Bachelorarbeit, 2010
49 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
2. Die Einnahmestruktur der Gemeinden
3. Das Optimale Gemeindesteuersystem
4. Probleme der heutigen Gewerbesteuer
5. Reformvorschläge
5.1 Die Wertschöpfungssteuer
5.1.1 Merkmale der Wertschöpfungssteuer
5.1.2 Auswertung der Wertschöpfungssteuer
5.2 Das Kommunalmodell
5.2.1 Merkmale des Kommunalmodells
5.2.2 Auswertung des Kommunalmodells
5.2.3 Empirische Untersuchungen zum Kommunalmodell
5.3 Das Zuschlagsmodell
5.3.1 Merkmale des einkommensorientierten Zuschlagsmodells
5.3.2 Auswertung des Zuschlagsmodells
5.3.3 Empirische Untersuchungen zum Zuschlagsmodell
5.4 Die Modelle des Kronberger Kreises und der Bertelsmann Stiftung
5.5 Zusammenfassung der Reformvorschläge
6. Mögliche Lösungsansätze für die Stadt-Umland-Problematik
6.1 Empirische Untersuchung der Wanderungen beim Zuschlagsmodell
6.2 Mögliche Lösungsansätze
6.2.1 Kompensation durch einen Finanzausgleich
6.2.2 Differenzierung der Zuschläge nach Einkunftsart
6.2.3 Erhöhung des Gemeindeanteils an der Umsatzsteuer
6.2.4 Zerlegung des Zuschlags auf die Einkommensteuer
6.2.5 Erhöhung der Grundsteuer
7. Schlusswort
Ziel dieser Arbeit ist es, die aktuellen Probleme des Gewerbesteuersystems aufzuzeigen und mögliche Reformansätze oder Alternativen für die Gemeindefinanzierung kritisch zu diskutieren, wobei insbesondere die Herausforderungen bei der Umsetzung und die Auswirkungen auf die Stadt-Umland-Problematik im Vordergrund stehen.
4. Probleme der heutigen Gewerbesteuer
Wird die jetzige Gewerbesteuer näher betrachtet, fällt auf, dass eine Reihe von den oben angesprochenen Bedingungen nicht erfüllt werden.
Es ist es positiv zu beurteilen, dass die derzeitige Gewerbesteuer an die lokale Wirtschaftskraft, indem sie die Erträge der Unternehmen besteuert und Anreize für die Ansiedlung von Gewerbe schafft, anknüpft. Der Interessenausgleich zwischen Wirtschaft und Gemeinde wird insoweit gewahrt, dass die Gemeinde sich gegenüber der Unternehmen für die Höhe des Hebesatzes rechtfertigen oder entsprechende Leistungen, wie z. B. eine gute Infrastruktur, bieten muss. Jedoch besitzt die Gewerbesteuer Freibeträge und wird dadurch hauptsächlich von Großunternehmen gezahlt. Somit entspricht die heutige Gewerbesteuer einer Warenhaussteuer und wird dem Äquivalenzprinzip nur teilweise gerecht. Außerdem können Personenhandelsgesellschaften die Gewerbesteuer mit der Einkommensteuer verrechnen. Dadurch sinkt, dass Aufkommen der Einkommensteuer für Bund, Länder und Gemeinden.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es keine breite Bemessungsgrundlage gibt. Zum einen gibt es Freibeträge und zum anderen werden Freiberufler sowie Land- und Forstwirtschaft nicht mit einbezogen. Die Steuer ist nicht für alle fühlbar, sie wirkt stärker verzerrend auf Entscheidungen und ist damit nicht effizient.
Dass gleiche gilt für die Wohnbevölkerung. Dieser ist nicht bewusst, dass ein Teil ihrer Einkommensteuer an die Gemeinde abgeführt wird. Somit fehlt der direkte Bezug zur Wohnbevölkerung. Dies entspricht nicht dem Äquivalenzgedanken.
Außerdem wirkt sich die Gewerbesteuer negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit aus, da sie auf dem mobilen Faktor Kapital lastet. Zwar wird ein Unternehmen nicht gleich den Betriebsstandort bei einem erhöhten Hebesatz schließen, aber es wird Abwegen an welchem Standort die nächste Investition getätigt werden sollte. Dadurch kann es zusätzlich zu ineffizienten Wanderungen der Unternehmen kommen, denn trotz guter Ressourcenausstattung ist es möglich, dass ein Unternehmen den Standort aufgrund einer hohen Gewerbesteuer ablehnt.
1. Einführung: Darstellung der langjährigen politischen Diskussion um die Gewerbesteuerreform und Zielsetzung dieser Arbeit.
2. Die Einnahmestruktur der Gemeinden: Übersicht über die verschiedenen Einnahmequellen der Kommunen und die Bedeutung der Gewerbesteuer.
3. Das Optimale Gemeindesteuersystem: Herleitung theoretischer Anforderungen, die eine ideale Gemeindesteuer erfüllen sollte.
4. Probleme der heutigen Gewerbesteuer: Kritische Prüfung der aktuellen Gewerbesteuer anhand der zuvor definierten Kriterien.
5. Reformvorschläge: Vorstellung und empirische Auswertung verschiedener Modelle wie Wertschöpfungs-, Kommunal- und Zuschlagssteuer.
6. Mögliche Lösungsansätze für die Stadt-Umland-Problematik: Diskussion von Strategien zur Milderung negativer Wanderungseffekte bei einer Reform.
7. Schlusswort: Zusammenfassende Bewertung der Reformmodelle und Einschätzung der politischen Umsetzbarkeit.
Gewerbesteuer, Gemeindefinanzreform, Äquivalenzprinzip, Zuschlagsmodell, Wertschöpfungssteuer, Kommunalmodell, Stadt-Umland-Problematik, Finanzautonomie, Steuerbemessungsgrundlage, Hebesatzrecht, interkommunale Streuung, Standortwettbewerb, kommunale Selbstverwaltung, Reformansätze, Steuergerechtigkeit.
Die Arbeit analysiert die Problematik der aktuellen Gewerbesteuer in Deutschland und diskutiert verschiedene Reformvorschläge, die darauf abzielen, die Finanzierung der Gemeinden zu stabilisieren und effizienter zu gestalten.
Die Arbeit behandelt die Einnahmestruktur von Kommunen, theoretische Anforderungen an eine optimale Gemeindesteuer, die kritische Analyse bestehender Defizite sowie die Evaluation spezifischer Reformmodelle und deren Auswirkungen auf die regionale Verteilung.
Das primäre Ziel ist es, Lösungsansätze für die Abschaffung oder Reformierung der Gewerbesteuer zu identifizieren und zu bewerten, unter besonderer Berücksichtigung der Stadt-Umland-Problematik.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Herleitung von Bewertungskriterien sowie auf die Analyse und Auswertung vorliegender empirischer Berechnungen und Simulationsstudien Dritter.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Einnahmestruktur, die Definition des optimalen Steuersystems, die Problemkritik der aktuellen Steuer sowie die detaillierte Vorstellung und Auswertung von Reformmodellen (z.B. Wertschöpfungssteuer, Zuschlagsmodell).
Zentrale Begriffe sind Gewerbesteuer, Gemeindefinanzreform, Äquivalenzprinzip, Stadt-Umland-Problematik und Finanzautonomie.
Das Zuschlagsmodell gilt als favorisierte Alternative, da es an bestehende Steuersysteme anknüpft, effizienter ist und die Finanzautonomie der Gemeinden wahrt, auch wenn es Herausforderungen hinsichtlich der Stadt-Umland-Problematik mit sich bringt.
Die Arbeit schlägt Kompensationsmechanismen wie einen Finanzausgleich, die Erhöhung des Gemeindeanteils an der Umsatzsteuer, eine Zerlegung der Steuern nach Betriebsstätten oder eine moderate Erhöhung der Grundsteuer vor.
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