Masterarbeit, 2007
105 Seiten, Note: 1
1. Thema
2. Untersuchungsgegenstand
3. Methodik
1. Sartres philosophisches Konzept
1.1 Transzendenz des Ego
1.2 Präreflexives Bewusstsein und Bewusstsein
1.3 An-sich-sein
1.4 Für-sich-sein
1.5 Der Andere
1.6 Zur Freiheit verurteilt
2. Sartres Geschichtsverständnis: Zerstörung
2.1 Phänomenologisch-ontologisch
2.2 Dialektisch
3. Sartres Konzeption der „existentiellen Psychoanalyse“
3.1 Sartres Auffassung
3.2 Sartres Ablehnung
3.3 Sartres Alternative
3.4 Sartres Aspekt des Verstehens des Unsagbaren: die gelebte Erfahrung
3.5 Konsequenzen
4. Sartres Philosophie in seiner Literatur
1. Sebalds der Zerstörung gewidmete, geschichtswissenschaftliche Sozialisation und sein Geschichtsverständnis in Anlehnung an
1.1 Walter Benjamin
1.2 Theodor W. Adorno
1.3 Max Horkheimer
2. Existentielle Psychoanalyse auf das Sebaldsche Werk angewendet
2.1 Analyse des literaturwissenschaftlichen Werks
2.1.1 Falsches Bewusstsein und Verhalten
2.1.2 Sebalds „Finte“
2.1.3 „Lehre vom richtigen Leben“
2.2 Analyse des schriftstellerischen Werks
2.2.1 Schwindel, Ekel: eine Grundstimmung
2.2.2 Bildlichkeit: ein permeables Verknüpfungselement
2.2.3 Kontingenz oder die Krux mit dem Leben und dem Tod
2.2.4 „Bessere Sehnsucht“ als Mittler zwischen der „Metaphysik der Geschichte“ und der „Metaphysik der Koinzidenz“
2.2.5 Versuch der Restitution
SCHLUSS
Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk des Schriftstellers W.G. Sebald durch die philosophische Linse der „existentiellen Psychoanalyse“ von Jean-Paul Sartre. Das Ziel besteht darin, Sebalds literarisches Schaffen, insbesondere seine Auseinandersetzung mit Geschichte, Erinnerung und dem menschlichen Subjekt, jenseits rein motivischer oder von der klassischen Freudschen Psychoanalyse geprägter Deutungsmuster zu erschließen und als Ausdruck eines freien, verantwortlichen Existenzentwurfs zu begreifen.
1.2 Präreflexives Bewusstsein und Bewusstsein
Bereits auf den ersten Seiten in Das Sein und das Nichts, das den im Unter-Titel benannten, scheinbar paradox klingenden Versuch einer phänomenologischen Ontologie zum Thema hat, kommt Sartre auf die oben verhandelte Thematik des cogito zurück. In der Transzendenz des Ego war noch ausschliesslich vom cogito als reflexivem Bewusstsein die Rede. Sartre will nun eine Erweiterung des cogito. An der „Natur des „percipere““ ist er bemüht zu zeigen, dass „ein Idealismus, der das Sein auf seine Erkenntnis zu reduzieren suchte, zunächst das Sein der Erkenntnis auf irgendeine Weise sichern müßte.“ Husserls Behauptung, wonach das dem percipi selbst Entgehende als ein von George Berkeley bekanntes „esse est percipi“ aufgefasst wird, benötigt laut Sartre ein „Begründung-Sein des percipere und des percipi“, das, den infiniten Regress vermeidend (auch Spinozas „idea ideae ideae usw.“ betreffend), „[...] transphänomenal sein [muß].“ Für Sartre ist nun das präreflexive cogito – unter Aufgabe des Primats der Erkenntnis – „das Bewußtsein das erkennende Sein […], insofern es ist, und nicht, insofern es erkannt ist. […] Das Bewusstsein kann zwar erkennen und sich erkennen. Aber es ist in sich selbst etwas anderes als eine zu sich zurückgewandte Erkenntnis.“
EINLEITUNG: Die Einleitung etabliert die Forschungsfrage und verortet Sebald als philosophisch fundierten Autor, dessen Werk eine neue, existenzphilosophische Lektüre jenseits gängiger Traumata-Theorien erfordert.
ERSTES KAPITEL: FUNDIERUNG: Dieses Kapitel erläutert Sartres existenzialistische Philosophie, insbesondere das Sein-für-sich, das An-sich-sein und die Freiheit, als notwendiges theoretisches Grundgerüst.
ZWEITES KAPITEL: ANALYSE: Im Hauptteil wird die „existentielle Psychoanalyse“ auf Sebalds frühe literaturwissenschaftliche Schriften und sein späteres prosaisches Werk angewendet, um die Kohärenz seines Denkens zur Geschichte und Zerstörung aufzuzeigen.
SCHLUSS: Das Fazit bestätigt, dass Sebalds Schreiben als bewusster existentieller Entwurf zu verstehen ist, der sich der Verantwortung der Existenz und dem Schwindel vor der Kontingenz stellt.
Existentialismus, Jean-Paul Sartre, W.G. Sebald, existentielle Psychoanalyse, Metaphysik der Koinzidenz, Zerstörung, Phänomenologie, Ontologie, Bewusstsein, Freiheit, Literaturtheorie, Geschichte, Erinnerung, Melancholie, Subjekt.
Die Arbeit analysiert die philosophischen Grundlagen und die methodische Herangehensweise des Schriftstellers W.G. Sebald durch eine systematische Anwendung von Jean-Paul Sartres „existentieller Psychoanalyse“.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Begriffe von Freiheit, Existenz, dem menschlichen Subjekt sowie die philosophische Interpretation von Geschichte, Zerstörung und Erinnerung im Werk Sebalds.
Das Ziel ist es, den „ursprünglichen Entwurf“ von W.G. Sebald aufzuzeigen und nachzuweisen, dass sein Werk nicht primär als unbewusste Reaktion auf Traumata, sondern als bewusste ästhetische Bewältigung menschlicher Kontingenz zu verstehen ist.
Es wird eine philosophisch-hermeneutische Perspektive eingenommen, die auf Sartres „existentieller Psychoanalyse“ sowie seiner „progressiv-regressiven Methode“ basiert, um Sebalds Leben und Werk zu deuten.
Der Hauptteil analysiert Sebalds frühes literaturwissenschaftliches Schaffen (z.B. zu Sternheim und Döblin) sowie seine späteren Prosawerke (z.B. Austerlitz, Die Ausgewanderten) und deren theoretische Rückbindung an die Kritische Theorie und das philosophische Denken Sartres.
Zentrale Begriffe sind Existentialismus, Ontologie, Bewusstsein, Freiheit, Zerstörung und die von Sebald geprägte „Metaphysik der Koinzidenz“.
Die Einbeziehung dient dazu, die Kontinuität und die methodische Entwicklung Sebalds von seinen Anfängen als Literaturwissenschaftler bis zu seiner Arbeit als Schriftsteller aufzuzeigen.
Sie fungiert als ästhetisches Korrelat für Sebalds Versuch, in einer kontingenten und zerstörerischen Welt Sinnzusammenhänge herzustellen, ohne dabei die Unmöglichkeit einer absoluten Wahrheit zu leugnen.
Die Arbeit grenzt sich explizit von Interpretationen ab, die Sebalds Werk primär durch Freudsche Konzepte von Trauma und Unbewusstem erklären, und plädiert stattdessen für einen Fokus auf das Subjekt als freier Entwurf.
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