Masterarbeit, 2011
96 Seiten, Note: 2,0 (CH: 5,0)
1 Einleitung
2 Schmitts Theorie der Politik
2.1 Schmitts Politikverständnis
2.1.1 Unterscheidung zwischen Freund und Feind
2.1.2 Anthropologie, Staat und Politik
2.1.3 Internationale Ordnung
2.1.4 Souveränität und Dezisionismus
2.2 Schmitts Liberalismuskritik
2.2.1 Theorie der Zentralgebiete und deren Neutralisierungen
2.2.2 Die Auflösung des Politischen
2.2.3 Demokratie, Parlamentarismus und Diktatur
2.2.4 Schmitts Leviathan
2.3 Fazit
3 Arendts Theorie der Politik
3.1 Arendts Politikverständnis
3.1.1 Was ist Politik (nicht)?
3.1.2 Vorurteil und Urteil
3.1.3 Die Kriegsfrage und die Rolle von Macht und Gewalt in der Politik
3.1.4 Revolution und Rätesystem
3.2 Arendts Liberalismuskritik
3.2.1 (Markt-)Liberaler Imperialismus
3.2.2 Arendts Kritik an Hobbes’ politischer Theorie
3.2.3 Kapital und Mob und der Charakter des Imperialismus
3.2.4 Revolution, die soziale Frage und das öffentliche Glück
3.3 Fazit
4 Schlussfolgerungen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die politischen Theorien von Hannah Arendt und Carl Schmitt mit dem spezifischen Ziel zu klären, welche Argumente sich aus diesen Theorien für die Legitimation eines Primats der Politik vor der Ökonomie ableiten lassen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich das Verhältnis von politischem Handeln und wirtschaftlichen Interessen angesichts der Krisenanfälligkeit kapitalistischer Systeme philosophisch begründen lässt.
1 Einleitung
Als während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 eine Vielzahl von Banken kollabierte, wurden Zweifel über die Verlässlichkeit und die Nachhaltigkeit des gegenwärtigen kapitalistischen Systems laut. Im Zentrum stand eine Debatte über die Rolle des Staates und dessen Pflicht, marode oder bankrotte Finanzinstitute vor dem Untergang zu retten. Die gegenseitige Abhängigkeit von Politik und Ökonomie auf nationaler und internationaler Ebene wurde klar, dass grosse Banken sich in einem solchen Masse als volkswirtschaftlich relevant erwiesen, dass deren Kollaps schwerwiegende Konsequenzen für Arbeitnehmende und Staatskassen nach sich gezogen hätte. Den Regierungen blieb also gar nichts anderes übrig, als jene Banken, die „too big to fail“ waren, vor dem Bankrott zu bewahren und staatliche Gelder zur Verfügung zu stellen.
Kritisiert wurde dabei, dass die vor der Krise erzielten Gewinne in private Hände geflossen waren, während die Öffentlichkeit danach für den Schaden aufkommen musste und die Verluste sozialisiert wurden. Nach den Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise von 1929 war für Hans Morgenthau, den Theoretiker des Realismus in den Internationalen Beziehungen, ein solcher Vorgang undenkbar, weswegen er in seinem Werk Politics among Nations konstatierte, dass „historical evidence points to the primacy of politics over economics, and ‘the rule of the financier ... over international politics’ is indeed, in the words of Professor Schumpeter, ‘a newspaper fairytale, almost ludicrouslv at variance with facts’” (Morgenthau 2006: 62f.).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Verhältnisses von Politik und Ökonomie anhand der Finanzkrise 2008 und formuliert die Forschungsfrage zur Legitimation eines Primats der Politik bei Arendt und Schmitt.
2 Schmitts Theorie der Politik: Dieses Kapitel analysiert das Politikverständnis und die Liberalismuskritik von Carl Schmitt, wobei besonders die Freund-Feind-Unterscheidung sowie der Dezisionismus im Kontext des Leviathan-Begriffs hervorgehoben werden.
3 Arendts Theorie der Politik: Hier werden Arendts Begriffsbestimmungen von Politik, Handeln und Freiheit sowie ihre kritische Auseinandersetzung mit Imperialismus und modernen Gesellschaftsstrukturen untersucht.
4 Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel führt die Analysen zusammen und diskutiert die unterschiedlichen Ansätze von Arendt und Schmitt im Hinblick auf die heutige politische Gestaltbarkeit gegenüber ökonomischen Imperativen.
Politik, Ökonomie, Carl Schmitt, Hannah Arendt, Liberalismuskritik, Freund-Feind-Unterscheidung, Souveränität, Dezisionismus, Imperialismus, Handlungsfreiheit, Räterepublik, Staat, Macht, Gewalt, Primat der Politik
Die Arbeit untersucht, wie die politischen Philosophien von Carl Schmitt und Hannah Arendt dazu beitragen können, die Vorherrschaft der Politik gegenüber wirtschaftlichen Interessen (Ökonomie) theoretisch zu rechtfertigen.
Die Themenfelder umfassen die Definition des Politischen, die Kritik am liberalen Parlamentarismus, die Analyse von Imperialismus und totalitären Tendenzen sowie die Rolle von Macht und Gewalt im Staat.
Das Ziel ist es, Argumente aus den Theorien beider Denker zu destillieren, die aufzeigen, warum und wie ein Primat der Politik gegenüber ökonomischen Sachzwängen legitimiert werden kann.
Es handelt sich um eine vergleichende politikwissenschaftliche und ideengeschichtliche Untersuchung, die zentrale Werke und Konzepte beider Autoren systematisch gegenüberstellt.
Im Hauptteil werden zunächst Schmitts dezisionistisches Politikmodell und seine Liberalismuskritik dargelegt, gefolgt von Arendts auf Handeln und Pluralität basierendem Politikverständnis und ihrer Kritik an imperialistischen Strukturen.
Politik, Ökonomie, Souveränität, Dezisionismus, Imperialismus, Freund-Feind-Unterscheidung, Räterepublik und Macht sind zentrale Begriffe.
Schmitt sieht den Souverän als denjenigen, der über den Ausnahmezustand entscheidet und somit die politische Ordnung stiftet, während Arendt politische Macht im gemeinsamen, pluralen Handeln der Bürger verortet.
Der Autor schlussfolgert, dass trotz der unterschiedlichen Ansätze beide Denker die Notwendigkeit betonen, die politische Sphäre aus ihrer Unterordnung unter ökonomische Logiken zu befreien, um eine echte demokratische oder politische Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

