Diplomarbeit, 2010
97 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Bildungsproduktionsfunktion
2.1 Hintergründe
2.2 Erweiterung um neue Informations- und Kommunikationstechnologien
2.3 Mögliche Wirkungskanäle der Technologien
3 Literaturüberblick
3.1 Analyse bereits vorhandener Daten
3.2 Natürliche Experimente
3.3 Experimente
4 PISA-Test und Daten
4.1 Hintergründe zum PISA-Test
4.2 Verwendete Daten
4.3 Deskriptive Statistiken
5 Motivation: Bivariate Evidenzen
5.1 Identifikation möglicher Zusammenhänge
5.2 Zwischenergebnis
6 Empirisches Vorgehen
6.1 Empirisches Modell
6.2 Grenzen der Interpretation
7 Ergebnisse der multivariaten Schätzungen
7.1 Hauptergebnisse
7.1.1 Allgemeine Computernutzung
7.1.2 Nutzungsfrequenz bei ausgewählten Anwendungen
7.1.3 Vertrautheit mit ausgewählten Anwendungen
7.2 Unterschiede zwischen den Geschlechtern
7.3 Analyse für Deutschland
7.4 Analyse unterschiedlicher Ländergruppen
7.4.1 Geographische Einteilung
7.4.2 Einteilung nach technologischem Fortschritt
7.5 Einfluss des sozioökonomischen Hintergrunds
8 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) auf die Leistungen von Schülern. Basierend auf dem Konzept der Bildungsproduktionsfunktion und unter Verwendung des PISA 2006-Datensatzes wird analysiert, ob und wie die Verfügbarkeit von Computern, die Dauer der Erfahrung im Umgang mit ihnen sowie die Frequenz und Art der Anwendung (privat vs. schulisch) mit den Testergebnissen in den Bereichen Naturwissenschaft, Mathematik und Lesen korrelieren.
2.3 Mögliche Wirkungskanäle der Technologien
Eine positive Wirkung der Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Leistung der Schüler ist sicherlich möglich, wenn die Schüler die Technologien, zum Beispiel Textverarbeitungsprogramme und das Internet, überwiegend für schulische Zwecke zu Hause verwenden.10
In Beltran et al. (2007) geben unter den betrachteten Schülern, die einen Heimcomputer besitzen, nahezu alle an, dass sie diesen für schulische Aufgaben nutzen. Rund 70% der Befragten verwenden Textverarbeitungsprogramme und immerhin 45% Bildbearbeitungssoftware. Die Verwendung des Computers kann also dabei helfen, schulische Arbeiten effektiver und effizienter durchzuführen.11
Ähnliches kann beim Einsatz des Internets für schulische Zwecke beobachtet werden. Lenhart et al. (2001) ermitteln in einer Umfrage aus dem Jahr 2000 unter rund 750 Schülern in den USA, dass von dem Teil der Schüler, der Zugang zum Internet hat, ein Großteil das Internet für Hausaufgaben und schulische Recherchen verwendet. Auch zum Austausch mit Klassenkameraden und Lehrern über schulische Themen wird das Internet via E-Mail oder Instant Messaging genutzt.
Warschauer und Matuchinak (2010), S. 206ff merken zudem an, dass durch eine verbesserte Vertrautheit mit den neuen Technologien, andere Fähigkeiten und Kompetenzen erworben und verbessert werden können, die nicht unbedingt durch standardisierte Leistungstests oder Noten gemessen werden können. Dazu zählen unter anderem Kreativität, Innovationsfähigkeit, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Des Weiteren argumentieren sie, dass sich die Fähigkeiten, die aus einem guten Umgang mit Computern resultieren, zusätzlich auch positiv auf die schulischen Leistungen niederschlagen können.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien für die moderne Wissensgesellschaft und den Bildungssektor ein und definiert die Forschungsfrage.
2 Bildungsproduktionsfunktion: Es wird das theoretische Konzept der Bildungsproduktionsfunktion vorgestellt und um die Variable IKT als Inputfaktor für Schulleistungen erweitert.
3 Literaturüberblick: Dieses Kapitel fasst bisherige empirische Studien zusammen, die den Zusammenhang zwischen Medieneinsatz und Schülerleistung anhand von Datenanalysen, natürlichen Experimenten und Experimenten untersucht haben.
4 PISA-Test und Daten: Die Datenbasis des PISA-Tests 2006 wird erläutert, inklusive der verwendeten Stichproben, Variablen und ergänzenden länderspezifischen Informationen.
5 Motivation: Bivariate Evidenzen: Erste deskriptive Zusammenhänge zwischen Computernutzung und Testergebnissen werden bivariat analysiert, um Hypothesen für die multivariate Analyse zu entwickeln.
6 Empirisches Vorgehen: Das methodische Vorgehen bei der multivariaten Regressionsanalyse wird beschrieben, inklusive der Kontrollvariablen und der Grenzen der kausalen Interpretation.
7 Ergebnisse der multivariaten Schätzungen: Der Hauptteil der Arbeit präsentiert die Ergebnisse der multivariaten Schätzungen, unterteilt in allgemeine Computernutzung, Anwendungen, Geschlechterunterschiede, Länderanalysen und sozioökonomische Faktoren.
8 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einer kritischen Reflexion der PISA-Daten sowie der Grenzen der Analyse.
PISA 2006, Bildungsproduktionsfunktion, Informations- und Kommunikationstechnologien, IKT, Schülerleistung, Heimcomputer, Internetnutzung, Medienkompetenz, Regressionsanalyse, Humankapitaltheorie, Digital Divide, Lernprogramme, Bildungstechnologie, Schulleistung, Bildungsökonomie.
Die Diplomarbeit untersucht den Einfluss neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (wie Computer und Internet) auf die schulischen Leistungen von Schülern im internationalen Vergleich anhand der PISA-Daten aus dem Jahr 2006.
Die Schwerpunkte liegen auf der Bildungsproduktionsfunktion, dem Vergleich verschiedener empirischer Studien zum Medieneinsatz, der Analyse von Daten zur Computernutzung zu Hause und in der Schule sowie dem Einfluss sozioökonomischer Faktoren.
Das Ziel ist es, empirisch zu klären, ob der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien tatsächlich Auswirkungen auf die Leistungen von Schülern hat und ob sich diese Wirkung je nach Art und Frequenz der Nutzung unterscheidet.
Die Arbeit nutzt multivariate Regressionsanalysen (unter anderem Weighted Least Squares) mit dem PISA 2006-Datensatz, um den Einfluss von IKT-Variablen bei gleichzeitiger Kontrolle anderer relevanter Faktoren zu messen.
Der Hauptteil präsentiert detaillierte Ergebnisse zu allgemeiner Computernutzung, spezifischen Anwendungen, geschlechtsspezifischen Unterschieden, Analysen für Deutschland sowie Vergleiche zwischen verschiedenen Ländergruppen und technologischen Entwicklungsstufen.
Wesentliche Begriffe sind PISA 2006, Bildungsproduktionsfunktion, IKT, Schülerleistung, Medienkompetenz, Humankapitaltheorie und Bildungsökonomie.
Die Arbeit bestätigt, dass der sozioökonomische Hintergrund einen starken Einfluss auf die schulische Leistung hat und dieser bei der Analyse des Medieneinflusses unbedingt kontrolliert werden muss, um Verzerrungen zu vermeiden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein zu häufiger Einsatz während des Unterrichts klassische, unter Umständen effizientere Lehrmethoden verdrängt oder eine Ablenkung von schulischen Aktivitäten darstellt.
Einfachere Anwendungen (wie Internetsuche zur Information) korrelieren oft positiv mit Schulleistungen, während komplexe Anwendungen (wie Programmieren) oder Lernprogramme in der Analyse tendenziell negative Zusammenhänge aufweisen.
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