Diplomarbeit, 2011
123 Seiten, Note: 1,0
I. HISTORISCHER KONTEXT
1. Zur Geschichte europäischer Ledertapeten
II. SCHWERINER GOLDLEDERTAPETEN
2. Beschreibung der Raumprogramme
2.1 Kleine Audienz
2.2 Ministerzimmer
2.3 Parallelen zu Ledertapeten anderer Sammlungen
2.3.1 Kleine Audienz
2.3.2 Ministerzimmer
III. GESCHICHTE DER SCHWERINER GOLDLEDERTAPETEN
3. Quellenlage: Fakten und Erklärungsmodelle
3.1 Kleine Audienz
3.2 Ministerzimmer
3.3 Zar Peter der Große, Westeuropa und Schwerin
3.4 Kam „russisches Leder“ nach Schwerin?
IV. SCHLOSSBAUMASSNAHMEN IM 19. JAHRHUNDERT
4. Neugestaltung des Schweriner Schlosses
4.1 Einbau der Goldledertapeten
4.2 Historischer Aussagewert
V. ERHALTUNG DER LEDERNEN RAUMAUSSTATTUNGEN
5. Schadensbilder und ihre Ursachen
5.1 Überblick konservatorischer und restauratorischer Maßnahmen
5.1.1 Kleine Audienz
5.1.2 Ministerzimmer
Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herkunft und Geschichte der barocken Goldledertapeten im Schweriner Schloss, um die historisch belegte "russische" Herkunft kritisch zu hinterfragen und den Zusammenhang der Tapeten mit der Hochzeit des Herzogs Carl Leopold mit Katharina Iwanowna zu prüfen.
3.4 Kam „russisches Leder“ nach Schwerin?
Zur Klärung dieser Frage muss eine Definition des Terminus „russisches Leder“ bzw. „russische Tapete“ erfolgen, wie er in der „Festschrift“ von 1869 verwendet wurde. Die Autoren selbst geben keinen Hinweis zum Ursprung des von ihnen gewählten Begriffs. Mehrere Untersuchungsansätze werden nachfolgend erörtert.
Wie bereits in Abschnitt 3.1 und 3.2 beschrieben, nimmt Alsleben eine mögliche Herleitung im Rückschluss auf die Herkunft der Ledertapeten vor. So beschreibt er 1988 erstmals, „[e]s handelt sich hierbei [gemeint sind die Ledertapeten der Kleinen Audienz und des Ministerzimmers, L.T.] um ein Hochzeitsgeschenk des russischen Zaren Peter der Große an den Herzog Carl Leopold von Mecklenburg.“ Fehlende Belege Alslebens konnten auch bei den Recherchen zur vorliegenden Arbeit nicht ermittelt werden, was diese These grundlegend schwächt. Hinzu gelangt die Tatsache, dass bereits Thomas Dann für sein Werk von 2007 ausgiebige Forschungen vorgenommen hat und offenbar auf keine Hinweise gestoßen ist. Hervorzuheben ist der hohe Wahrheitsgehalt der „Festschrift“, die von den unmittelbar am Baugeschehen beteiligten Baumeistern verfasst wurde. Darin ist eindeutig belegt, dass „[d]ie aus russischem Leder gepreßte, goldene Tapete [für das Ministerzimmer, L.T.] mit roth und hellblau verziertem Muster [..] früher in dem großherzoglichen Schloß zu Neustadt [war].“ Somit ist die Herkunft dieser Tapete, unmittelbar vor ihrem Einbau in Schwerin, geklärt.
1. Zur Geschichte europäischer Ledertapeten: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Entwicklung und Verbreitung der Goldlederkunst im europäischen Barock als Grundlage für das Verständnis der späteren Exponate.
2. Beschreibung der Raumprogramme: Hier werden die Goldledertapeten der Kleinen Audienz und des Ministerzimmers in ihrer historischen und gestalterischen Einbettung vorgestellt.
3. Quellenlage: Fakten und Erklärungsmodelle: Dieses Kapitel widmet sich der kritischen Prüfung der historischen Quellen, insbesondere der Legende um das russische Hochzeitsgeschenk, und vergleicht diese mit aktuellen Erkenntnissen.
4. Neugestaltung des Schweriner Schlosses: Die Umbaumaßnahmen im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Georg Adolph Demmler und Friedrich August Stüler werden hier im Hinblick auf ihre Auswirkung auf die Innenraumgestaltung analysiert.
5. Schadensbilder und ihre Ursachen: Das Kapitel dokumentiert die historischen und aktuellen Schäden an den Ledertapeten, die durch unsachgemäße Nutzung und klimatische Bedingungen entstanden sind.
Goldledertapeten, Schweriner Schloss, Kleine Audienz, Ministerzimmer, russisches Leder, Carl Leopold von Mecklenburg, Provenienz, Historismus, Friedrich August Stüler, Restaurierung, Goldlederkunst, Wandbespannung, Innenausstattung, Quellenanalyse, Zar Peter der Große
Die Arbeit befasst sich mit der Herkunft, Geschichte und Erhaltung der barocken Goldledertapeten im Schweriner Schloss, wobei der Fokus auf der kritischen Überprüfung des Begriffs "russisches Leder" liegt.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung europäischer Ledertapeten, die detaillierte Analyse der Schweriner Raumausstattungen, die Quellenkritik bezüglich ihrer Provenienz sowie die Konservierungsgeschichte.
Das Ziel ist die wissenschaftliche Klärung der Herkunft der Schweriner Ledertapeten und die Widerlegung oder Bestätigung der langjährigen Vermutung, sie seien ein Hochzeitsgeschenk des russischen Zaren gewesen.
Es wurde eine quellenkritische Analyse primärer und sekundärer Literatur, eine Auswertung von Archivdokumenten des Landeshauptarchivs sowie eine vergleichende kunsthistorische Analyse der Tapetenmotive durchgeführt.
Der Hauptteil analysiert die historischen Raumprogramme, vergleicht diese mit anderen Sammlungen, hinterfragt die Quellen zur Erwerbsgeschichte und beleuchtet die Restaurierungsmaßnahmen, insbesondere seit der DDR-Zeit.
Zentrale Begriffe sind Goldledertapeten, Provenienzforschung, Historismus, Schweriner Schloss sowie die technologischen Aspekte der Goldlederherstellung und deren Konservierung.
Nein, die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Verbindung zu Russland nach aktuellem Quellenstand nicht nachweisbar ist und die Bezeichnung "russisches Leder" in diesem Kontext als historisch ungenau eingestuft werden muss.
Die Umbauten durch Architekten wie Stüler prägten die heutige Form der Räume maßgeblich und führten zur Integration historischer Ausstattungselemente, die teilweise aus anderen Residenzen stammen.
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