Magisterarbeit, 1998
109 Seiten, Note: 1,0
KAPITEL 1 Einleitung: Rahmen der Analyse
1.1. Einführender Überblick
1.2. Theoretischer Rahmen
1.2.1. Politische Eliten
1.2.2. Demokratie und Stabilität
1.2.3. Legitimität als politische Unterstützung
1.2.4. Objekte der Legitimität
1.2.5. Legitimitätsdimensionen
1.2.6. „Mischungsverhältnis“ der Legitimitätsdimensionen
1.2.7. Konsolidierung
1.3. Struktur der Arbeit
KAPITEL 2 Moralische Legitimität der politischen Eliten
2.1. Ausgangssituation - Unzufriedenheit mit dem sozial-istischen System in den 80er Jahren
2.2. Das polnische Verständnis von Demokratie
2.3. Solidarnosc als Motor der Transition und „Bannerträger“ der Forderung nach Demokratie
2.4. Dominanz moralischer Legitimität der politischen Eliten – Parlamentswahlen 1989
2.5. Fragmentierung der politischen Landschaft und Rückgang der moralischen Legitimität im Vorfeld der Parla-mentswahlen 1991
2.6. Zunehmende Erosion der moralisch dominierten Legi-timität – Entwicklung bis 1993
2.7. Ende der moralischen Legitimitätsdominanz – Parla mentswahlen 1993
KAPITEL 3 Personal-expressive Legitimität der politischen Eliten
3.1. Polnische Affinität zu starken Führungspersönlichkeiten
3.2. Präsidentschaftswahlen 1990
3.3. Personal-expressive Legitimität der Ministerpräsidenten
3.4. Walesas Amtszeit als Staatspräsident
3.5. Bedeutungsverlust personal-expressiver Legitimität – Parla mentswahlen 1993
3.6. Präsidentschaftswahlen 1995
KAPITEL 4 Instrumentelle Legitimität der politischen Eliten
4.1. Kernelemente instrumenteller Legitimität in Polen
4.2. Geringe instrumentelle Legitimität der politischen Eliten – Einführung marktwirtschaftlicher Reformen
4.3. Die Entwicklung bis zu den Parlamentswahlen 1991
4.4. Instrumentelle Legitimitätsdominanz – Parlamentswahlen 1993
4.5. Entwicklung bis zu den Parlamentswahlen 1997
4.6. Parlamentswahlen 1997 – Bedeutungsverlust instrumen-teller Legitimität?
KAPITEL 5 Conclusio – Ergebnisse der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der demokratischen Konsolidierung in Polen unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der politischen Eliten. Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung der Legitimität dieser Eliten zu analysieren und zu zeigen, wie der Erfolg der Konsolidierung zunehmend von der durch die Bevölkerung wahrgenommenen ökonomischen Performanz der politischen Akteure abhängt.
1.1. Einführender Überblick
Die Euphorie des Epochenumbruchs von 1989, mit dem die „Dritte Welle der Demokratisierung“ auch Polen erreicht hatte, wich schnell der Ernüchterung über die Unmöglichkeit, aus den Trümmern des real existierenden Sozialismus nach Art der Genesis eine neue, demokratische Welt in wenigen Tagen zu erschaffen. Statt in einem goldenen Zeitalter ewigen „Bürgerfrühlings“ fanden sich die Menschen wieder auf einer Wanderung durch ein postkommunistisches „Tal der Tränen“. Ökonomische Probleme statt Wohlstand und politischer Streit über die richtigen Reformstrategien statt sozialer Harmonie beherrschten die Reformländer und zeigten die Schwierigkeit der simultanen Entwicklung von Demokratie und Marktwirtschaft. Nicht lange nach der Überwindung der Diktatur schienen die gewandelten Gesellschaften des ehemaligen Ostblocks einen „Tunnel am Ende des Lichts“ erreicht zu haben.
KAPITEL 1 Einleitung: Rahmen der Analyse: Diese Einleitung führt in die Problematik der demokratischen Konsolidierung in Polen ein und definiert den theoretischen Rahmen, der Legitimität als zentrale Analysekategorie nutzt.
KAPITEL 2 Moralische Legitimität der politischen Eliten: Dieses Kapitel beleuchtet, wie die anfängliche moralische Legitimität der Solidarnosc-Eliten durch die Enttäuschung über die reale Demokratieentwicklung und die Fragmentierung der Opposition schwand.
KAPITEL 3 Personal-expressive Legitimität der politischen Eliten: Hier wird untersucht, wie die polnische Affinität zu starken Führungspersönlichkeiten die Rolle von Akteuren wie Lech Walesa im Konsolidierungsprozess prägte und warum dieser Typus der Legitimität an Bedeutung verlor.
KAPITEL 4 Instrumentelle Legitimität der politischen Eliten: Dieses Kapitel analysiert, wie ökonomische Performanz und die Wahrnehmung von Effizienz zum zentralen Evaluationsmaßstab für die politischen Eliten wurden und wie dies die Parlamentswahlen ab 1993 beeinflusste.
KAPITEL 5 Conclusio – Ergebnisse der Arbeit: Das Fazit fasst zusammen, dass die polnische Konsolidierung noch nicht abgeschlossen ist und massiv von der ökonomischen Leistungsfähigkeit der politischen Führung abhängt.
Demokratische Konsolidierung, Polen, politische Eliten, Legitimität, Transition, postkommunistisches System, instrumentelle Legitimität, moralische Legitimität, personal-expressive Legitimität, ökonomische Performanz, Solidarnosc, Systemwechsel, Wirtschaftsreformen, Vertrauensverlust.
Die Arbeit untersucht den Konsolidierungsprozess der polnischen Demokratie nach 1989 und die Rolle, die politische Eliten dabei spielen.
Die Themen umfassen die drei Dimensionen der Legitimität: moralische, personal-expressive und instrumentelle Legitimität sowie deren Einfluss auf die Systemstabilität.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Legitimitätsbasis der politischen Eliten verschoben hat und warum die wirtschaftliche Leistung der Regierung heute das wichtigste Kriterium für die Konsolidierung ist.
Die Untersuchung nutzt eine theoriegeleitete Analyse von Legitimitätsdimensionen (basierend u.a. auf Easton und Parsons) und verbindet diese mit empirischen Wahldaten und Umfrageergebnissen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der drei genannten Legitimitätsformen sowie deren zeitliche Entwicklung anhand der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen.
Wichtige Begriffe sind Demokratische Konsolidierung, politische Eliten, Transition und ökonomische Performanz.
Es wird als Beispiel für die personal-expressive Legitimität angeführt, bei dem ein Außenseiter durch die Artikulation von Frustration und das Versprechen unmittelbarer Lösungen hohe Zustimmung erreichte.
Die Arbeit argumentiert, dass durch die Verwirklichung formaler demokratischer Ziele und die zunehmende Konzentration auf materielle Probleme im Zuge der Marktwirtschaft die moralische Orientierung hinter ökonomische Effizienzerwartungen zurückgetreten ist.
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