutschsprachigen Arbeits- und Organisationspsychologie“ (S. 179) zu bezeichnen und eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema Fluktuation zu postulieren. Denn nach ihnen ist eine direkte Übertragung amerikanischer Ergebnisse in den deutschsprachigen Bereich auf Grund der unterschiedlichen gesellschaftlichen, ökonomischen Bedingungen sowie hinsichtlich theoretischer und methodischer Unterschiede nicht umstandslos möglich, was auch in neueren Untersuchungen bestätigt werden konnte5. Diesem Anspruch wurde bis zum heutigen Tag – bis auf wenige Ausnahmen – jedoch kaum Folge geleistet. Während die Studien von Baillod (1992) sowie die auf demselben Datensatz aufbauenden Nachfolgestudien (Semmer & Baillod, 1994; Semmer, Baillod, Stadler, & Gail, 1996; Semmer, Grob, Elfering, & Baillod, in Vorb.) nur ganz bestimmte Segmente des gesamtschweizerischen Arbeitsmarktes untersuchen, stellen andere reine Querschnittsanalysen dar (z.B. Sheldon, 1992; Weller, 2001).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Fluktuationsforschung in der Schweiz ein und erläutert die methodischen Herausforderungen bei der Identifikation von Wechselmotiven.
2 Theorie und Stand der Forschung: Dieser theoretische Teil definiert zentrale Begriffe der Fluktuation, identifiziert deren Prädiktoren wie Arbeitszufriedenheit und organisationale Verbundenheit und diskutiert Prozessmodelle zur Erklärung der Kündigungsabsicht.
3 Fragestellungen und Hypothesen: Hier werden die Ziele der Arbeit konkretisiert, insbesondere im Hinblick auf deskriptive Analysen, die Replikation eines bestehenden Kernmodells und die Moderationsanalyse verschiedener Berufsverläufe.
4 Methoden: Dieses Kapitel beschreibt das Datendesign der AEQUAS-Langzeitstudie, die eingesetzten statistischen Verfahren mittels Strukturgleichungsmodellen sowie die Operationalisierung der untersuchten Variablen.
5 Resultate: Die Ergebnisse liefern deskriptive Statistiken zum Wechselverhalten und präsentieren die Überprüfung des Kernmodells mittels Mess- und Strukturmodellen über drei Messzeitpunkte.
6 Diskussion: Dieser Abschnitt interpretiert die Ergebnisse der deskriptiven Analysen, diskutiert die Replikation des Kernmodells von Berset (2005) und prüft die Generalisierbarkeit der gefundenen Zusammenhänge über verschiedene Berufsverläufe.
7 Abschliessende Diskussion, Kritik und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zur Prädiktion der Fluktuation zusammen, reflektiert kritisch über die methodischen Grenzen der Untersuchung und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungen und die betriebliche Praxis.
Fluktuation, Kündigungsabsicht, Arbeitszufriedenheit, organisationale Verbundenheit, Strukturgleichungsmodelle, Berufsverlauf, Längsschnittstudie, AEQUAS, Mitarbeiterbindung, Arbeitsmarkt, psychologisches Band, Retention Management, Arbeitnehmerkündigung, Berufswechsel, Stellungswechsel
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Vorhersage von freiwilliger Fluktuation von Arbeitnehmenden in der Schweiz unter Verwendung von psychologischen Einstellungsmaßen und Strukturgleichungsmodellen.
Die zentralen Themen sind Arbeitszufriedenheit, organisationale Verbundenheit (Commitment), die Intention zu kündigen (Kündigungsabsicht) und die tatsächliche Fluktuation in unterschiedlichen Berufsverläufen.
Das primäre Ziel ist die Replikation und Erweiterung eines bestehenden Modells von Berset (2005) über drei Messzeitpunkte hinweg sowie die Untersuchung, ob dieses Modell für unterschiedliche Berufsverläufe verallgemeinerbar ist.
Zur statistischen Analyse werden Strukturgleichungsmodelle (SEM) sowie deskriptive Analysen auf Basis eines Längsschnittdatensatzes (AEQUAS) verwendet.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die Fragestellungen und Hypothesen, die methodische Vorgehensweise, die Resultate der statistischen Analysen sowie die ausführliche Diskussion der Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Fluktuation, Arbeitszufriedenheit, organisationale Verbundenheit, Kündigungsabsicht, Berufsverläufe und Strukturgleichungsmodelle.
Die Arbeit differenziert zwischen Beschäftigten, die im Unternehmen verbleiben (Stayers), und solchen, die freiwillig aus der Organisation ausscheiden oder den Beruf wechseln (Leavers), wobei für die Modellprüfung spezifische Ausschlusskriterien angewandt werden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere jüngere Altersgruppen zwischen 23 und 30 Jahren eine höhere Fluktuationsneigung zeigen, was in der Diskussion als kritische Phase für die berufliche Etablierung interpretiert wird.
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