Diplomarbeit, 2008
81 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Relevanz der Thematik und Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Medienpolitische Einordnung
2.1 Bestands- und Entwicklungsspezifische Aspekte
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
3. Medienökonomische Analyse
3.1 Marktversagen im Online-Bereich
3.1.1 Informationsasymmetrien
3.1.2 Öffentliche Güter
3.1.3 Intransitive Präferenzen
3.1.4 Meritorik
3.1.5 Subadditive Kostenstrukturen
3.1.6 Externe Effekte
3.1.7 Zwischenfazit
3.2 Regulierung der öffentlich-rechtlichen Online-Angebote
3.2.1 Regulierungsmaßnahmen
3.2.2 Der Drei-Stufen-Test
4. Fazit und Ausblick
5. Zusammenfassung in Thesen
Die Arbeit untersucht die ökonomische Legitimation der Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik Deutschland. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob ein Marktversagen im Online-Bereich vorliegt, das eine hoheitliche Bereitstellung rechtfertigt, und wie sich die regulatorischen Vorgaben des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags auf die betroffenen Marktakteure auswirken.
3.1.1 Informationsasymmetrien
Der Terminus der Informationsasymmetrien stammt aus der Prinzipal-Agent-Theorie. Er beschreibt den Fall einer ungleichen Informationsverteilung zwischen dem Agenten und dem Prinzipal, wobei der Agent über mehr entscheidungsrelevante Informationen verfügt. So kann es vorkommen, dass der Prinzipal aufgrund der bestehenden Informationsasymmetrien die relevanten Eigenschaften, wie etwa die Qualität eines Gutes bzw. einer Leistung, nicht kennt oder nicht beurteilen kann. Der Agent besitzt somit einen Informationsvorsprung, den er für sich nutzen kann, womit sich folglich die Gefahr der adversen Selektion ergibt. Dieser als negative Auslese bezeichnete Vorgang bewirkt, dass gute durch schlechte Qualität substituiert wird, infolgedessen es zu einer mangelnden Transparenz hinsichtlich der Qualität der Angebote und schließlich zu einem Marktversagen kommt.
Somit gilt es zu prüfen, ob eine Qualitätssubstitution im Online-Bereich festgestellt werden kann, die ein Marktversagen begründen und damit eine hoheitliche Bereitstellung legitimieren kann.
Online-Dienste können hinsichtlich ihres Nutzens von den Rezipienten schwer zu beurteilen sein, was einer asymmetrischen Informationsverteilung zwischen Dienste-Anbietern und Rezipienten gleichkommt. In den meisten Fällen stellt dies eine Informationsasymmetrie zu Lasten des Nutzers dar. Das heißt, dass es den Rezipienten nicht möglich ist, eine Beurteilung des Nutzens und der Qualität des Dienstes durchzuführen und somit rational zu entscheiden.
Diesbezüglich kann man bei Online-Diensten einerseits zwischen Erfahrungs- und Vertrauensgütern und andererseits zwischen fiktionalen und nicht-fiktionalen Inhalten unterscheiden.
1. Einleitung: Dieses Kapitel begründet die Relevanz der Untersuchung vor dem Hintergrund von Digitalisierung und Konvergenz und stellt das Ziel einer ökonomischen Analyse der öffentlich-rechtlichen Online-Angebote vor.
2. Medienpolitische Einordnung: Hier werden die Entwicklung des Internets zum Massenmedium sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und der Funktionsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dargestellt.
3. Medienökonomische Analyse: In diesem Hauptteil werden verschiedene Formen des Marktversagens (Informationsasymmetrien, öffentliche Güter, etc.) auf den Online-Bereich angewandt und die Auswirkungen der neuen Regulierungsmaßnahmen des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrages analysiert.
4. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt eine Einschätzung zur zukünftigen Rolle der Öffentlich-Rechtlichen im Internet sowie zu erwartenden rechtlichen Entwicklungen.
5. Zusammenfassung in Thesen: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit in acht prägnanten Thesen zusammengefasst.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Online-Angebote, Medienökonomie, Marktversagen, Digitalisierung, Konvergenz, Drei-Stufen-Test, Rundfunkstaatsvertrag, Informationsasymmetrien, externe Effekte, Medienregulierung, publizistische Vielfalt, Gebührenfinanzierung, Internet, Wettbewerb.
Die Arbeit analysiert die ökonomische Rechtfertigung der digitalen Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland unter Einbeziehung medienökonomischer Theorien.
Die Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung von Marktversagensmechanismen, den rechtlichen Rahmenbedingungen für digitale Angebote und der Auswirkung neuer Regulierungsvorgaben.
Ziel ist eine objektive Beurteilung der aktuellen und zukünftigen Ausgestaltung öffentlich-rechtlicher Online-Angebote sowie deren Legitimation aus medienökonomischer Sicht.
Es wird eine medienökonomische Analyse durchgeführt, die theoretische Grundlagen des Marktversagens auf den aktuellen Sachverhalt der öffentlich-rechtlichen Digitalaktivitäten anwendet.
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Untersuchung von Informationsasymmetrien, öffentlichen Gütern, intransitiven Präferenzen, Meritorik, Kostenstrukturen und externen Effekten sowie der konkreten Regulierung durch den Drei-Stufen-Test.
Zentrale Begriffe sind Marktversagen, Konvergenz, Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk, Drei-Stufen-Test, Regulierung und Medienökonomie.
Die 24-Stunden-Regel für Sport-Großereignisse wird als ökonomisch nachvollziehbar bewertet, während der Zweck der allgemeinen Sieben-Tage-Regelung kritisch hinterfragt wird.
Der Autor diskutiert kritisch, ob die anstaltsinternen Aufsichtsgremien (Rundfunkräte) eine effektive und unabhängige Überwachung im Rahmen des Drei-Stufen-Tests sicherstellen können.
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