Masterarbeit, 2011
81 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
1.1. Ausgangslage und Problemstellung-Schülerstress
1.2. Überblick über das kognitive Landschaftsmodell von Lehrern- Grimm
2. Stressverarbeitungsmodelle
2.1. Transaktionistischer Ansatz von Lazarus
2.1.1. Stressrelevante Personen-Umwelt-Beziehung
2.1.2. Stress als mehrstufiger Bewertungsprozess
2.1.3. Bewältigung (Copings)
2.2. Die Theorie Ressourcenerhaltung nach Hobfoll
2.3. Gratifikationskrise nach Siegrist
2.3.1. Extrinsische Verausgabung
2.3.2. Intrinsische Verausgabung
3. Motivationstheorien
3.1. Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan
3.2. Theorie der Arbeitszufriedenheit von Oldham und Hackman
3.3. Zweifaktoren Theorie von Herzberg
4. Stressquellen von Kindern und Jugendlichen
4.1. Positiver und negativer Stress
4.2. Stress aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen
4.3. Kritische Lebensereignisse
4.4. Entwicklungsprobleme
4.5. Schule
4.6. Selbst
4.7. Das Zusammenwirken mehrerer Stressoren
5. Stresswirkungen
5.1. Physische Stresssymptome
5.2. Psychische Stresssymptome
6. Vorgehensweisen der Datenerhebung
6.1. Vorgehensweisen
6.2. Methode und Funktion
7. Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
7.1. Angenehme Unterrichtssituationen
7.2. Unangenehmen Unterrichtssituationen
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die alltäglichen Belastungen (Daily Hassles) und positiven Erlebnisse (Daily Uplifts) von Grundschülern und analysiert den Zusammenhang zwischen wahrgenommenen Unterrichtssituationen und der Schülerzufriedenheit. Ziel ist es, durch eine qualitative Interviewstudie ein tieferes Verständnis für die Stressoren und Ressourcen der Kinder im Schulalltag zu entwickeln.
1.2. Überblick über das kognitive Landschaftsmodell von Lehrern- Grimm
Der Psychologe Matthias Alexander Grimm führte ab dem Jahr 1985 bis Mitte 1992 eine empirische Forschungsuntersuchung mit den Lehrkräften durch. Diese Studie untersuchte die kognitive Landschaft der Lehrkräfte, um zu verstehen, wie diese ihr Berufsleben attribuieren und welche Bewältigungsmaßnahmen diese verwenden, um den ganzen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Ursache für diese wissenschaftliche Untersuchung waren nicht nur die kritischen Medien, Wirtschaft, Eltern und Gewerkschaften (Grimm 1996, S. 9), sondern auch die hohen Anforderungen der Lehrkräfte sowie frühe Pensionierung aufgrund des hohen Burnout-Anteils (Sieland 2011, S. 7). Die Schulträger wurden von der Medienwelt kritisiert und unter Beschuss genommen, es erschienen kritische Zeitschriftenartikel wie z.B. „Volle Klassen und Lehrermangel-Düstere Zukunft für Unterricht“ oder „Verbummelte Zeit-Deutscher Bildungstrott, zu viel Schule, zu lange Studium“ (Grimm 1996, S. 9).
Die Lehrkräfte wurden „Opfer einer schwerfälligen Administration, mal als die Schuldigen verheerender Qualifikationsdefizite bei den Schülern, mal als Handlanger der Wirtschaft“ (ebd.). Der Psychologe Grimm verfolgte mit seiner Studie die Absicht, den komplexen Lehrerberuf darzustellen und seine hohen Anforderungen zu analysieren. Dabei ist es zunächst wichtig die Attribution der Lehrer in ihrem Berufsleben darzustellen.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den zunehmenden Stress bei Kindern im Primarbereich und führt das Ziel ein, Schülerzufriedenheit mittels qualitativer Interviews und etablierter Stressmodelle zu untersuchen.
2. Stressverarbeitungsmodelle: Es werden grundlegende Theorien zur Stressentstehung und -bewältigung wie das Transaktionsmodell von Lazarus, die Ressourcenerhaltungstheorie von Hobfoll und die Gratifikationskrise nach Siegrist dargelegt.
3. Motivationstheorien: Dieser Abschnitt erläutert die Selbstbestimmungstheorie, Arbeitszufriedenheitsmodelle und Zweifaktoren-Theorien, um intrinsische und extrinsische Motivatoren für Lernprozesse zu differenzieren.
4. Stressquellen von Kindern und Jugendlichen: Hier werden spezifische Stressoren im Schulalltag sowie das unterschiedliche Stressempfinden von Kindern und Erwachsenen analysiert.
5. Stresswirkungen: Das Kapitel beschreibt physische und psychische Symptome, die aus einer dauerhaften Stressbelastung bei Schülern resultieren können.
6. Vorgehensweisen der Datenerhebung: Die methodische Durchführung der qualitativen Interviewstudie an drei Grundschulen wird erläutert.
7. Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse: Die erhobenen Schülerdaten werden kategorisiert und unter Rückgriff auf die eingangs vorgestellten Theorien interpretiert.
8. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine stärkere Förderung der Autonomie und eine aktive Auseinandersetzung mit Stressfaktoren zur Verbesserung des Schulklimas beitragen.
Schülerstress, Daily Hassles, Daily Uplifts, Grundschule, Stressverarbeitung, Motivationstheorien, Lazarus-Modell, Ressourcenerhaltung, Gratifikationskrise, qualitative Interviewstudie, Schülerzufriedenheit, Leistungsdruck, Coping-Strategien, schulische Sozialisation, Attributionstheorie.
Die Masterarbeit befasst sich mit den alltäglichen Belastungsfaktoren und positiven Momenten von Kindern in der Grundschule sowie deren Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Schüler.
Die Schwerpunkte liegen auf der Stressforschung im Bildungsbereich, der Motivation von Schülern, dem Einfluss der Unterrichtsgestaltung auf das Wohlbefinden und der Rolle von sozialen Beziehungen im Schulalltag.
Das Ziel ist es, auf Basis einer qualitativen Befragung zu erfahren, wie Grundschüler Unterrichtssituationen wahrnehmen, wie sie diese attribuieren und welchen Einfluss dies auf ihr Empfinden von Stress oder Zufriedenheit hat.
Es wird ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf offenen Interviewfragen in Kleingruppen basiert und durch die Anwendung von stress- und motivationstheoretischen Modellen interpretiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch verschiedene Stresstheorien und Motivationstheorien sowie eine empirische Analyse, in der die Ergebnisse der Schülerbefragung in zwölf Kategorien ausgewertet werden.
Neben dem zentralen Begriff des Schülerstress sind dies vor allem Coping, Resilienz, Lernmotivation, Gratifikationskrise sowie das Verhältnis von Lehrerverhalten und Lernumfeld.
Die Studie vergleicht das Stressempfinden, wobei deutlich wird, dass Kinder oft anders auf Stressoren reagieren und diese stärker impulsiv oder subjektiv wahrnehmen als Erwachsene.
Hausaufgaben werden von vielen Schülern als zentrale Quelle für Stress und Leistungsdruck genannt, da sie oft mit Freizeitverlust und Konflikten in der Familie einhergehen.
Es zeigt sich, dass Mädchen häufiger über ihr Stressempfinden kommunizieren, während Jungen oft ein externalisierendes Verhalten (wie Aggression) zeigen, das von Eltern und Lehrern teilweise anders wahrgenommen wird.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Lehrkräfte durch eine strukturierte, interessante Unterrichtsgestaltung und eine wertschätzende Rückmeldung wesentlich zur Reduktion von Stress und zur Steigerung der Lernfreude beitragen können.
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