Masterarbeit, 2011
127 Seiten, Note: 1,3
1.Einleitung
2. Theoretische Fundierung
2.1 Definition der Kollegialen Fallberatung
2.2 Akteure
2.3 Ablaufschema
2.4 Eine Phase mit Folgen – die Stellungnahme
2.5 Die Nutzung der Kollegialen Fallberatung im Rahmen von Praktikumsseminaren
3. Methodologische Aspekte
3.1 Kennzeichen qualitativer Sozialforschung
3.2 Grounded Theory als Instrument der Kategorienbildung
3.3 Interpretationstechnik der objektiven Hermeneutik
4. Empirische Analyse
4.1 Auszug aus dem Originaltranskript
4.2 Phase 5: Die Stellungnahme
4.3 Ein idealtypisches Statement
4.4 Varianten der Positionierung
4.4.1 Zustimmung
4.4.2 Ablehnung
4.4.3 unklare Aussagen
4.5 Visuelle Darstellung der positionierungsinternen Aussagerichtung
4.6 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.7 Theoretische Einbettung der Ergebnisse
5. Fazit
5.1 Kritische Reflexion
5.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht die strukturellen Anforderungen der Phase der „Stellungnahme“ innerhalb der Methode der Kollegialen Fallberatung. Ziel ist es, durch eine empirische Analyse von Transkripten aus universitären Praktikumsseminaren aufzuzeigen, wie Ratsuchende mit verschiedenen Hypothesen konfrontiert werden und welche kognitiven sowie emotionalen Prozesse dabei ablaufen.
4.1 Auszug aus dem Originaltranskript
409 MO: Gut. (--) Dann, (-) nimm mal Stellung dazu.
410 FV: /eh/ Ja also, dass er /eh/ keine Lust hatte, oder die Hausaufgaben halt
411 nicht mit nach Hause nehmen wollte, weil er vielleicht, (-) halt das
412 Wochenende über schon irgendwas anderes geplant hatte, kann
413 natürlich sein. (-) /eh/ (--) Also das kann auch ganz gut sein. (---) Dem
414 stimme ich auf jeden Fall zu und (--). Dass er vorher vielleicht schon
415 schlechte Praktikumserfahrungen gesammelt hat könnte auch ein Punkt
416 sein, warum er so reagiert, also, dass er mit anderen Praktikanten
417 irgendwie schon (-) schlechte Erfahrungen gemacht hat. Obwohl ich (-),
418 ja doch, an der Grundschule hätts ja auch sein können, dass er vielleicht
419 da irgendwie was (-) gesammelt hat. /eh/ (---) Dann hab ich noch
420 aufgeschrieben, dass er die Hausaufgaben /eh/ halt bei dem (-) anderen
421 Lehrer halt auch immer verweigert. Das weiß ich nicht genau. (-) Das
422 kann ich nicht sagen. (--) Dass im Allgemeinen für ihn vielleicht ein
423 schlechter Tag war und dass er deshalb frustriert reagiert und sagt: Ich
424 kann das sowieso nicht. Das könnte auch ein Grund dafür sein. (--) Und
425 auch, dass er irgendwie ein schlechtes Frauenerlebnis hatte, klar kann
426 das vorkommen, also, dass er dann auch da so sitzt und frustriert ist und.
427 /eh/ Aber was halt merkwürdig ist, ist halt, dass er vorher halt die eine
428 Aufgabe relativ positiv mitgemacht hat oder zumindest da nicht weiter
429 aufgefallen ist. (-) /eh/ Deswegen ist das mit dem Frauenerlebnis
430 vielleicht doch nicht so (--) so ausschlaggebend.
1.Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Kollegialen Fallberatung in der Lehrerbildung und definiert die spezifische Forschungsfrage bezüglich der Stellungnahmephase.
2. Theoretische Fundierung: Dieses Kapitel liefert die Basisdefinitionen, Rollenbeschreibungen und das Ablaufschema der Kollegialen Fallberatung sowie Besonderheiten in universitären Kontexten.
3. Methodologische Aspekte: Hier werden die qualitativen Forschungsmethoden, insbesondere die Grounded Theory und die objektive Hermeneutik, als Analyseinstrumente theoretisch hergeleitet.
4. Empirische Analyse: Der Hauptteil bietet die detaillierte Untersuchung der Transkripte anhand der entwickelten Kategorien wie Aussagerichtung und struktureller Aufbau.
5. Fazit: Das Fazit reflektiert das methodische Vorgehen kritisch und leitet aus den Ergebnissen Perspektiven für die zukünftige Forschung und Lehrerbildung ab.
Kollegiale Fallberatung, Lehrerbildung, Stellungnahme, Grounded Theory, Objektive Hermeneutik, Reflexion, Nicht-Wissen, Professionalisierung, Fallbesprechung, qualitative Sozialforschung, Unterrichtspraxis, Praktikumsseminar, Sequenzanalyse.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Phase der „Stellungnahme“ innerhalb der Kollegialen Fallberatung und untersucht, welche strukturellen Anforderungen an Ratsuchende gestellt werden.
Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Kollegialen Fallberatung, methodologische Ansätze der qualitativen Sozialforschung sowie die empirische Analyse von Beratungssitzungen.
Die Forschungsfrage lautet: „Welches sind charakteristische, strukturelle Anforderungen, mit denen die Ratsuchende in der Stellungnahme einer Kollegialen Fallberatung konfrontiert wird?“
Der Autor verwendet eine Kombination aus der Grounded Theory zur Grobstrukturierung des Datenmaterials und der objektiven Hermeneutik für die sequenzanalytische Feinanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung sowie eine umfangreiche empirische Analyse, in der verschiedene Stellungnahme-Statements systematisch ausgewertet und typologisiert werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem „Rekurs“, „Positionierung“, „Begründung“ und der Umgang mit dem „Nicht-Wissen“ in komplexen pädagogischen Situationen.
Das „Aussagemeter“ ist eine Eigenentwicklung des Autors zur visuellen Darstellung der positionierungsinternen Aussagerichtung, da in der Literatur kein adäquates Instrument für diesen Zweck verfügbar war.
Besonderheiten sind der „Zwangscharakter“ durch Anwesenheitspflicht, der begrenzte Erfahrungsschatz der Studierenden und die oft feste Moderatorenrolle, was die Hierarchiefreiheit beeinflussen kann.
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