Masterarbeit, 2011
146 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Forschungsfragen
1.2 Thesen
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Kooperation
1.5 Literaturrecherche und Informationsquellen
2 Darstellung ausgewählter Bedingungen der Kinder- und Jugendhilfe
2.1 Allgemeine Situationsbeschreibung
2.1.1 Bedingungen in der Sozialwirtschaft
2.1.2 Demographischer Wandel
2.2 Personalsituation in der Kinder- und Jugendhilfe
2.3 Ausbildungssituation
2.3.1 Ausbildungskapazitäten verschiedener Ausbildungsgänge
2.3.2 Attraktivität des Arbeitsfeldes der stationären Jugendhilfe aus Sicht der AbsolventInnen von Studien- und Ausbildungsgängen der Sozialen Arbeit an (Fach-)Hochschulen und Fachschulen
3 Fachkräfte und Fachkräftemangel
3.1 Das Fachkräftegebot gemäß § 72 SGB VIII
3.1.1 Persönliche Eignung
3.1.2 Fachliche Qualifikation
3.1.3 Sachliche und örtliche Zuständigkeit im Rahmen des § 72 SGB VIII
3.2 Professionalisierungsquote
3.3 Fachkräftemangel
3.4 Fachkräftemangel - eine "Fata Morgana"?
4 Empirische Erhebung 2011
4.1 Methodische Überlegungen
4.1.1 Beschreibung der Befragung aus 2009
4.1.2 Objektbereich 2009 und 2011
4.1.3 Entscheidungskriterien für die Untersuchungsmethode
4.2 Messinstrument
4.2.1 Beschreibung des Anschreibens 2011
4.2.2 Beschreibung des Fragebogens 2011
4.2.2.1 Optische Gestaltung des Fragebogens
4.2.2.2 Beschreibung der Fragen
4.2.2.3 Beschreibung der Filter
4.2.2.4 Beschreibung der Antwortkategorien und Skalen
4.2.2.5 Entwicklung und Konstruktion des Fragebogens
4.2.2.6 Pretest
4.3 Datenerhebung
4.4 Datenauswertung
4.4.1 Nonresponse
4.4.2 Nichtbeachtung der Filter
5 Darstellung der Ergebnisse
5.1 Darstellung der Ergebnisse aus 2011
5.1.1 Häufigkeitsanalysen
5.1.1.1 Fachkräftemangel in Einrichtungen und im Arbeitsfeld (A1 und A2)
5.1.1.2 Folgen eines Fachkräftemangels (A4 nach Items)
5.1.1.3 Strukturdaten der Einrichtungen (Fragenbereich B)
5.1.2 Mittelwertanalysen
5.1.3 Korrelationsanalysen
5.1.3.1 Splittung der Datenmenge zum Fragenteil B
5.1.3.2 Strukturdaten der Einrichtungen (Fragenteil B) * Fachkräftemangel im Arbeitsfeld (A1 und A2)
5.1.3.3 Strukturdaten der Einrichtungen (Fragenteil B) * Ursachen eines Fachkräftemangels (A3)
5.1.3.4 Strukturdaten der Einrichtungen (Fragenteil B) * Folgewirkungen eines Fachkräftemangels (A4)
5.1.4 Faktorenanalyse
5.2 Darstellung der Ergebnisse des LVR aus 2009
6 Diskussion der Ergebnisse aus 2011
6.1 Diskussion der methodischen Ergebnisse
6.2 Diskussion der inhaltlichen Ergebnisse
6.2.1 Bezug der Ergebnisse zu den aufgestellten Thesen
6.2.2 Bezug der Ergebnisse zu den aufgestellten Forschungsfragen
6.2.3 Diskussion weiterer Ergebnisse
6.2.3.1 Tarifproblem
6.2.3.2 Imageproblem
6.2.3.3 Konkurrenzsituation
6.2.4 Diskussion strategischer Überlegungen
6.2.4.1 Individuelle Strategien der Unternehmen der stationären Hilfen zur Erziehung
6.2.4.2 Globale Strategien des Arbeitsfeldes der stationären Hilfen zur Erziehung
6.3 Offene und weiterführende Fragen
6.3.1 Offene Fragen zu methodischen Überlegungen
6.3.2 Offene Fragen zu inhaltlichen Überlegungen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen Fachkräftemangel im Bereich der stationären Hilfen zur Erziehung beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) empirisch zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob dieser Mangel existiert, wie er sich in den Einrichtungen auswirkt und welche Ursachen die Einrichtungen dafür benennen, um eine Ausgangsbasis für zukünftige Lösungsstrategien zu schaffen.
3.4 Fachkräftemangel - eine "Fata Morgana"?
Es gibt auch andere Meinungen zu diesem Thema: Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt aufgrund einer Studie des DIW aus 2010 zu dem Ergebnis, dass in Deutschland ein Fachkräftemangel "kurzfristig noch nicht in Sicht sei" (Kölner Stadt-Anzeiger, 19.11.2010: o.S.; vgl. Lars Niggemeyer, Die Propaganda vom Fachkräftemangel, Blätter für deutsche und internationale Politik). Gerhard Bosch, Direktor des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Uni Duisburg-Essen, unterstreicht, dass zumindest die Klagen der Wirtschaft "maßlos übertrieben" seien, und weist darauf hin, dass in der Marktwirtschaft ein Mangel immer mit Preissteigerungen verbunden sei, doch auch qualifizierte Beschäftigte hätten in jüngster Zeit keine deutlichen Lohnerhöhungen bekommen (ebd.). Bild-Online titelt am selben Tag mit Hinweis auf das DIW und eine Mitteilung des Spiegel, dass der Fachkräftemangel in Deutschland eine "Fata Morgana" sei, da die Löhne der Fachkräfte kaum gestiegen und die Zahl der Arbeitslosen mit Qualifizierung größer als die Anzahl der offenen Stellen seien (vgl. www.bild.de, 19.11.2010, 09:03 Uhr). Auch nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit (BA) kann man heute noch nicht von einem generellen Fachkräftemangel sprechen, allerdings wird davon ausgegangen, dass sich die Situation verschärfen wird. Es ist zu beobachten, dass das Angebot und die Nachfrage nach Arbeitskräften häufig nicht zueinander passen - dies ist je nach Branche und Region verschieden (Kölner Stadt-Anzeiger, 05./06.06.2011: o.S.).
Da für die Sozialwirtschaft diesbezüglich keine belastbaren Studien und Zahlen zu finden sind, muss auf die in der Privatwirtschaft sichtbaren Phänomene zurückgegriffen und die Frage gestellt werden, welche Rückschlüsse sich aus diesen der landläufigen Meinung entgegenstehenden Sichtweisen für die Sozialwirtschaft ziehen lassen könnten.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema Fachkräftemangel als aktuelle Herausforderung der Sozialwirtschaft vor und erläutert die Beweggründe sowie Forschungsfragen der Untersuchung.
2 Darstellung ausgewählter Bedingungen der Kinder- und Jugendhilfe: Hier werden politische, demographische und arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen analysiert, die die heutige Personalsituation maßgeblich beeinflussen.
3 Fachkräfte und Fachkräftemangel: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Fachkraft und Fachkräftemangel, beleuchtet das gesetzliche Fachkräftegebot gemäß § 72 SGB VIII und diskutiert die Debatte um die Realität dieses Mangels.
4 Empirische Erhebung 2011: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen bei der Befragung der stationären Jugendhilfeeinrichtungen im Zuständigkeitsbereich des LVR, einschließlich Instrumentenentwicklung und Durchführung.
5 Darstellung der Ergebnisse: Hier werden die erhobenen Daten durch Häufigkeits-, Mittelwert-, Korrelations- und Faktorenanalysen detailliert dargestellt und für die Jahre 2011 sowie 2009 ausgewertet.
6 Diskussion der Ergebnisse aus 2011: In diesem Teil werden die empirischen Befunde interpretiert, auf die eingangs aufgestellten Thesen und Forschungsfragen bezogen sowie strategische Handlungsempfehlungen diskutiert.
Fachkräftemangel, stationäre Jugendhilfe, LVR, Sozialmanagement, Personalmanagement, demographischer Wandel, § 72 SGB VIII, empirische Befragung, Arbeitsbedingungen, Sozialwirtschaft, Fachkräftegebot, Personalrekrutierung, stationäre Hilfen zur Erziehung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen eines möglichen Fachkräftemangels in der stationären Jugendhilfe, speziell innerhalb des Bereichs des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR).
Zentral sind die Personalsituation in der Kinder- und Jugendhilfe, die gesetzlichen Grundlagen für Fachkräfte (§ 72 SGB VIII), der demographische Wandel sowie die Attraktivität des Arbeitsfeldes.
Das Hauptziel ist die deskriptive Erfassung eines möglichen Fachkräftemangels sowie die Klärung, wie sich dieser Mangel auswirkt und welche Ursachen die Einrichtungen dafür benennen.
Der Autor führt eine quantitative, empirische Vollerhebung durch schriftliche Fragebögen bei allen stationären Einrichtungen der Jugendhilfe im LVR-Bereich durch, ergänzt durch deskriptive Analysen sowie Korrelations- und Faktorenanalysen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Situationsbeschreibung, eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Fachkräftegebot und dem Begriff des Fachkräftemangels sowie die detaillierte Vorstellung der empirischen Erhebung und deren Ergebnisse.
Zu den prägenden Begriffen gehören Fachkräftemangel, stationäre Jugendhilfe, Personalmanagement, demographischer Wandel und die empirische Analyse von Arbeitsbedingungen.
Die Arbeit unterscheidet zwischen quantitativen Engpässen (Lücke bei offenen Stellen) und qualitativen Defiziten (Passung von Qualifikation zu Anforderungen) sowie zwischen Makro- und Mikroebenen.
Die Untersuchung bestätigt, dass ein Fachkräftemangel als "gefühlt" und "qualitativ" wahrgenommen wird, während objektiv messbare, gravierende Auswirkungen auf den Bestand an Gruppen oder die Gruppengrößen im untersuchten Bereich bisher weitgehend ausblieben.
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