Fachbuch, 2010
112 Seiten
Vorwort
Drei Nackte blickten zur Sonne
Die Stader Gruppe in der älteren Bronzezeit
von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.
Zeichen der Unruhe im Norden
Die Stader Gruppe in der mittleren Bronzezeit
von etwa 1200 bis 1100 v. Chr.
Der »heilige Wagen« aus Stade
Die Stader Gruppe in der jüngeren Bronzezeit
von etwa 1100 bis 800 v. Chr.
Dieses Buch bietet eine umfassende Darstellung der sogenannten Stader Gruppe während der Bronzezeit (ca. 1500 bis 800 v. Chr.). Ziel des Autors Ernst Probst ist es, das Leben, die Siedlungsweise, die materielle Kultur sowie die religiösen Vorstellungen der damaligen Ackerbauern, Viehzüchter und Bronzegießer im Raum zwischen Elbe und Weser anhand archäologischer Funde und bildlicher Rekonstruktionen lebendig darzustellen.
Drei Nackte blickten zur Sonne
Im Dreieck zwischen Elbe und Weser sowie bis zur Niederung der Este in der Stader Geest war in der älteren Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. die Stader Gruppe heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet umfasste – nach Erkenntnisssen des Hamburger Prähistorikers Friedrich Laux – die heutigen Kreise Stade, Cuxhaven, Rotenburg/Wümme und Verden.
Den Begriff »Stader Gruppe« hat 1981 der Prähistoriker Arne Lucke in seiner Hamburger Dissertation erstmals für eine Lokalgruppe der jüngeren Bronzezeit verwendet. Im Gegensatz dazu benutzt Laux die Bezeichnung Stader Gruppe, die er 1987 bei einem Vortrag in Bad Stuer erwähnte und auf die er 1991 in einem Aufsatz zurückgriff, für eine Gruppe, die sich in der älteren, mittleren und jüngeren Bronzezeit behauptete.
Die Stader Gruppe wird zum Nordischen Kreis der Bronzezeit gerechnet. Er umfasste in der älteren Bronzezeit Südnorwegen, Süd- und Mittelschweden, Dänemark, Schleswig-Holstein, die Gegend von Stade in Niedersachsen und das Küstengebiet in Mecklenburg-Vorpommern. Seine südliche Grenze lag im Raum Stade.
Drei Nackte blickten zur Sonne: Dieses Kapitel erläutert die geografische Verbreitung und die Definition der Stader Gruppe in der älteren Bronzezeit sowie ihre Einordnung in den Nordischen Kreis.
Zeichen der Unruhe im Norden: Hier wird der archäologisch schwer nachweisbare, aber tiefgreifende Wandel der Bestattungssitten am Übergang zur mittleren Bronzezeit untersucht.
Der »heilige Wagen« aus Stade: Der Fokus liegt auf der jüngeren Bronzezeit, wobei insbesondere Depotfunde, der Kultwagen von Stade und die spezielle materielle Ausstattung der Bevölkerung analysiert werden.
Stader Gruppe, Bronzezeit, Archäologie, Niedersachsen, Steinkistengräber, Grabhügel, Brandbestattung, Kultwagen, Friedrich Laux, Materialkultur, soziale Oberschicht, Bestattungsriten, Nordischer Kreis, Artefakte, Bronzeobjekte.
Das Buch dokumentiert die archäologische Erforschung der bronzezeitlichen "Stader Gruppe" in Norddeutschland über einen Zeitraum von rund 700 Jahren.
Die zentralen Themen sind Siedlungsgeschichte, Bestattungsriten, soziale Schichtung sowie die technische und künstlerische Entwicklung von Waffen, Schmuck und kultischen Geräten.
Das Ziel ist die fundierte wissenschaftliche Darstellung der Lebensweise und der kulturellen Identität der Stader Gruppe unter Einbeziehung relevanter archäologischer Fundstellen.
Der Autor stützt sich auf die archäologische Befundauswertung, die typologische Analyse von Fundstücken und den Vergleich mit zeitgenössischen europäischen Kulturgruppen.
Der Hauptteil gliedert sich in die drei bronzezeitlichen Perioden, wobei jede Epoche anhand ihrer spezifischen Grabfunde und materiellen Hinterlassenschaften detailliert besprochen wird.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Stader Gruppe, Bronzezeit, Steinkistengräber, Bestattungssitten und archäologische Funde aus dem Raum Stade und Umgebung.
Die vier bronzenen Speichenräder aus Stade gelten als exzeptionelle Zeugnisse der damaligen Technik und werden im Kontext kultischer Handlungen oder als Totenfahrzeug interpretiert.
Der Bildstein zeigt menschliche Gestalten in ritueller Haltung, was Anlass zu Deutungen als Bestattungsszene oder Heilsbeschwörung im Rahmen eines Sonnenkults gibt.
Dieser Übergang geschah nach Ansicht der Fachwelt sehr abrupt innerhalb weniger Generationen zu Beginn der mittleren Bronzezeit, was auf tiefgreifende gesellschaftliche oder religiöse Veränderungen hindeutet.
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