Bachelorarbeit, 2010
24 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition Areallinguistik
3. Die Entwicklung der Areallinguistik
3.1. Nikolai Trubetzkoy
3.2. Roman Jakobson
3.3. Ernst Lewy
3.4. Gyula Décsy
3.5. Harald Haarmann
4. Der heutige Sprachbundbegriff
4.1. Der Balkansprachbund
4.2. Der baltische Sprachbund
4.3. Der südasiatische Sprachbund
4.4. Der Khoisan-Sprachbund
5. Der Donausprachbund
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das linguistische Konzept der Sprachbünde in Europa, beleuchtet deren historische theoretische Entwicklung durch bedeutende Sprachwissenschaftler und analysiert den aktuellen Sprachbundbegriff sowie die wissenschaftliche Kontroverse um den Donausprachbund.
3.1. Nikolai Trubetzkoy
Das wohl bekannteste Mitglied des Prager Linguistenkreises war der Russe Nikolai Trubetzkoy. Der 1890 in Moskau geborene und 1938 in Wien verstorbene Linguist war es auch, der 1928 erstmals den Terminus Sprachbund benutzte (auf dem internationalen Linguistenkongress in Den Haag). Trubetzkoy war der Ansicht, dass in der Areallinguistik der Oberbegriff Sprachgruppe verwendet werden solle. Sprich: „Eine Gesamtheit von Sprachen, die miteinander durch eine erhebliche Zahl von systematischen Übereinstimmungen verbunden sind“. Diesen Ausdruck unterteilte er zudem in die Bereiche Sprachfamilie und Sprachbund. Sollten Sprachen nun in den Punkten systematische Lautentsprechungen, Übereinstimmung in der lautlichen Gestalt der morphologischen Elemente sowie gemeinsame Elementarwörter vollkommen ident sein, gehören sie laut Trubetzkoy zu einer gemeinsamen Sprachfamilie.
Erfüllen die untersuchten Sprachen dabei jedoch nicht alle drei genannten Attribute, besitzen jedoch ungeachtet dessen "eine große Ähnlichkeit in syntaktischer Hinsicht, eine Ähnlichkeit in den Grundsätzen des morphologischen Baus, eine große Anzahl gemeinsamer Kulturwörter und manchmal auch äußere Ähnlichkeiten im Bestande der Lautsysteme", so sollen sie zu einem Sprachbund zusammengefasst werden.
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über das Thema Sprachbünde in Europa, erläutert die Areallinguistik und führt in die zentrale Diskussion um den Donausprachbund ein.
2. Begriffsdefinition Areallinguistik: Dieses Kapitel definiert die Areallinguistik als Teilbereich der vergleichenden Sprachwissenschaft, die sich mit der Annäherung räumlich benachbarter Sprachen befasst.
3. Die Entwicklung der Areallinguistik: Hier werden die theoretischen Ansätze bedeutender Sprachwissenschaftler wie Trubetzkoy, Jakobson, Lewy, Décsy und Haarmann hinsichtlich ihrer Definitionen und Klassifizierungen von Sprachbünden analysiert.
4. Der heutige Sprachbundbegriff: Dieses Kapitel erläutert aktuelle Definitionen des Sprachbundbegriffs und stellt anerkannte Sprachbünde wie den Balkan-, den baltischen, den südasiatischen und den Khoisan-Sprachbund vor.
5. Der Donausprachbund: Der Abschnitt diskutiert intensiv die wissenschaftliche Kontroverse um die Existenz des Donausprachbundes unter Einbeziehung der Thesen des Linguisten Vladimir Skalička.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz einiger anerkannter Sprachbünde die Existenzberechtigung komplexer Areale wie des Donauraums weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen bleibt.
Areallinguistik, Sprachbund, Sprachfamilie, Prager Linguistenkreis, Nikolai Trubetzkoy, Roman Jakobson, Donausprachbund, Balkansprachbund, Typologie, Sprachkontakt, morphologischer Bau, genetische Verwandtschaft, Vladimir Skalička, Sprachwissenschaft, Konvergenz.
Die Arbeit befasst sich mit dem linguistischen Konzept der Sprachbünde, insbesondere im europäischen Kontext, und untersucht die theoretischen Grundlagen dieses Forschungsfeldes.
Die zentralen Themen sind die Definition der Areallinguistik, die historische Entwicklung der Sprachbundtheorie durch verschiedene Linguisten sowie die Fallbeispiele bekannter Sprachbünde.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Entstehung von Sprachbünden zu vermitteln und kritisch zu hinterfragen, ob und unter welchen Kriterien Sprachen einem Sprachbund zugeordnet werden können.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse und eine vergleichende Untersuchung der Theorien führender Areallinguisten sowie eine typologische Betrachtung einzelner Sprachen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Entwicklung der Areallinguistik, die Definition moderner Sprachbundbegriffe und eine detaillierte Fallstudie zum Donausprachbund.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Areallinguistik, Sprachbund, Sprachkontakt, Typologie und die genannten Vertreter wie Trubetzkoy und Skalička charakterisiert.
Er gilt als der älteste, am frühesten erforschte und am wenigsten umstrittene Sprachbund, was ihn zu einem zentralen Referenzpunkt für die wissenschaftliche Diskussion macht.
Er dient als komplexes Fallbeispiel, an dem aufgezeigt wird, wie schwierig die Abgrenzung von Sprachbünden ist, wenn historisch eigenständige Entwicklungen auf typologische Gemeinsamkeiten treffen.
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